Fröhliches neues JA!
Shownotes
Minus 20 Grad, knisternde Luft – und die Frage: Wie willst du ins neue Jahr gehen? Franca und Christian sprechen übers JA sagen. Warum Vermeidungsverhalten eine Gegenbewegung braucht, obwohl es sich gut anfühlt, wie wir Motivation und Neugier aufbauen und damit länger leben, wie schwache Verbindungen zu Erfolg führen und wie man ganz konkret aus einem „vielleicht“ ein klares „JA“ macht, das erfahrt ihr in dieser Folge.
Dazu gibts ein neues Bingo für glückliche Zufälle und inhaltliche Glatteiswarnungen, an welchen Stellen Dein „JA!“ ins Falsche kippt (und wo du es nie geben solltest).
Höre diese Folge auch, wenn du gerade keine Lust drauf hast, denn:
„Entweder es wird geil – oder es wird eine Erfahrung!“
(Franca Cerutti)
Das Buch von Nesibe Kahraman findet ihr überall im Buchhandel. Zum Beispiel hier:
Transkript anzeigen
00:00:01: Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Episode Psychologie To Go.
00:00:05: Das ist dein Podcast für hilfreiche Gedanken und Impulse direkt aus meiner psychotherapeutischen Praxis.
00:00:12: Hallo und herzlich Willkommen zur ersten Episode im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im
00:00:18: Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr,
00:00:19: im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr.
00:00:29: Im Gegensatz zu einem manchmal ein bisschen beschwerlichen Nein.
00:00:33: Und hier im Podcast ist es ja oft schon darum gegangen, wie man Nein sagen kann, wie man sich selbst besser schützt, wie man Grenzen ward und so weiter.
00:00:41: Und heute gehen wir mal den umgekehrten Weg und sprechen darüber, wie man entspannt und frei und stark Ja sagen kann.
00:00:51: Und auch wozu man vielleicht mal Ja sagen kann, auch wenn es sich ein bisschen kontraintuitiv anfühlen sollte.
00:00:58: Ich bin Frankar Cirotti, ich bin Psychotherapeutin.
00:01:01: Und der da so frech reingebrüllt hat, ich bin Christian Weiß, ich bin Verrats für Psychiatrie und Psychotherapie.
00:01:07: Und weil der Christian Weiß heißt, nenne ich ihn Weißhalt.
00:01:11: Hallo, Schönheit.
00:01:12: Ja, Cirotti halt ergibt auch keinen Sinn.
00:01:14: Ja, nee, in keiner Hinsicht.
00:01:18: Wir nehmen diese Folge auf in Finnland mit wirklich viel Schnee vor dem Fenster und Eis auf dem See.
00:01:26: Wir sind hier in einer Kleinen Holzhütte und haben draußen minus zwanzig Grad.
00:01:33: Und wenn du jetzt denkst, oh Gott, die Armen, warum tun die sich das denn an?
00:01:37: Keine Sorge, das ist genau so gewünscht und beabsichtigt und hat auch in gewisser Weise mit dem Thema zu tun.
00:01:44: Und es ist tatsächlich so, und manche von euch werden das kennen, dass hier nach kürzester Zeit die Luftknister der Bart gefriert.
00:01:54: Die Haare werden wie Zuckerwatte, wenn man da rein atmet und dann werden sie zu eis.
00:01:58: Ja, die sehen so aus, weil sie viel härter als Zuckerwatte.
00:02:01: Ja, stimmt.
00:02:02: Und das ist für uns ein Teil des Lebensgefühls, das wir heute ein bisschen vermitteln möchten.
00:02:08: Wir sind hier ziemlich weit ab vom Schuss im Wald und das wir hier eine Waschmaschine zum Beispiel haben, das haben unsere finnischen Bekannten hier vor Ort als Luxury bezeichnet, also als Luxus.
00:02:22: Tatsächlich ist es so, dass die meisten Menschen in diesen kleinen Ferienhäuschen, in diesen Möckey sicherlich keine Waschmaschine haben.
00:02:31: Viele haben noch nicht mal Strom oder fließendes Wasser.
00:02:36: Und das ist immer auch mit einer gewissen Herausforderung verbunden, weil dann muss man eben Trinkwasser holen gehen oder mit dem Lichthaushalten, das man über die Solaranlage bekommt und eben mit dieser Unbequemlichkeit, dass man nicht so voll ausgestattet ist, wie man das vielleicht aus unseren häuslichen Wohnungen kennt.
00:02:55: Damit klarzukommen ist Teil des Spaßes.
00:02:59: Und das
00:03:01: würden
00:03:01: wir heute gerne ein bisschen erklären.
00:03:04: Wir hatten ein recht aufregendes letztes Jahr mit ganz vielen neuen Dingen und wir haben durchaus das Gefühl, dass uns die neuen Erfahrungen und die Herausforderungen auch weitergebracht haben.
00:03:15: Und gleichzeitig ist uns aufgefallen, dass gelegentlich unser Rat zu einem festen Nein manchmal in den falschen Halsgerät, Gutein zu sagen, bedeutet nämlich nicht.
00:03:25: dass man versucht, zu jeder Anstrengung zu sagen, zu jedem sozialen Kontakt zu sagen, zu jeder Party zu sagen, weil man gerade irgendwie ein unangenehmes Gefühl dahingehend hat, dass wir meinen, dient der Abgrenzung, vor allem für diejenigen, die sich nicht gut abgrenzen können.
00:03:40: Aber unsere Erfahrung nach ist ein häufiges Ja durchaus wichtig, um ein irgendwie gelungenes Leben zu haben.
00:03:48: Und allein, dass wir dieses Möcke hier in Finnland mittlerweile haben, Franka, das haben wir deinem sehr deutlichen Jahr zu verdanken.
00:03:56: Ja, das war jedenfalls mal ein Jahr zu Ungewissheit und ein Jahr dazu, dass auch alles Mögliche hätte schiefgehen können.
00:04:03: Und übrigens auch schiefgegangen ist.
00:04:05: Und auch schiefgegangen.
00:04:06: Erinnere an alle geplatzten Leitungen und was wir hier schon hatten.
00:04:10: Abenteuer, wie man sie hier nah am Polarkreis eben auch schon mal erlebt.
00:04:14: Aber wir haben auch Jahr gesagt zu neuen Wegen.
00:04:18: Zum Ruhn der Praxis, wir haben ja gesagt, zu einer Weltreise.
00:04:21: Wenn man sich das so rekapitulierend anguckt, Franka, haben wir schon öfter mal ja gesagt und sind Risiken eingegangen.
00:04:27: Und das ist so ein bisschen ein Learning.
00:04:29: Wir haben festgestellt, wenn man das häufig macht, dann fällt es einem über die Dauer der Zeit leichter.
00:04:35: Und jetzt soll es natürlich heute in der Podcast-Forge nicht um uns gehen und unsere persönlichen Erfahrungen, sondern auch darum, was die Wissenschaft dazu sagt.
00:04:43: Wir haben also heute ein Plädoyer für ein freies und starkes Jahr.
00:04:47: Zu Unbehagen, ein Ja zu Neugier, ein Ja zu Lebenslangenlernen, ein Ja zu Stress und ein Ja auch zu Anstrengung und auch zu Risiko.
00:04:59: Es ist ja so, dass wir versuchen, unangenehme Sachen zu vermeiden.
00:05:04: Unser Gehirn ist so gebaut und das ist ja eigentlich auch klug.
00:05:08: Wir versuchen, Schmerzen zu vermeiden.
00:05:10: die zum Beispiel mit Anstrengung einhergehen.
00:05:12: Muskelkater, alleine schon.
00:05:14: Wir versuchen, unangenehme Erfahrungen zu vermeiden.
00:05:17: Wir versuchen, Konflikte zu vermeiden.
00:05:19: Und die einfachste Möglichkeit, all das zu vermeiden, ist, sich dem nicht auszusetzen.
00:05:25: Genau.
00:05:25: Und ehrlicherweise fühlt sich das ja auch angenehm an.
00:05:29: Aber wenn man mal schaut, wo uns das hingeführt hat, und das soll jetzt gar nicht so eine komische Gesellschaftskritik werden, ich muss da ganz ehrlich nur in mein eigenes Leben gucken, wie Bade, Wannen, Warm und Bequem in Wirklichkeit unser Leben ist.
00:05:45: Also wir vermeiden, wie du schon gesagt hast, Anstrengungen, indem wir uns Sachen nach Hause schicken lassen, Essen liefern lassen.
00:05:52: Aber auch Langeweile wird vermieden, indem wir sofort das Handy zücken können und passgenaue Unterhaltungen vorfinden.
00:05:59: Ganz viele Menschen leiden darunter, dass sie zum Beispiel gehostet werden, weil Menschen unbequeme Gespräche vermeiden.
00:06:07: Das ist spannend.
00:06:08: Unter dem Aspekt habe ich das Ghostie noch gar nicht gesehen, aber du hast natürlich recht.
00:06:11: Das ist
00:06:11: Vermeidung.
00:06:13: Und ich habe das Gefühl, dass das immer mehr zunimmt.
00:06:16: Weißt du, je weniger du selber tun musst, weil es für alles irgendein Gadget gibt oder für alles irgendeine Technik oder für alles eine Erfindung, die dir ermöglicht.
00:06:29: dich keinerlei Unbequemlichkeit aussetzen zu müssen, desto weniger sind wir darin aber auch trainiert.
00:06:36: Und das geht so weit, dass die Wissenschaft von experiential avoidance spricht, also von der Vermeidung von Erfahrung, der systematischen Vermeidung von unangenehmen Erfahrungen.
00:06:51: Und das bedeutet, wir sind sehr darauf ausgelegt, uns, wie du gerade schon gesagt hast, alles Mögliche an.
