Vorfreude, oder "Zu früh gefreut!": Warum wir Angst vor schlechten Gefühlen haben
Shownotes
Vorfreude ist die schönste Freude, heißt es. Aber was, wenn sich Freuen sich gefährlich anfühlt? In dieser Folge schauen Franca und Christian auf das Spannungsfeld zwischen "Vor- und Frühfreude". Du erfährst, warum manche Menschen ihre Vorfreude sabotieren, was dahinter steckt und wann aus einem Schutzmechanismus ein echtes Problem wird.
Du möchtest eine Frage stellen?: www.speakpipe.com/psychologietogo
Am 09.05.2026 sind Franca und Christian beim ARD Sounds-Festival in Nürnberg live auf der Bühne! Tickets gibts hier: Psychologie to go! - LIVE https://bayerischer-rundfunk.ticket.io/BuUPYt60/
Die Forschung zur Urlaubs- Vorfreude findest du hier: https://link.springer.com/article/10.1007/s11482-009-9091-9
Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte!](https://linktr.ee/psychologietogo))
Du möchtest Werbung in diesem Podcast schalten? Dann erfahre hier mehr über die Werbemöglichkeiten bei Seven.One Audio!
Transkript anzeigen
00:00:00: Bevor es losgeht, ein ganz kurzer Hinweis in eigener Sache.
00:00:03: Am neunten Mai, zwei-tausendsechsundzwanzig seht ihr uns – wenn ihr mögt – in Nürnberg auf dem Sounds Festival der ARD!
00:00:10: Das wird ein grandioses Podcastfestival und wir freuen uns schon wahnsinnig endlich mal wieder auf der Bühne zu sein und euch auch zu sehen.
00:00:18: Den Link für Tickets findet ihr wie immer in den Show notes.
00:00:22: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode Psychologie To Go.
00:00:27: Das ist dein Podcast für hilfreiche Gedanken und Impulse direkt aus meiner psychotherapeutischen Praxis.
00:00:34: Hallo und herzlich willkommen zu Psychologie to Go!
00:00:37: Diese Woche geht es um das Spannungsfeld zwischen zwei Aussagen, die die meisten von uns sicherlich schon ganz oft gehört haben nämlich Vorfreude isst die schönste Freude auf der einen Seite Und auf der anderen Seite so eine Warnung freu dich bloß nicht zu früh Als wäre Vorfreude irgendwie sowas gefährlich ist.
00:00:58: Darum soll es heute gehen, es soll außerdem um Menschen gehen die sich gar nicht richtig vor freuen können und es geht um Menschen die sogar ein bisschen Angst haben vor Freude zu entwickeln und große Befürchtungen haben wenn sie in einer guten Phase sind.
00:01:17: auch das gibt's und all das wollen wir heute besprechen.
00:01:20: Und wer sind wir?
00:01:21: Ich bin Frankar Theroti, Psychotherapeutin.
00:01:23: Und ich bin Christian Beiß, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
00:01:27: Und Frankar natürlich sprechen wir auch darüber das und wie vor Freude die Gesamtheit unseres Fröhlichkeits- und Zufriedenheitslevels erhöhen kann!
00:01:37: Was bist du denn eher so für ein Typ?
00:01:38: oder was hast Du vielleicht auch im Rahmen deiner Biografie eher gehört?
00:01:43: Vorfreude ist die schönste Freude oder bist du so ein bisschen gewarnt worden?
00:01:47: Ja, freu dich mal nicht zu früh.
00:01:49: Warten wir lieber erst einmal ab!
00:01:51: Ja beides aber ehrlich gesagt... also beides habe ich gehört.
00:01:54: Aber ehrlich gesagt bin ich der Typ freue dich bloß nicht zu Früh.
00:01:59: Aber Ich bin es weil ich im Grunde meines Herzens Ein super Optimist Bin.
00:02:04: Also Du pendest zwischen totaler vorfreude und dann so einem Bremsmanöver um nicht zu enttäuscht
00:02:10: zu sein.