00:06:58: Frustration, Enttäuschung, Anstrengung, Schwierigkeit, Traurigkeit, vom Hals zu halten, alle Arten von unangenehmen Erfahrungen.
00:07:09: Und das ist nachvollziehbar.
00:07:10: und du hast auch gesagt, dass ergibt ja evolutionspsychologisch und auch neurobiologisch erstmal Sinn.
00:07:17: Tut's ja auch.
00:07:17: Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter.
00:07:19: Wir hatten in den letzten Folgen schon mehrfach angesprochen, dass unser Gehirn eine Vorhersagemaschine ist.
00:07:26: Und was unser Gehirn gar nicht leiden kann ist, wenn es etwas nicht oder nicht genau vorhersagen kann.
00:07:32: Umso ungenauer, umso schlechter.
00:07:34: In der Physik und in der Chemie nennt man Unordnung Entropie.
00:07:38: Und unser Gehirn mag keine Entropie.
00:07:41: Also in der Physik beispielsweise ist Wasser das Flüssig ist, mehr entropisch, mehr durcheinander.
00:07:47: Und damit gibt es mehr Möglichkeiten, wo sich die Wassermoleküle aufhalten können, als ein Eisblock.
00:07:53: Ist das gleiche Material, aber das eine hat viel Entropie, das andere wenig.
00:07:57: Und wir, unser Gehirn, wir möchten einen Eisblock, da können wir nämlich genau sagen, da und da ist das Molekül.
00:08:02: Im Wasser können wir es nicht sagen.
00:08:04: Und alles, was unvorhersagbar ist, mag unser Gehirn nicht.
00:08:08: Also alles, was neu ist, da hat unser Gehirn erst mal gar keine besondere Lust drauf und will auch das vermeiden.
00:08:15: Also zukünftige Anstrengung oder zukünftig, ich weiß nicht, was kommt, ist für unser Gehirn unangenehm.
00:08:21: Ja und das Fiese ist aber ja daran, dass sich jede Art von Vermeidung erstmal angenehm anfühlt, weil sie uns entlastet.
00:08:29: Gleichzeitig bedeutet das aber ja das.
00:08:31: Unsere Welt, in der wir uns dann sozusagen sicher und anforderungsfrei und badewannenwarm fühlen, immer kleiner wird.
00:08:40: Weil, und das ist eben dieser Teufelskreis, wenn ich etwas vermeide, weil ich denke, ich packe das nicht.
00:08:47: Emotional.
00:08:48: Oder... was meine Ressourcen oder Kräfte angeht oder so.
00:08:51: Ich kann das nicht.
00:08:52: Also vermeide ich das.
00:08:53: Komme also demnach gar nicht in die Erfahrung, dass ich es ja doch gepackt hätte, wenn ich mich darauf eingelassen hätte.
00:09:01: Da lernt dein Gehirn, dass vermeiden sich gut anfühlt und überträgt das gleich noch auf andere Sachen mit.
00:09:07: Genau.
00:09:08: Und damit kommt es dann aber dazu, dass du nie eine korrigierende gute Erfahrung machst und dass du nie deine Selbstwirksamkeit stärkst und dass dein Gehirn quasi immer daran festhalten wird, dass du Dinge, die du nicht kennst oder von denen du glaubst, dass sie auch mit ein bisschen Unmöglichkeit oder Unbehagen einhergehen könnten, oder?
00:09:27: Chaos oder Entropie, wie du es gerade genannt hast, dass wir die besser auch in Zukunft vermeiden sollten.
00:09:32: Und das ist ein Teufelskreis.
00:09:33: Und übrigens diese Art von Vermeidung, dass man sich eben vor allen Dingen auch schlimmen Gefühlen nicht stellen mag, spielt ja auch bei psychischen Erkrankungen eine große Rolle.
00:09:43: Vermeidung ist ein riesiger, aufrecht erhaltener Faktor bei allen Arten von Angst, Störung und teilweise auch bei Depression, weil eben Menschen von sich das sichere Gefühl haben, bestimmte Emotionen nicht aushalten zu können.
00:09:56: und demnach ganz viel vermeiden, was vielleicht aber teilweise zu einem normalen erwachsenen Leben dazugehören würde.
00:10:03: Es sind ja oft auch irrationale Ängste, die uns da umtreiben.
00:10:07: Und die Vermeidung macht uns eben nicht sicherer oder selbstbewusster oder stabiler, sondern ganz im Gegenteil lässt den Lebensraum immer enger schrumpfen.
00:10:15: Genau so ist es auf neurobiologischer Ebene, weil du gerade auch Depressionen gesagt hast, ist es noch besonders kompliziert.
00:10:24: Ich würde es auch gar nicht... so breit austreten.
00:10:27: Aber stell dir mal vor, du hast etwas Schwieriges, was dich ängst, nicht vor dir.
00:10:30: Du hast Stresshormone, Adrenalin, Cortison, weil morgen eine Prüfung ansteht.
00:10:35: Und in dem Moment, wo du dich entscheidest, nicht hinzugehen und dich krank zu melden, hast du sofort Entlastung.
00:10:42: Ja.
00:10:43: Und das Wegfallen der Angst der Stresshormone ist angenehm.
00:10:48: Das Problem dabei ist aber ein bisschen, dass dir das Dopamin was potenziell ausgeschüttet werden würde, wenn du die Prüfung bestehst oder dem Vortrag hältst, der gut läuft, dass das nicht ausgeschüttet wird und damit werden auch keine neuronalen Wachstumsfaktoren ausgeschüttet, die wiederum dafür sorgen könnten, dass sich neue Verbindungen deinem Herrn bilden.
00:11:10: Und das wiederum führt dazu, dass tatsächlich so auf Ebene der Nervenzellen du beschränkt bleibst und die nicht aussprossen und nichts Neues passiert.
00:11:20: Und das Dopamin hast du sowieso nicht.
00:11:21: Also das, was dich auch motivieren würde, was dich was gutes Gefühl macht, was Antrieb macht, was auch stolz macht.
00:11:28: Diese Gefühle nimmst du dir damit weg, auch auf neuer biologischer Ebene.
00:11:33: Das schränkt wiederum, wenn man so will, dein Gehirn ein Stück weit ein, keine Erfahrung gemacht zu haben.
00:11:38: Und das zählt fürs nächste Mal wieder.
00:11:41: Also, das reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass du die nächsten Dinge tust, von denen du profitieren könntest.
00:11:47: Also in diesem Fall plädieren wir klar für ein Ja als Gegenbewegung zu Vermeidungsverhalten.
00:11:54: Und nein, man muss nicht jeden Kampf kämpfen.
00:11:57: Und nein, man muss sich auch nicht jeder Angst stellen.
00:12:00: Aber meiner Erfahrung nach greift sich gerade irrationale Angst eben immer mehr vom Leben und immer mehr löst unbehagliche Gefühle aus.
00:12:09: Und wenn man denen stets und ständig versucht, auszuweichen, dann hat man irgendwann nur noch so einen ganz kleinen Raum, in dem man sich überhaupt bewegen kann, weil alles andere schon innerlich tumult auslöst.
00:12:21: Deshalb ist das erste kraftvolle Jahr, für das ich plädieren würde im neuen Jahr, das Jahr zum Trotz den Machen, das Jahr zur Unbequemlichkeit und das Jahr zu Unbehagen.
00:12:33: Ja, was sehr dabei hilft mit so einem offenen, zuversichtlichen Jahr?
00:12:38: der Welt gegenüberzutreten ist Neugier.
00:12:41: Und in der Wissenschaft gibt es da so ein bisschen kontroverse Haltung, Studien, manchmal wurde Neugierig sein, auch im Sinne von sensation seeking mit einer höheren Tendenz zum Beispiel zu Drogenmissbrauch in Verbindung gebracht.
00:12:57: Das kann auch sein, dass das so ist.
00:12:59: Du meinst, dass Menschen, die grundsätzlich neuen Erfahrungen sehr aufgeschlossen gegenüberstehen und neugierig sind auf alle Arten von Erfahrungen, also die genau nicht vermeidend sind.
00:13:09: Dafür auch eine größere Tendenz haben auch mal eher schwierige Entscheidungen zu treffen bzw.
00:13:15: Erfahrungen in Kauf zu nehmen, die sie vielleicht besser gelassen hätten.
00:13:18: Ja.
00:13:19: Und wenn zu diesen Erfahrungen zum Beispiel Drogen, die abhängig machen, gehören, dann ist ja logisch, dass man auch abhängig werden kann davon.
00:13:26: Ja.
00:13:27: Es gibt aber auch noch andere Beobachtungen, die sagen, dass Menschen, die von der Tür aus sehr neugierig sind, dadurch neuobiologische Prozesse anstoßen, durch immer wieder neue Erfahrungen machen, die wiederum dazu führen, dass sie tatsächlich jetzt, Achtung, länger leben.
00:13:42: Man hat versucht, andere Faktoren rauszurechnen und es bleibt dabei, dass diese Menschen dann länger leben, aber es gibt keine kausale Kette, die man bis jetzt wüsste.
00:13:52: Wie, warte, also wenn Leute sehr neugierig sind, Und du hast gesagt von ihrem Naturell her, das heißt, es gibt einen angeborenen Faktor.
00:13:59: Ja.
00:14:00: Und diese Leute, ihre Neugierungen nicht sozusagen auf die falschen Ziele richten, indem sie neugierig sind, sämtliche Drogen dieser Welt zu probieren, sondern vielleicht sich anderen Themen zu wenden, um ihre Neugier zu befriedigen, dann hat das Zusammenhänge mit Langlebigkeit?
00:14:16: Ja.
00:14:17: Aber kann es nicht auch umgekehrt sein, dass Menschen, die sehr lange leben, mehr Zeit haben, sich auf verschiedene Sachen zu konzentrieren?
00:14:25: Weißt du, so rum?
00:14:26: Naja, man hat sogenannte Super-Ager untersucht.
00:14:30: Super-Ager sind Menschen, die über Achtzig sind, aber vom Geistigen oder vom Gedächtnisniveau etwa fünfzig, sechzigjährigen Entsprechungen.
00:14:39: Bei denen hat man festgestellt, dass die, sagen wir mal, hier in Gesundheit, im weitesten Sinne bitte nicht darauf festnageln, besser ist.
00:14:46: Die haben weniger häufig dimensionelle Entwicklung, weniger Amyloid-Plugs.
00:14:51: Und was man bei denen eben gesehen hat, die sind... eher neugierig.
00:14:55: Das sind Menschen, die sich immer wieder neugierig und erfahrungsbereit der Welt öffnen.
00:15:02: Also ist Neugier nicht nur irgendwie nett, weil sie uns neue Erfahrungen beschert, sondern Neugier ist vielleicht sogar gesund, weil sie unser Gehirn was flexibler hält.
00:15:12: Wie vorhin schon gesagt, es passieren dabei immer auch eine ganze Menge neurobiologischer Prozesse.
00:15:17: Verschiedene Stoffe werden ausgeschüttet, Wachstumsfaktoren vernerven werden ausgeschüttet und ich würde mal davon ausgehen, ganz grob ohne Evidenz, dass die große Aktivität im Hirn auch zu, sagen mal, Reinigungsprozessen im weitesten Sinne mitführt.
00:15:32: Man unterscheidet hier zwischen einer angeborenen und persönlichkeitsbedingten Neugier.
00:15:36: Also jemand ist neugierig oder nicht.
00:15:38: Das ist so unterschiedlich zwischen Menschen.
00:15:40: Ja, so.
00:15:41: Ich finde, das kann man bei Kindern auch gut beobachten, wie... Man sagt dann explorativ sie sind oder nicht.
00:15:47: Also, manche Kinder wollen rausmarschieren in die Welt.
00:15:50: Ich denke an einen von unseren Söhnen vor allen Dingen, der mich damit auch teilweise ein bisschen an den Rand meiner Kapazität gebracht hat, was der sich alles zugetraut hat und was der alles wissen wollte und wo er überall alleine hingehen wollte, mit vier.
00:16:02: Und es gibt Kinder, die sind vorsichtiger, zurückhaltender, nicht so neugierig, nicht so explorativ.
00:16:08: Also, das hat genetische Ursachen.
00:16:10: Das hat genetische Ursachen, das hat vielleicht auch Ursachen mit dem... frühen aufwachsen, aber es können wir einfach mal der Persönlichkeit so mitzuschreiben.
00:16:17: Ja,
00:16:17: okay.
00:16:18: Dann gibt es aber auch die situative Neugier.
00:16:20: Und das ist eher die Frage nach dem, wie geht das?
00:16:24: Oder wann war das?
00:16:25: Wer war das?
00:16:26: Wie funktioniert es?
00:16:27: Das heißt, wenn sich eine Frage stellt, dass man die beantworten will.
00:16:31: Und jetzt kommt es im Gegensatz zu dieser angeborenen Neugier, die über die Dauer der Jahre mit dem Alter nachlässt, lässt sich die situative Neugier üben.
00:16:43: Okay, das heißt, ich kann mich sozusagen selber darin schulen, Dinge zu hinterfragen, genau wissen zu wollen, zu ergründen, kennenlernen zu wollen.
00:16:52: Und das ist trainierbar?
00:16:54: Das ist tatsächlich trainierbar.
00:16:56: Man kann das ein bisschen über Tricks machen, je nachdem, wo man jemanden greifen kann.
00:17:02: Wenn vielleicht dich würde ich zum Beispiel motivieren mit, ich wette, du weißt folgendes nicht.
00:17:10: Dann wollen
00:17:12: wir noch mal sehen.
00:17:14: Ja, genau.
00:17:14: Und dann würdest du es rausfinden oder wissen.
00:17:17: Und jetzt passiert was Tolles.
00:17:18: Also die Neuge ist geweckt, weil da eine Motivation dahinter steckt.
00:17:21: Und in dem Moment, wo du es rausfindest, wo du weißt, wie, gibt es eine Dopaminausschüttung.
00:17:26: Und das macht deinem Gehirn natürlich Spaß.
00:17:28: Das findest du gut.
00:17:29: Ja.
00:17:29: Und das weckt das Nächste.
00:17:31: Wenn ich dich das nächste Mal damit konfrontiere mit irgendeiner Frage, hast du schon Lust darauf, das auch beantwortet zu bekommen.
00:17:36: Interessant.
00:17:37: Aber weißt du, was ich gerade denke?
00:17:39: Also neben dem klaren Ja zu Neugier braucht das wiederum aber auch das Ja zu Unbequemlichkeit.
00:17:47: Weil immer, wenn man was Neues lernen möchte, ist man in dem Feld dumm.
00:17:54: Also, Unerfahren, Anfänger.
00:17:56: Wenn man etwas... Nicht weiß muss man sich einräumen, dass man es nicht weiß oder noch nicht weiß.
00:18:02: und es ist manchmal ja auch ein bisschen frustrierend, wenn man jetzt eine neue Sprache lernen möchte oder ich habe versucht, Renny squares zu hekeln.
00:18:13: Ja, du guckst mich an.
00:18:14: Ja, du weißt nicht, was das
00:18:16: ist.
00:18:18: Ich bin neugierig.
00:18:20: Kann ich versuchen dir zu zeigen, aber was ich damit nur meine ist, wenn wir sagen ja zu neugier, sagen wir wiederum auch unter Umständen, sag ja zur Unbequemlichkeit und zu diesem Anfängerstatus, den du innehaben wirst.
00:18:33: und auch das tolerieren viele Leute nicht gut.
00:18:37: Okay, Frank, was sind Granny Squares?
00:18:40: Das sind kleine rechtäckige gehäkelte Läppchen.
00:18:45: die in der Mitte vielleicht so eine Blütenform haben.
00:18:48: Und daraus kann man, wenn man sehr viele davon hat, eine schöne Decke häkeln.
00:18:52: So wie die Decke, die wir zu Hause bereits im Studio haben.
00:18:55: Das sind Granny Squares.
00:18:56: Ah,
00:18:57: dann weiß ich, was Granny Squares sind.
00:19:00: Und ich weiß jetzt, was Frust ist.
00:19:03: Ja, wirklich.
00:19:03: Hat sich gut geklappt.
00:19:04: Ja, nee, macht nichts.
00:19:05: Weiter dranbleiben.
00:19:07: Ja, zu Frust.
00:19:08: Okay, ich werde das probieren.
00:19:09: Allein schon, weil wir diese Folge gemacht haben und mir dadurch nochmal klar wird, wie wichtig für meine Hirngesundheit es ist, neue Sachen zu probieren.
00:19:17: Und auch weil die Wissenschaft noch eine Erkenntnis hat.
00:19:20: Motivation kommt nicht von alleine.
00:19:23: Wenn du nicht ein besonderes Interesse von vornherein oder aus irgendeinem Grund an irgendetwas hast oder ein Bedürfnis, dann bist du nicht motiviert, was zu tun.
00:19:31: Ich fange das Häkeln nicht an von allein.
00:19:34: Da kann ich lange darauf warten, dass mich, dass ich irgendwann einen Motivationsblitz trifft und ich da Lust dazu habe.
00:19:41: Es kann aber gut sein, dass ich häkeln wollen würde.
00:19:44: Ich muss nur vorher anfangen.
00:19:46: Das ist eine wissenschaftliche Erkenntnis und letztendlich daraus kommt ein psychologischer Trick.
00:19:50: So ähnlich wie der Appetit kommt mit dem Essen.
00:19:53: Ja, oder auch bei Prüfungsvorbereitungen habe ich das ganz oft gemerkt.
00:19:57: Also ich hatte nie Bock zu lernen.
00:19:58: Wer hat das schon?
00:20:00: Aber wenn du einmal angefangen hast, findest du plötzlich das Thema... Interessant.
00:20:06: Oder du siehst, wie wenig du kannst und dann kommt die Panik.
00:20:08: Ja, oder beides.
00:20:09: Aber ja, ja, also das stimmt.
00:20:11: Wenn man manchmal angefangen hat, auch ganz ohne Motivation, kommt die dann.
00:20:17: Ja, das stimmt.
00:20:18: Dann findet man es interessant.
00:20:20: Noch etwas.
00:20:20: Und zwar gibt es jetzt die Erkenntnis, dass, ob man sich für Dinge begeistert, ob man etwas besonders mag, zum Beispiel Kunst oder von mir aus Fußball, also Schaun nicht spielen.
00:20:31: Oder ganz egal, nimm irgendein Thema.
00:20:33: Ornithologie.
00:20:34: Ja, genau.
00:20:35: Begeisterung für das Thema wächst.
00:20:37: Sobald du darüber genug Informationen hast oder Spezialinformation und dich damit auskennst, das fand ich sehr interessant.
00:20:46: Ja, sowieso.
00:20:47: Also es gibt ja so viele, wie soll ich das sagen, Paralleluniversen, in denen Menschen sich so bewegen und was die für Berufe haben.
00:20:55: oder was die überhaupt für Fähigkeiten und Interessen haben oder womit die sich auskennen, wovon ich noch nie gehört habe.
00:21:01: Und wenn man da so einen Einblick bekommt und sich dann auch eben traut, in diesem Anfängerstatus sich zu begeben, indem man nichts drüber weiß und vielleicht ein bisschen frustriert davon ist, aber dann kommt man so nach und nach dahinter, was es alles zu entdecken gibt, das kann auch ganz toll sein.
00:21:15: Ich habe ein neues Spezialinteresse, Muscheln.
00:21:18: Muscheln?