00:02:11: Ich muss ich muss mich bremsen
00:02:13: Verstehe.
00:02:14: Aber über die Jahre hat sich das so schön eingependelt, dass ich sehr lange und sehr viel Vorfreude empfinde – und das auch durchaus genieße!
00:02:23: Ich verwörte das manchmal sogar und bade darin...
00:02:26: In deiner Vorfreule ja, ich kenne niemanden der sich so vorfreut wie du….
00:02:31: Also wenn wir zum Beispiel eine Reise planen dann bist Du ja derjenige, der auf Street View teilweise die Straßen schon mal abspaziert oder sich im Hotel schon mal anguckt, wo da die Kaffeemaschinen steht.
00:02:44: Also du bist ja in deiner Vorfreude auch so richtig detailverliebt und da weiß ich manchmal nicht ob das bei mir dann eher eine Art Selbstschutz ist dass ich das überhaupt nicht mache also wirklich gar nicht!
00:02:56: Ja Du bist erwartungslos im Grunde genommen Oder hast du neutrale Erwartung?
00:03:01: Sowas wie Ich erwarte Dass der Bus kommt So emotional nicht besetzt
00:03:06: sag
00:03:06: ich mal
00:03:08: Ja, ist auch nicht so schön.
00:03:10: Also ich bin auch nicht der mega vorfreudige Typ.
00:03:12: Na dir du verpasst ein bisschen was.
00:03:15: Ich denke immer ja, schauen wir mal dann sehen wir schon ne?
00:03:18: Wird schon!
00:03:19: Ist nicht so Schön ehrlich gesagt.
00:03:21: also manchmal würde ich mir wünschen ich könnte bei deiner dollen Vorfreude Bisschen mehr mitschwingen.
00:03:27: aber ich bekomme bei dir auch die starken Wechsel mit.
00:03:29: ich bekam dann mit wie das von dieser sehr starken Vorfreunde kippt in so eine Vorsicht Emotionale Vorsorge.
00:03:40: Und dann denke ich immer, diese Aufregung dieses Hin und Her, dieses Pendeln das kann nicht mir sparen indem ich einfach gar nichts erwarte.
00:03:47: vielleicht habe ich es auch bisschen mit der Achtsamkeit übertrieben dass ich immer denke alles was ich habe ist das hier und jetzt und dann gucke ich mir halt an wie's in Wirklichkeit ist wenns dran ist.
00:03:56: die Sache mit der Vorfreude ist und deswegen sprechen wir heute darüber bei weitem relevanter als man glaubt und sie isst vor allen Dingen total präsent In unserem Alltag, im Gegensatz zu dir bestimmt ein Gefühl von Vorfreude.
00:04:09: Ganz viel das Leben vieler Menschen und man kann es ganz gut nachvollziehen wenn man sich auf der anderen Seite vorstellt was denn das Gegenteil von Vor Freude ist?
00:04:18: Vorsorge!
00:04:19: Nein ja naja nein nein aber das ist gar nicht so leicht.
00:04:24: ich musste jetzt länger drüber nachdenken und am Ende komme ich zur folgenden Ergebnis Angst.
00:04:30: Angst ist im Grunde genommen das Gegenteil von Vorfreude, wenn man es ein bisschen wissenschaftlich haben will.
00:04:35: Antizipieren wir Zukunft?
00:04:38: Als Menschen haben ja die Fähigkeit eine geistige Zeitreise zu machen.
00:04:42: Wir können in die Vergangenheit reisen und uns in die Situation, die dann entstehen wird, zu begeben.
00:04:49: Und wenn das eine schlechte Situation ist
00:04:52: die wir uns in der Zukunft vorstellen.
00:04:53: Ja,
00:04:54: dann empfinden wir jetzt... Da ist es aversiv und wir haben sowas wie Angst oder Bedenken je nach Schwere Grad!
00:05:00: Oder Vorsorge, wie ich gerade sagte.
00:05:03: Ja vor... Ach so Vorsorge meinst du?