00:21:19: Ja, du hast ja gar keine Ahnung, was Muscheln für fantastische Lebewesen sind.
00:21:24: Mit was für Tricks die Arbeiten, Fische anzulocken, wie die sich bewegen und so weiter.
00:21:29: Also, Muscheln, da kann man sehr viel interessante Dinge lernen.
00:21:33: Wobei es dann auch nicht schlimm finde, dass ich da am Anfang doof bin.
00:21:35: Ich glaube, hinsichtlich Muscheln sind wir alle ein bisschen doof.
00:21:38: Die meisten.
00:21:39: Die meisten.
00:21:40: Wahrscheinlich.
00:21:41: Worauf wir letztendlich hinaus wollen, ist, Jahr zu sagen, zu neuen Erfahrungen, neugierig zu sein, Dingen auf den Grund zu gehen.
00:21:50: Und ich weiß nicht, wem es auch noch so geht.
00:21:52: Ich hab manchmal das Gefühl, dass das ziemlich verloren geht.
00:21:58: Menschen, die mit neuen Informationen konfrontiert werden, die zum Beispiel konträr ihren alten Überzeugungen laufen, wollen das nicht.
00:22:06: Das macht unbehagen.
00:22:08: Das macht die Welt wieder ein Stück unvorhersehbarer.
00:22:10: Komplizierter.
00:22:11: Und deswegen gibt's einen Nein.
00:22:13: Die machen zu.
00:22:14: Da möchte ich aber auch noch ein weiteres Jahr ergänzen.
00:22:17: Ja?
00:22:18: zu Ambiguitätstoleranz.
00:22:21: Ambiguitätstoleranz ist die Fähigkeit, die Gleichzeitigkeit von scheinbar widersprüchlichen oder sich ausschließenden Informationen, manchmal aber auch Emotionen oder Gedankengängen auszuhalten und beide zu integrieren, auch wenn es da ein Spannungsfeld gibt, dass Ja zu Ambiguitätstoleranz ist ein Nein zu schwarz-weißdenken, zu Kleingeistigkeit und Nessie Bill Karaman hat ein tolles Buch geschrieben zur Ambiguitätstoleranz.
00:22:51: Es ist ein Konzept, das geht auf.
00:22:53: Elze Frankel Drunswick zurück.
00:22:55: Und dazu könnten wir alle auch viel mehr Ja sagen.
00:22:59: Ja zu Vielfalt.
00:23:01: Ja zu Widersprüchlichkeit.
00:23:03: Ja zu einem großen Spektrum an Möglichkeiten.
00:23:07: Jenseits meiner eigenen Wahrnehmung.
00:23:11: Also wir plädieren klar, dazu Dinge zu tun.
00:23:16: Sich was zu trauen.
00:23:18: was zu machen, ganz wichtig, was man vorher noch nicht gemacht hat.
00:23:21: Und das nicht nur für unser auf Dauer besseres Gefühl, was wir durch das Dopamin haben und für unsere möglicherweise bessere Hirngesundheit, sondern auch, weil wissenschaftlich erwiesen ist, dass wir die meisten Dinge bereuten, die wir nicht getan haben.
00:23:39: Ja, und das ist so spannend, weil mir das ganz häufig begegnet, dass Menschen Dinge nicht tun, Aus so einem unbestimmten Wagengefühl heraus so, ach nee, das klappt bestimmt eh nicht.
00:23:52: Oder ach nee, was da alles schiefgehen kann, ohne sich konkret zu fragen, ja was denn?
00:23:59: Also was kann denn theoretisch nicht klappen und was kann denn schiefgehen?
00:24:03: Und könnte man in dem Fall, dass es so wäre, nicht eventuell eine Lösung finden, sondern der Gedanke bricht da ab.
00:24:11: Also viele Leute bleiben sozusagen mit dem Gedanken im Kopf stehen, nee, nee, ach das.
00:24:15: funktioniert sowieso nicht.
00:24:16: oder das ist unrealistisch oder das wird in die Hose gehen, ohne genauer drüber nachzudenken.
00:24:22: Stimmt das eigentlich?
00:24:24: Und gibt es theoretisch nicht auch Lösungen dafür?
00:24:27: Und was würde ich denn tun, wenn und wer es nicht trotzdem lohnenswert ist, zu versuchen, selbst wenn Dinge klar auch schiefgehen können?
00:24:36: Und das ist so ein bisschen das Ja zum Risiko, was wir jetzt ansprechen.
00:24:42: In einem Raum Indem nur noch absolute Sicherheit und absolute Vorhersehbarkeit erlaubt ist, gibt es keine Entwicklung.
00:24:51: Und wenn du sagst, dass manche Menschen ohne konkret zu wissen, was schiefgehen soll, von vornherein sagen, nee, nee, das klappt sowieso nicht, dann glaube ich, hängt das damit zusammen, was ich vorhin gesagt habe, dass unser Gehirn diese Unvorhersehbarkeit im Ganzen nicht aushalten mag.
00:25:07: Und da braucht es gar nicht einen konkreten Grund, sondern es ist unvorhersehbar.
00:25:11: Unangenehm, unangenehmes Gefühl fürs Gehirn, wende ich mich einfach sofort ab.
00:25:15: Genau.
00:25:16: Und wenn du sagst, es gibt ohne Risiko keine Entwicklung, das ist ja in sich logisch.
00:25:20: Denn dann wüsste man ja schon, wohin etwas führt.
00:25:23: Dann wäre es schon festgelegt.
00:25:26: Und ein wildes Aussprossen, somit gar nicht mehr möglich.
00:25:29: Ein wildes Aussprossen?
00:25:30: Ja!
00:25:31: So, chaos-theorie-mäßig, wie sich die Welt nun mal entwickelt.
00:25:35: Wenn ich überlege, wie Wurzeln wachsen.
00:25:38: Ja.
00:25:38: dann wachsen die auch in alle Richtungen in manche, und zwar wild, machen alles, überall hin.
00:25:43: Und irgendwo stoßen sie vielleicht doch was, was nicht gut funktioniert, dann hören sie dort auf und machen mit dem anderen weiter.
00:25:49: Also wenn du ein Leben willst, das Wild aussprost,
00:25:51: dann musst
00:25:52: du einfach auch mal in irgendeine Richtung wachsen.
00:25:54: Ja.
00:25:54: Jetzt
00:25:55: sagt die Wurzel.
00:25:56: Nee, lass mal.
00:25:58: Wer weiß?
00:26:00: Nachher komme ich an die Oberfläche, dann werde ich ein Blatt.
00:26:03: Nee, wer weiß, was schiefgehen könnte.
00:26:08: Ja, guck mal, bei einem Baum kommt uns das komisch vor, der wächst einfach, der macht das einfach.
00:26:12: Der reckt sich zum Licht und wächst, so wie er eben kann vor dem Hintergrund der gegebenen Umstände.
00:26:19: Naja.
00:26:20: Es gibt in der Reue Theorie erstmal die Unterscheidung zwischen den Fehlern ganz grob, die wir machen können, durch einmal handeln und das andere mal durch nicht handeln.
00:26:30: Es kann ein Fehler sein zu handeln, es kann auch ein Fehler sein, nichts zu tun.
00:26:34: Beides kann man bereuen.
00:26:36: Stell dir vor, du bist auf dem Aktienmarkt und dann kaufst du eine Aktie und die fällt, wann Fehler durchhandeln.
00:26:43: Oder du kaufst eine Aktie nicht und die steigt, dann war das ein Fehler durch nicht handeln.
00:26:49: Ja, aber solche Abwägungen können Leute auch ganz schön fertig machen, weil sie häufig auch da versuchen, die Ergebnisse Vorher zu sehen, also so was passiert, wenn ich jetzt ein Jahr ins Ausland gehe, wird das ein Fehler gewesen sein?
00:27:03: Oder wird der Fehler darin bestehen, es nicht gemacht zu haben?
00:27:07: Und versuchen dann, die Realität mit dem Paralleluniversum, in dem es anders hätte sein können, zu vergleichen.
00:27:14: Und das ist ja im Grunde nahezu aussichtslos, oder?
00:27:18: Ja, und da liegt nachher auch der Trick drin, wenn du die Wahl hast zwischen machen und nicht machen, sagt die Psychologische Forschung.
00:27:26: machen.
00:27:27: Das kann in die Hose gehen.
00:27:28: Du tust etwas und das Ergebnis ist möglicherweise ein schlechtes.
00:27:32: Und deine Reue ist stark, aber zeitlich begrenzt.
00:27:39: Das heißt, du startest einen Flirtversuch, der geht in die Hose.
00:27:43: Du kriegst einen Korb.
00:27:44: Das fühlt sich so unangenehm an.
00:27:47: Das brennt heiß, ist total peinlich.
00:27:50: Und das geht auch eine Zeit lang.
00:27:51: Aber unser Gehirn, unsere Seele, hat Mechanismen.
00:27:55: damit klarzukommen.
00:27:56: Wir schaffen das uns das irgendwie zu erklären.
00:27:59: Und ein Fehler, in Anführungszeichen, den wir gemacht haben, der wird in den allermeisten Fällen immer irgendwie seelisch abgepuffert.
00:28:07: Passiert das aber nicht?
00:28:08: Die Liebe wird nicht offenbart.
00:28:11: Dann kann es sein, dass so Jahrzehnte später immer noch denkst, hätte ich das mal gemacht, was tolles hätte aus meinem Leben werden können.
00:28:20: Und das kannst du dir sozusagen nicht so gut weg erklären.
00:28:23: Die Forschung dazu ist relativ robust und es ist fast schon eine allgemeine Wahrheit geworden, dass wir wissen, dass Menschen am Ende ihres Lebens für gewöhnlich das am meisten bereuen, was sie nicht getan haben, kaum das bereuen, was sie getan haben.
00:28:40: Es ist, wenn man genau in die Forschung guckt, ein bisschen kontextabhängig nach Thema, auch nach Schwere, aber ganz allgemein ist die Erkenntnis, Reue kurzfristig ist für das Handeln Sehr stark, das bereuen wir kurzfristig.
00:28:55: Auf lange Sicht bereuen wir, was wir nicht getan haben.
00:28:58: Auch das wieder ist ein Plädoyer für ein Ja.
00:29:02: Das heißt also, der Geist scheint besser umzugehen mit verpassten Chancen als mit verpassten Chancen.
00:29:08: Super,
00:29:09: ja, ja, absolut, genau.
00:29:11: Also ich
00:29:11: habe es wenigstens probiert, ist besser als, ach, hätte ich doch.
00:29:15: Und ich finde, das passt auch nochmal gut dazu, dass es wiederum darum geht.
00:29:20: Unbequemlichkeit und Unbehagen in Kauf zu nehmen.
00:29:23: Ja, wir merken, wie schwierig das ist.
00:29:24: Auf der einen Seite kann es eine gewisse Angst geben, zu den Ja zu sagen, etwas zu tun.
00:29:30: Und gleichzeitig ist es dann auch noch anstrengend.
00:29:33: Also nicht nur Angstigt es mich, sondern es ist auch noch schwierig und anstrengend.
00:29:38: Und das dann trotzdem zu machen, das erinnert mich so ein bisschen an Sisu.
00:29:42: Ja, Sisu müssen wir, glaube ich, noch mal erklären.
00:29:44: Sisu, das ist ein finnisches... Kulturwort, wenn man so will.
00:29:49: Das gibt es schon seit über fünfhundert Jahren.
00:29:51: Und es beschreibt sowas wie Mut, Nervenstärke, Durchhaltevermögen.
00:29:58: Es ist eine Haltung, auf die die Finnen sehr stolz sind.
00:30:02: Und dieses Konzept ist inzwischen auch psychologisch erforscht.
00:30:06: Es gibt vor allen Dingen eine finnische Forscherin, die heißt Emilia Elisabeth Lachty.
00:30:10: Sie ist Finnen, hat aber an der University of Pennsylvania mit Angela Duckworth und übrigens auch unter Martin Seligman studiert und hat ihre Doktorarbeit über CISU geschrieben.
00:30:21: Und bei CISU geht es halt darum, dass man auch in Momenten, in denen es extrem schwierig ist, auf so eine Art innere Kraftreserve zurückgreift, auf die man sich auch verlassen kann, also die jeder Mensch so in sich hat, eben diese innere Stärke.
00:30:41: die einen in herausfordernden Situationen einfach befähigt, das auch durchzuziehen.
00:30:47: Ja, aber so ganz stumpf, einfach nur durchziehen, ist jetzt nicht unbedingt gemeint, ne?
00:30:52: So, Dorf Teufel kommt raus, alles bis zur Selbstaufgabe aushalten zu müssen.
00:30:56: Nee, gut, dass du das sagst.
00:30:57: Also, da unterscheidet Emilia Lachty tatsächlich auch zwischen einem förderlichen Sisu, einem nützlichen Sisu und einem eher schädlichen Sisu.
00:31:06: Also, sie sagt das, förderliche Sisu bezieht sich auf.
00:31:09: Hört diese mutige Haltung, Herausforderungen gegenüber, dass man eben nicht passiv resigniert, sondern schon auch tut, was man kann und an seine Stärke glaubt und an seine verborgene Kraft und dass man vielleicht gerade in extremen Situationen sich selber daran erinnert, dass man manchmal mehr kann, als man zuvor glaubte.
00:31:27: Und das schädliche Sissu gibt es aber eben auch, das ist das, was du jetzt gerade sagst, also dieses bissige, rigide, sture Durchziehen.
00:31:35: auch wenn es schon schädliche Effekte hat oder wenn es andere schädigt oder wenn das gegen jede Vernunft ist.
00:31:41: Also das ist dann das eher schädliche Sisu.
00:31:44: Da geht es jetzt nicht darum, bei Sisu sich kaputt zu arbeiten oder Grenzen zu überschreiten oder Munte ins Burnout zu spazieren, sondern was ich mit Sisu meine, ist eigentlich eher sowas wie eine freundliche Erinnerung, dass das auch in dir steckt.
00:31:57: Und ich sage das auch ungefähr genauso zu meinen Kindern, auch gar nicht mal so selten, dass immer, wenn es irgendwas zu tun gibt und dann sagen die, ich habe keinen Bock.
00:32:07: Was sage ich dann?
00:32:08: Dann mach's halt mal was, was dir keinen Spaß macht.
00:32:11: Genau, das halte ich auch ehrlich gesagt für eine starke Fähigkeit.
00:32:15: Muss nicht alles immer Spaß machen und kuschelig und lustig, sondern zu merken, ja gut, ich kann auch Sachen durchziehen, die ich jetzt nicht gerade hitverdächtig spaßig finde, aber auch in mir steckt mehr Kraft, als ich manchmal denke.
00:32:28: Da bin ich persönlich schon sehr hinerzogen worden, aber auch ganz dankbar.
00:32:32: Aber ich gebe dir recht, man muss aufpassen, dass das nicht in so eine rigide und selbst ausbeuterische Richtung kippt, in so eine... angestrengte Art von CISU.
00:32:43: Da würde ich gerne gleich noch was dazu sagen, was natürlich auch bei unseren Bröhliches neues Ja-Strategien auch sicherlich Fallstricke sein könnten.
00:32:52: Der Trick beim Ja sagen, beim Nein sagen, beim Selbstfürsorglich sein, beim Sozial sein, wie auch immer, liegt am Ende in den meisten Fällen darin, dass das Entwicklungsfeld immer auf der anderen Seite ist, von der man steht.
00:33:08: Jemand, der zu viel Nein sagt, zu zurückgezogen ist, muss sich zu mehr Ja entwickeln.
00:33:14: Jemand, der zu jedem, der um Hilfe fragt Ja sagt, muss sich zu mehr Nein entwickeln.
00:33:18: Denn ein Ja ist nur dann ein gutes Ja, wenn auch ein Nein möglich wäre.
00:33:24: Ja, genau.
00:33:25: Also wer sowieso immer Ja sagt, weil er Nein gar nicht kann, der sagt ja nicht kraftvoll Ja.
00:33:30: aus einer Entscheidung heraus, sondern weil er sowieso nicht anders kann.
00:33:34: Das ist was anderes.
00:33:35: Das ist nicht das, was wir heute meinen.
00:33:37: Ja, da muss man etwas umdeuten und sagen, er braucht es mehr.
00:33:40: Ja zu sich selbst.
00:33:42: Ich habe noch ein Ja.
00:33:44: Und zwar Ja zu Stress.
00:33:46: Ja zu Stress?
00:33:47: Ja, und zwar ist Stress, glaube ich, in gewisser Weise missverstanden.
00:33:53: Insofern, als wir natürlich zurecht immer wieder über Stress sprechen, als Faktor der unsere Gesundheit gefährdet.
00:33:57: Also Stress ist ein Faktor bei Herzkreislauferkrankungen, aber auch bei psychischen Erkrankungen.
00:34:03: Und ich glaube, wir vergessen dabei manchmal, dass wir in diesen Fällen über chronischen Stress sprechen oder zu viel Stress.
00:34:11: Das bedeutet aber nicht, dass man sich sein Leben maximal stressfrei gestalten müsste oder auch nur, dass es realistisch ist, dass man nie Stress hat.
00:34:21: Und das ist auch nicht gewünscht und auch nicht gefragt.
00:34:23: Und ich glaube, wir haben uns so dahin entwickelt, Stress per See für gefährlich oder bedenklich zu halten, dass wir ihm auf jeden Fall ausweichen müssen und das nicht der Fall.
00:34:35: Ich habe ein Buch gelesen von Kelly McGonigal.
00:34:37: Das ist jetzt schon eine Weile her und ich hoffe, ich bringe das noch richtig zusammen.
00:34:41: Aber da waren für mich zwei bemerkenswerte Erkenntnisse drin.
00:34:46: Die eine war, dass Stress sich vor allen Dingen für diejenigen Menschen schädlich auswirkt, die den Stress für schädlich halten.
00:34:57: Das heißt, wenn du in einer stressigen Lebensphase drin bist und dann Metergedanken über den Stress entwickelst, die lauten, oh je, das schadet mir oder das macht mich krank oder so, dann hat das tatsächlich negativere Auswirkungen, als wenn du in der gleichen stressigen Situation drin steckst und das aber verarbeitest als, ja gut, den Stress brauche ich jetzt aber auch, der gibt mir Energie.
00:35:19: Das ist so was wie mein Motor, der mich jetzt da durchtreibt.
00:35:23: Also das heißt, die Bewertung von Stress scheint eine große Rolle zu spielen.
00:35:28: Das finde ich interessant.
00:35:30: Und das andere, was ich aus dem Buch erinnere, ist, dass Menschen mit höheren Stresspunkten sozusagen in ihrem Leben, ihr Leben auch als bedeutsamer wahrnehmen.
00:35:42: Das heißt ja, die sind in unruhigem Fahrwasser immer wieder, die setzen sich Situationen aus, für die sie vielleicht nicht immer die passenden Ressourcen haben oder nicht immer sofort eine Lösung haben, die sind in Situationen, die sie als unsicher erleben.
00:35:55: Oder wie war dein Wort für Chaos?
00:35:57: Das
00:35:57: ist nicht genau Chaos, unordentlich.
00:35:59: Ist in Ordnung Entropie.
00:36:01: Genau.
00:36:02: Also Menschen, die das häufiger haben, haben auch häufiger Stress, weil sie aus ihrem gewohnten Bahn austreten.
00:36:11: Gleichzeitig empfinden sie mehr Bedeutsamkeit in ihrem Leben.
00:36:16: Und man muss auch sagen, dass es häufig diese Dinge sind, die uns am meisten stressen, die unserem Leben tatsächlich auch am meisten Bedeutung geben.
00:36:24: Kinder beispielsweise?
00:36:26: Ja, nun.
00:36:27: Zum Beispiel.
00:36:28: Das ist mein Ja zu Stress.
00:36:32: Nicht zu chronischem Stress, nicht zu einer dauerhaften Überforderung, aber zu diesem Stress, den man immer dann empfindet, wenn man sich in eine neue Situation hineinbegibt und noch nicht über alle Kenntnisse, alle Ressourcen, alle Fähigkeiten verfügt, um damit supergeschmeidig umzugehen.
00:36:50: Dann haben wir immer Stress.
00:36:52: Und ja, zu diesem Stress zu sagen, finde ich auch super wichtig.
00:36:57: Frank, das spielt in so viele andere Dinge mit rein.
00:36:59: Ich kann die gar nicht alle jetzt sagen.
00:37:01: Eins davon ist beispielsweise, dass das Leben dann länger dauert und zwar gefühlt.
00:37:07: Wenn du in diesen Stressphasen bist, wenn du was Neues machen musst, dann hast du daran Erinnerung.
00:37:13: und in der Rückbetrachtung, wenn du immer das Gleiche machst, wenn du aus einer Komfortzone nicht rausgekommen bist, wenn du immer das Gleiche gegessen hast, am gleichen Ort warst, das Gleiche getan hast, dann schrumpft deine Erinnerung von Jahren zu, keine Ahnung, einem winzigen fünf Minuten Film.
00:37:29: Hast du aber viele verschiedene Szenen an verschiedenen Orten, mit verschiedenen Tätigkeiten, dann wird dieser Erinnerungsfilm länger und damit wird auch die gefühlte Zeit, die vergangen ist, länger.
00:37:40: Du
00:37:40: hast einfach mehr erlebt, also die Zeit mehr gefüllt sozusagen.
00:37:44: Ja.
00:37:45: Und das ist interessant, weil wir hatten ja ganz am Anfang schon gesagt, ganz viele Menschen haben sich ihr Leben so eingerichtet, dass sie Erfahrungen vermeiden.
00:37:53: Und das ist deshalb so traurig, weil wir auch wissen aus der Gedächtnisforschung, dass wir Dinge vor allen Dingen gut verarbeiten, bei denen eine starke Emotionalität beteiligt war.
00:38:06: Wir erinnern uns vor allen Dingen an stark emotionale Momente, im Guten wie im Schlechten.
00:38:11: Oder du an Essen, an Momente mit besonderem Essen, im Guten wie im Schlechten.
00:38:17: Ein sehr
00:38:17: gutes Essen, darin erinnere ich mich für immer.
00:38:20: Genau.
00:38:21: Aber was bedeutet das, wenn wir Emotionalität so stark vermeiden?
00:38:26: kann das auch bedeuten, dass wir uns ein wahnsinnig gemütliches, wahnsinnig ereignisarmes, wahnsinnig stressloses Leben eingerichtet haben, indem wir uns abschirmen vor Herausforderungen, vor Stress, vor Anstrengungen und auch eben vor Emotionalität.
00:38:40: Aber an was werden wir uns denn erinnern wollen irgendwann?
00:38:43: Und ich hatte mal einen Patienten und das werde ich nie vergessen, das war in der Gruppentherapie und da hat er von dem Das schissendsten Motorradurlaub erzählt den er je hatte und er ist mit seiner Motorradgruppe in so eine Art Eisfegen gekommen.
00:38:57: oder eigentlich nur von Regen zu Regen, also von Brücke zu Brücke gefahren.
00:39:00: Und sie haben die ganze Zeit nur vollkommen durch Nest unter irgendwelchen Brücken rumgestanden.
00:39:05: Und obwohl das in dem Moment eine ganz miese Erfahrung war und hätte man die Gruppe damals gefragt hätten, die die bestimmt vermeiden wollen, aber im Rückblick ist das was, wo die ewig darüber erzählen und lachen müssen und was die Gruppe auch irgendwie zusammengeschweißt hat, verstehst du, was ich meine?
00:39:22: Also manchmal ist es auch schade, wenn man sich Erfahrungen verwehrt.
00:39:25: Weil sie ungemütlich, unbequem, anstrengend oder sonst was sein könnten.
00:39:29: Man bringt sich um so viele Geschichten, die einfach ins Erinnerungsalbum gehören.
00:39:36: Ich muss gerade, wo du das sagst, an eine ähnliche Szene denken.
00:39:39: Mit Freunden auf dem Boot, auf der Ostsee.
00:39:41: Unfassbarer Regen.
00:39:43: Also ich weiß genau, dass ich diese Erfahrung nicht machen wollte, als ich drinsteckte.
00:39:48: Das
00:39:49: war komplett nass, das war unfassbar kalt.
00:39:51: Aber jetzt geht's.
00:39:55: Das ist immerhin der Thema.
00:39:56: Ja, es ist gleiche.
00:39:57: Genau.
00:39:58: Das heißt ja nicht, dass man sich halt über Kopf in alle schlechte Erfahrungen stützen muss.
00:40:02: Man darf halt nur wissen, dass das Eingehen eines Risikos durchaus was Schlechtes sein kann.
00:40:08: Es ist aber eben auch hilfreich zu wissen, dass man aus dem Schlechten gut rauskommen kann.
00:40:13: Das heißt nicht nur der Erfolg bringt einen guten Lerneffekt, sondern auch die Tatsache, dass man mit dem Misserfolg umgehen konnte.
00:40:21: Es ist sogar so, dass Erfolg im Sinne von, ich habe Erfolg im Leben oder mit Karriere und so weiter, was ja häufig am Glück hängt.
00:40:30: Man muss ja Glück haben, dass irgendwas passiert.
00:40:32: Wir hatten mehrfachst sehr viel Glück, dass unser Leben dann so gelaufen ist, wie es bis hierhin gelaufen ist.
00:40:38: Und diese Art von Glück kann man nicht erzwingen, man kann aber Zufall provozieren.
00:40:42: Und da gibt es auch schöne Modelle dazu, dass dieses auf Englisch heißt es Serendipity, also glücklicher Zufall.
00:40:50: Lustig, dass es im Deutschen kein Wort dafür gibt.
00:40:52: Aber ein glücklicher Zufall, dass man die Chance auf einen glücklichen Zufall erhöhen kann, wenn man etwas dafür tut.
00:41:00: Da sind wir wieder im Tun, im Jahr sagen.
00:41:02: Zum Beispiel, indem man rausgeht.
00:41:04: Und dazu gibt es sociologisch diese Idee der Strength of weak ties, also die Stärke von schwachen Verbindungen.
00:41:13: Übrigens, ich muss das hier ganz kurz einschieben.
00:41:16: Manchmal fragen sich Leute immer wieder, schreiben uns auch E-Mails, warum wir ständig Englisch sprechen.
00:41:21: Das liegt daran, dass das alles englische Literatur ist, die wir lesen und dass wir versuchen, das möglichst korrekt rüberzubringen und deshalb auch die englischen Titel dieser Arbeiten oder dieser theoretischen Konstrukte nennen, für die es manchmal gar keine deutsche Übersetzung gibt.
00:41:37: Das ist nicht, weil wir uns über jemanden heben möchten oder besonders schlau rüberkommen möchten, sondern einfach, weil das die original Bezeichnung dieser Konstrukte ist.
00:41:46: Diese Weaktice, diese schwachen Verbindungen, damit werden Verbindungen zum Menschen bezeichnet, die nicht im engsten Kreis sind, also nicht Familie und beste Freunde, mit der Idee, dass ja die Leute, die ich in meinem engen Innerenkreis habe sowieso das gleiche Hintergrund wissen haben, vielleicht die gleiche Bekanntschaft, das gleiche Netzwerk, die gleichen Interessen.
00:42:08: Und Menschen, die entfernter bekannt sind, die kennen andere Leute, die haben andere Ideen, die sind in anderen Kreisen und die können vielleicht neuen Input geben.
00:42:16: Deswegen ist es für eine Weiterentwicklung, zum Beispiel beruflicher Art, total sinnvoll, viele von diesen schwachen Verbindungen zu haben.
00:42:24: Und die wiederum bekommt man, wenn man viel ja sagt und die entstehen lässt.
00:42:30: Also ja zu neuen Kontakten, ja zu Input von eher außenstehenden Leuten.
00:42:37: Du kannst Dinge über Muscheln erfahren.
00:42:40: Oder über das Häkeln.
00:42:42: Na gut, du hast es jetzt von mir.
00:42:43: Ich bin nicht so schwacher Kontakt.
00:42:48: Nein.
00:42:49: Nein, aber ich verstehe, das ist total gut.
00:42:51: Also wenn du mit Leuten ganz eng verbacken bist, ist die Wahrscheinlichkeit nicht so hoch, dass da sich innerhalb dieses Netzwerks ganz viel Neues ergibt.
00:43:00: Also ja, auch zu deinem weiteren loseren Netzwerk.
00:43:06: Und ja, zu eins zu
00:43:07: bauen.
00:43:07: Da heißt, kommst du mit auf die Party?
00:43:10: Dann sagst du,
00:43:11: ja.
00:43:11: Und dann fragst du mich, hast du Bock?
00:43:13: Und dann sag ich, nein.
00:43:15: Aber dann mach ich mal was, worauf ich keinen Bock hab.
00:43:19: Bevor wir zu den ganz konkreten Tipps kommen, wie man das macht und was er dabei helfen kann, lass uns aber vielleicht noch dazu kommen, wo da auch ein bisschen glatter sein könnte.
00:43:28: Ja, und das ist mir jetzt auch total wichtig, weil bei all dem, was wir jetzt gesagt haben, also ... Ja zu Mut, ja zu Unbequemlichkeit, ja zu Trotzdem machen, ja zu Risiko, ja zu Kontakten, ja zu Neugier, wir hatten ja jetzt eine Menge genannt, ist natürlich immer so eine gewisse Nähe dazu, zum Beispiel dieser Hassel-Kulture, weißt du?
00:43:50: No pain, no gain und du musst immer ans Limit gehen und Grenzen sind nur zum Überwinden da und so, also so diese bestimmte Coaching-Bubble, die sich da drauf... kapriziert.
00:44:02: Und das ist nicht das, worauf wir hinaus wollen.
00:44:05: Und ich hatte ja schon gesagt, dass die Psychologische Forschung zu Sisu zum Beispiel klar unterscheidet zwischen dem förderlichen und dem schädlichen Sisu, nämlich dann, wenn das in Selbstausbeutung kippt oder wenn man eigene Grenzen missachtet.
00:44:20: Und deshalb möchte ich das nochmal betonen, dass ein Ja nur dann Gut ist, wenn es aus einer Position von Stärke kommt und nicht aus einer Position von einem komischen Zwang, den man sich selbst auferlegt oder weil man meint, man müsste das so machen.
00:44:35: Also wie du gesagt hast, es ist nur ein gutes Jahr, wenn ich genauso frei auch nein sagen könnte, aber mich für das Jahr entscheide und nicht, weil ich mich irgendwie so einer komischen Anstrengungskultur unterwerfe.
00:44:48: Also da, das wäre ja quatsch, wenn ausgerechnet wir als Psychotherapeutinnen dafür plädieren würden, wo wir an anderen Stellen ja allzu oft auch genau davor waren und genau dazu ermuntern, die eigenen Grenzen auch kennenzulernen und ernst zu nehmen, weil das ist das, wo es natürlich riskant wird und auch gesundheitsbedrohlich.
00:45:07: Und eine Sache ist mir sehr wichtig, wenn es die ganze Zeit um Mindset und Selbstwirksamkeit geht und wenn wir jetzt auch noch sagen, ja, du musst das machen, dann kann das auch mal ins Victimblaming kippen.
00:45:18: Also das heißt, naja, wenn irgendwas nicht geklappt hat, Dann bist du ja selber dran Schuld.
00:45:22: Du hast nur nicht das richtige Mindset gehabt.
00:45:24: Du hast dich nicht angestrengt.
00:45:26: So funktioniert das Leben natürlich nicht.
00:45:28: Es gibt verschiedenste Umstände und Probleme in dieser Welt und durch Erkrankung und so weiter.
00:45:34: Der hilft es nicht, einfach mit einem fröhlichen Jahr und mutig in die Welt zu gehen.
00:45:38: Das wäre zynisch, das zu behaupten.
00:45:40: Ja, genau.
00:45:41: Und was ich auch schwierig finde und wovon ich mich auch abgrenzen möchte, ist diese, was dich nicht umbringt, macht dich stärker.
00:45:48: Rhetorik.
00:45:49: Also Stress.
00:45:50: oder große Belastung ist nicht unter allen Umständen gut oder begrüßenswert.
00:45:54: Ich hatte das eben schon gesagt, es geht mir nicht darum, jetzt plötzlich zu behaupten, Stress ist unter allen Umständen super, sondern nein, es gibt zu viel Stress, es gibt chronischen Stress, es gibt große Belastungen, es gibt Trauma und alles davon kann einen auch kaputt machen.
00:46:09: Und daran ist nichts gut und das kann dich durchaus nicht nur stärken, sondern es kann dich faktisch auch zerstören.
00:46:15: Also was wir meinen, ist eben ein Ja zu... dosierten Herausforderungen, zu dosierter Unbequemlichkeit, aber du musst nicht ja sagen zu allem, was das Leben dir hinwirft, du musst nicht alles akzeptieren, du musst nicht alles begrüßen, sondern idealerweise ist das alles auch der Stress, den du erlebst, eingebettet in Unterstützung, in Erholung und auch in Beziehung zu anderen Menschen, die dich auch unterstützen können.
00:46:39: Also wir distanzieren uns ganz klar von jeder Art von Hasselkulture, Victimblaming, oder dieser Rhetorik, die es so stehen lässt, so nach dem Motto Mensch, sei doch froh über das Trauma.
00:46:52: Es hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist.
00:46:55: Das ist wirklich, wie du gerade schon gesagt hast, sehr zynisch.
00:46:58: Und das ist nicht das, wo wir mit unserem fröhlichen neuen Jahr hinwollen.
00:47:04: Absolut.
00:47:04: Und damit komme ich noch zu zwei Sachen, wann ein Jahr absolut nicht angebracht ist.
00:47:11: Und das ist nämlich dann, wenn es gegen deine eigenen Werte verstößt.
00:47:15: Ja, wichtig.
00:47:16: oder noch schlimmer, wenn es was Illegales ist.
00:47:20: Ja?
00:47:21: Ja, komm, geh doch mal ein Risiko ein.
00:47:23: Nie, ach so, diese Art von Risiko meinten wir auch nicht.
00:47:25: Du sagst mir vielleicht auch noch erwähnt.
00:47:27: Und auch ein bisschen Vorsicht bei einer Art manipulativen Überredung.
00:47:31: Also, wenn deine Freund wollen, dass du mit ihm mal spazieren gehst, zu einer Party gehst, ein Urlaub machst, wo du noch nie warst, trau dich mal ruhig zu einem Ja.
00:47:39: Mhm.
00:47:40: Aber wenn jemand versucht dich zu manipulieren oder durch eine ständige Redundanz, Und Druck zu einem Ja zu bewegen, das Vereining ihm nützt, nicht dir.
00:47:50: Da, lieber Vorsicht.
00:47:52: Ansonsten hilft es sehr, Tipp Nummer eins, wenn du dir klar machst, dass wer Ja sagt, nicht B sagen muss.
00:47:59: Wer Ja sagt, muss auch Ne sagen.
00:48:03: Also, was wir damit meinen, viele denken, dass ein Entschluss zu einer Sache bedeutet, man müsste sie von vorne bis hinten immer durchziehen.
00:48:12: Das ist nicht der Fall.
00:48:13: Der absolute Großteil der Entscheidung ist in irgendeiner Form reversibel.
00:48:19: Man kann zu vielen Ja sagen und das ausprobieren und man ist nicht darauf festgenagelt, das für immer durchzuziehen.
00:48:25: Also wenn ich dir jetzt den Granny Stitch beibringe, du darfst auch wieder aufhören zu hekeln.
00:48:30: Ja bitte.
00:48:33: Ja das meine ich, ich entscheide mich nicht ein Hekler zu werden.
00:48:36: Damit.
00:48:37: Es wird nicht deine neue Personality meinst du.
00:48:39: Wer
00:48:39: weiß?
00:48:40: Okay, wir gucken mal, wir lassen's drauf ankommen.
00:48:43: Ich hab auch noch einen.
00:48:44: Und zwar gibt es so Menschen, und übrigens beobachte ich das manchmal auch in der Erziehung tatsächlich, dass viele Menschen fast schon reflexhaft Nein sagen.
00:48:53: Ohne zu hinterfragen, warum eigentlich?
00:48:56: Warum sage ich Nein?
00:48:58: Worum geht's mir eigentlich genau?
00:48:59: Bei der Ablehnung jetzt.
00:49:01: Und wenn man sich dahin geht, man selber überprüft und merkt, dass das Nein Erstens vielleicht ein bisschen reflexhaft kam und zweitens vor allen Dingen der Vermeidung dient, eben der Vermeidung von vielleicht einer neuen Erfahrung, einer möglichen Unbequemlichkeit, eines Risikos oder einer Anstrengung, dann kann ich hinterfragen, was mich das gleichzeitig kostet.
00:49:22: Worum bringt mich das, wenn ich jetzt Nein sage und was könnte es mir trotzdem bringen, Ja zu sagen?
00:49:27: Also einfach... dass man sich beim Nein sagen und beim Ja sagen, mal besser beobachtet und jeweils das, was man zu gewinnen hat und das, was man zu verlieren hat, in Relation setzt.
00:49:37: Und da kommt was ins Spiel, was ich halt so oft sage.
00:49:40: Es kann sein, dass kurzfristig irgendwas abzulehnen entlastend ist, so wie wir das gesagt haben, und wir eine kurze Unbequemlichkeit dadurch uns ersparen.
00:49:49: Aber was würde es langfristig bedeuten?
00:49:51: Ich hätte es trotzdem gemacht.
00:49:53: Okay, manchmal fehlt mir persönlich dafür, bis ich den vielleicht die Fantasie oder auch der in dem Moment die Zeit darüber nachzudenken, was mir aber helfen kann, ist der fünf Minuten Trick.
00:50:04: Nehmen wir das Hekel, habe ich keine Lust drauf, aber ich sage mir, mein Gott, ich mach's nur fünf Minuten.
00:50:10: Fünf Minuten.
00:50:11: Dann ist das ein Jahr, das ist zwar begrenzt, vielleicht wird's ja doch was.
00:50:15: Aber ich mach's nur fünf Minuten, dann fällt es mir leichter und das geht mit ganz vielen Sachen so.
00:50:20: Auch zur Party gehen kannst du, wenn du dir sagst, naja gut, dann gehe ich halt nach einer halben Stunde.
00:50:25: Ja, also sich kurzfristig zumindest mal drauf einzulassen.
00:50:29: Mal wie so ein großen C ins eiskalte Wasser strecken.
00:50:32: Und wenn man dann merkt, ah ja, okay das Wasser ist zum ersten Moment eiskalt, aber dann gewöhnt der Körper sich ja dran, dann kann man ja vielleicht auch mal mit beiden Füßen reingehen und dann bis zum Hintern und dann irgendwann gehst du im Eiswasser baden.
00:50:46: Zwingt dich ja niemand Kopf über rein zu springen.
00:50:49: Ja?
00:50:50: Dritter Tipp?
00:50:51: Über Ja sagen durch Neugier.
00:50:53: Und zwar in ganz kleinen Dingen.
00:50:55: Man gewöhnt sein Gehirn daran, immer wieder einfach neugierig zu sein, neue Sachen zu machen.
00:51:00: Und das geht durch Kleinigkeiten.
00:51:02: Nimm einen anderen Weg zur Arbeit oder nimm einen anderen Weg nach Hause.
00:51:06: Probier in dem Restaurant, dass du von mir aus schon kennst, irgendwas, was du noch nicht gegessen hast.
00:51:11: Von dem du vielleicht noch nicht mal erwartest, dass es gut schmeckt.
00:51:14: Probier was anderes, was ungefährlich ist.
00:51:17: Viertens.
00:51:18: Die Unbequemlichkeit, aber auch teilweise die körperlich spürbaren Symptome, lasst dich von denen nicht verunsichern.
00:51:26: Viele Menschen verwechseln hier zum Beispiel diese vollkommen normalen Zeichen von Nervosität und Stress, die jeder Mensch immer hat, wenn er sich auf was Neues einlässt, mit ihrem Bauchgefühl.
00:51:40: und sagen dann sowas wie, nee, da habe ich jetzt ein schlechtes Bauchgefühl oder das ist nicht meins oder das passt nicht zu mir, das signalisiert mir gerade meinen Körper.
00:51:49: Und das ist, wie gesagt, häufig ein Missverständnis.
00:51:52: Unser Körper reagiert ganz normal auf jede neue Anforderungssituation.
00:51:57: Erst mal mit spürbaren Symptomen wie Herzklopfen, vielleicht auch vermehrter Schweißproduktion.
00:52:03: Und vielleicht hilft dir das, wenn du sagst, das ist eine normale Körperreaktion, so... reagiert mein Körper, wenn er mir Energie zur Verfügung stellt, wenn er weiß, dass jetzt was Neues, aber vielleicht auch was Wichtiges kommt, das ist normal und kein Zeichen, dass ich es nicht tun sollte.
00:52:21: Das ist spannend, das ist auch wissenschaftlich untersucht.
00:52:23: Man hat Gruppen gebildet, wobei die eine sagen sollte, sie sind aufgeregt vor einem Vortrag oder so.
00:52:29: oder vor einer Prüfung.
00:52:31: Und man hat festgestellt, dass diejenigen, die gesagt haben, ich bin aufgeregt, statt die gesagt haben, ich bin ängstlich, deutlich besser abgeschnitten haben.
00:52:39: Also du sagst, dieses körperliche Phänomen muss man sachgemäß labeln, eine sachgemäße Interpretation geben.
00:52:46: Genau.
00:52:47: Und nicht als negatives Zeichen wählen.
00:52:49: Du hast es neulich in einer anderen Podcast-Folge so schön gesagt.
00:52:52: Emotionen sind ja erst mal immer nur Hinweisschilder und keine Stoppschilder.
00:52:56: Ja.
00:52:57: Fünfter Tipp.
00:52:59: Such dir Verbündete.
00:53:00: Vor allem wenn es dir schwer fällt, ja zu sagen, nimm dir jemanden an die Seite, der du entweder davon erzählst, dass du das machen wirst, das macht so ein bisschen sozialen Druck oder der es mit dir macht.
00:53:12: Ja, ich finde gerade aus diesem fröhlichen neuen Jahr, was wir ja heute besprechen, kann man vielleicht auch ein Freundschaftsprojekt machen mit der besten Freundin oder vielleicht auch in der Partnerschaft, dass man sich einfach zum Beispiel einmal die Woche was absolut Neues vornimmt.
00:53:27: diese Neuigkeitshäppchen, die du vorgeschlagen hast, oder dass man gemeinsam versucht, mal die sogenannte Komfortzone ein bisschen zu dehnen, dass man was Neues lernt, sich bewusst in den Anfängerstatus begibt und so weiter.
00:53:40: Das ist immer schöner und einfacher, wenn man das zu zweit macht.
00:53:44: Oder mit mehreren.
00:53:46: Weißt du, was mit mehreren besonders gut geht?
00:53:48: Serendipity Bingo.
00:53:50: Oh,
00:53:50: ich kenne bisher natürlich nur unser beliebtes Bullshit Bingo, was denn Serendipity Bingo?
00:53:55: So habe ich mir das jetzt gedacht.
00:53:56: Na, indem du dir ein kleines Bingo-Feld machst, wo du dir notierst Mini-Challenges, umwegfahren, was neues essen, Weektie, also schwache Verbindungen ausprobieren, da könntest du den schreiben, einen alten Freund wieder anschreiben oder eine neue Mini-Verbindung schaffen.
00:54:14: Indem ich mal jemanden begrüße, den ich jeden Morgen bei der Hunde runde sehe.
00:54:17: Ja.
00:54:18: Oder die Kassiererin an der Kasse, sehr freundlich anspreche.
00:54:21: Oh Gott, jetzt kriegen wir bestimmt Ärger von ganz vielen Kassiererinnen, weil die so belästigt werden.
00:54:26: Du machst das immer, ne?
00:54:27: Du fragst auch immer, wo die Leute herkommen, weil du ihren regionalen Dialekt zuordnest und so.
00:54:33: Sie sind doch sicherlich aus Thüringen.
00:54:36: Lassen Sie mich raten aus Sul.
00:54:38: Und die Leute gucken dich immer an.
00:54:40: Ja,
00:54:40: kann man machen.
00:54:41: Und sagen ja.
00:54:41: Ja, ja, du hast gut daran.
00:54:43: Also,
00:54:45: die schwachen Verbindungen auch stärken.
00:54:47: Das kann man alles sich... explizit als kleines Projekt vornehmen.
00:54:52: Und dann hast du von mir aus vier Feldern, da kannst du abkreuzen.
00:54:54: Wer von den Freunden hat zuerst die vier Folger voll?
00:55:00: Okay, und der sechste Tipp, auch wenn wir es im Wunde schon ein paar Mal gesagt haben, zu einem echten Ja gehört auch echt Nein sagen zu können.
00:55:11: Also wenn ich gar nicht Nein sagen kann, dann ist ja mein Ja sozusagen nichts wert.
00:55:17: Also, wenn das Ja nur passiert, weil ich zu einem Nein nicht in der Lage bin, dann ist es kein Ja.
00:55:22: Also deshalb sind unsere anderen Podcast-Folgen, wo es um das Thema Nein sagen geht und Belastungsgrenzen spüren und so weiter, bestimmt eine gute Ergänzung zu diesem Ja-Sagen-Podcast, weil beides zusammengehört.
00:55:38: Üb beides.
00:55:39: Und als Letztes möchte ich noch unser persönliches Lebensmord toteilen.
00:55:44: Das lautet... Entweder es wird geil
00:55:47: oder es wird eine Erfahrung.
00:55:49: Und genau damit lassen wir uns auf ziemlich viele Sachen ein, die uns ja auch manchmal stressen und manchmal ängstigen und manchmal herausfordern.
00:55:57: Aber ich würde behaupten, das macht das Leben tatsächlich ein bisschen bunter, ein bisschen fröhlicher, ein bisschen ereignisreicher.
00:56:04: Und genau das wünschen wir, liebe Zuhörerinnen und liebe Zuhörer, euch allen auch ein buntes, ereignisreiches, fröhliches gelingendes Leben.
00:56:14: Und wir hoffen, dass ihr aus der heutigen Folge ein paar kraftvolle, starke und fröhliche neue Jahres mitnehmen konntet für das neue Jahr.
00:56:21: Wenn ihr uns davon erzählen wollt, bleiben wir gerne in Kontakt.
00:56:25: Am besten bei Instagram mit dem Händel Franka-Unterstrich, Theroti-Unterstrich-Psychologie.
00:56:31: Dort wird es wieder ein Post zur heutigen Folge geben und es wird uns sehr interessieren, welche Jahres ihr euch für das nächste Jahr vorgenommen habt, welche schon mal schief gegangen sind, aber besonders welche gut geklappt haben.
00:56:42: Danke fürs Interesse und fürs Zuhören und fürs Einschalten.
00:56:45: Danke fürs Folgen, danke fürs Netbewerten.
00:56:48: Danke für ein tolles Letztes Jahr und wir freuen uns auf zwanzig sechsundzwanzig und alles, was kommen wird.
00:56:55: Bis nächste Woche.
00:56:56: Tschüss.
00:56:59: Outtake.
00:57:01: Franka, weißt du übrigens, was eines der teuersten NINDS der ganzen Geschichte jemals war?
00:57:07: Nein.
00:57:09: Die Pikels sind mal aus Liverpool nach London zu so einem Plattenlabel gefahren.
00:57:15: haben da vorgespielt.
00:57:17: Da waren die noch unbekannt.
00:57:19: Und da gab es einen Typ namens Dick Rowe.
00:57:21: Und der hat gesagt, nein, er nimmt ihn nicht unter Vertrag.
00:57:27: Und der ist jetzt nur doch bekannt unter der Mann, der zu den Beatles Nein gesagt hat.
00:57:31: Tja, shit.
00:57:34: Hätte er mal fröhlich Ja gesagt.
00:57:35: Ja, ne?
00:57:42: Das war's für heute.
00:57:43: Ich hoffe, du konntest eine Menge frischer Gedanken für dich mitnehmen.
00:57:48: Mehr davon gibt's auch auf meiner Seite www.franca-gerouti.de Und natürlich nächste Woche wieder hier.
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