00:05:06: Ach jetzt hab' ich's verstanden ja tatsächlich.
00:05:09: Na?
00:05:09: Wow Damit schlägst Du auch total schnellen Bogen.
00:05:12: schon zur Motivation, die damit eng zusammenhängt.
00:05:16: Denn wenn Du erfreut was Angst hast, Du hast eine Vorsorge Dann triffst Du Vorsorge
00:05:22: Dann wappnest du dich, dann bereitest du Dich vor.
00:05:24: Dann kümmerst Du Dich um Deine emotionale Verfassung weil das worauf Du zugehst ja offensichtlich nicht freutvoll wird.
00:05:31: Jedenfalls stellst Du es Dir nicht so vor
00:05:33: und deine Motivation etwas dagegen zu tun.
00:05:35: also du musst ja handeln.
00:05:36: Ja Vorsorge treffen bedeutet du musst was tun Und die Motivations ziehst Du daraus dass Du DICH jetzt schon schlecht fühlst.
00:05:44: Um dieses Gefühl loszuwerden tust Du Jetzt auch Was?
00:05:46: Triffst Vorsorge!
00:05:48: Und auch vor Freude hängt auf der anderen Seite ein Stück weit damit zusammen mit unserer Motivation.
00:05:54: Wenn du dir eine Zukunft imaginierst, wenn du dir was vorstellst, was total schön ist dann entwickelt sich damit auch eine Motivion etwas dafür zu tun dass das eintrifft.
00:06:03: Ja verstehe.
00:06:04: also wenn ich denke oh das wird cool oder das wird richtig Spaß machen oder das würde mich interessieren oder begeistern Dann ist die Vorfreude ein Bestandteil der Motivations die mich überhaupt von der Couch hoch hebt.
00:06:15: ja Verstehe.
00:06:17: Vielleicht können wir kurz erklären, was Vorfreude jetzt so neurobiologisch betrachtet überhaupt ist und es stellt sich heraus.
00:06:25: Das ist deshalb gar nicht so leicht Forschung dazu zu finden weil der Begriff vor Freude im englischen und amerikanischen Sprachraum gar nicht vorkommt.
00:06:35: Die haben eher sperrige Wendungen wie emotional positiv gefärbte antizipatorische Annahme.
00:06:47: Ja, aber das Wort Vorfreude finde ich auch schön.
00:06:50: Dass es das im Deutschen gibt nur macht jetzt so ein bisschen schwierig auf welche Forschung beziehen wir uns.
00:06:54: Aber vielleicht kannst du trotzdem kurz zusammenfassen was vor Freude eigentlich ist?
00:06:59: Ehrlich gesagt hast Du's mit dem englischen Begriff schon ziemlich genau umschrieben!
00:07:04: Es ist ein gutes Gefühl bei der Vorstellung eines positiven Ereignisses oder eines positiven Zustandes in der Zukunft.
00:07:13: Und im Gegensatz zu Hoffnung geht es mit dem tatsächlichen auch neu biologischen Neurotransmitter und neuronalen Netzwerk Aktivierung positiver Gefühle einherr.
00:07:25: Wenn du Hoffnung hast, dann ist es möglich dass in der zukunft etwas besser wird oder was Gutes passiert.
00:07:30: Hast Du Vorfreude?
00:07:31: Hast Du schon Gewissheit?
00:07:33: das bedeutet Gewiss halt dass es passieren wird oder eine relative gewissheit.
00:07:38: Hoffnung ist ein reines Gedankenspiel.
00:07:40: in Deinem Emotionen passiert nicht viel.
00:07:42: Also mit den echten Gefühlen, bei Vorfreude hast Du tatsächlich schon die guten Gefühle!
00:07:48: Wenn wir uns das neurobiologisch im Gehirn anschauen gehen wir im Moment davon aus dass vor Freude und der Genuss im Moment zwei verschiedene Systeme bespielt also das sowohl über verschiedene Netzwerke im Gehren als auch über verschiedene Neurotransmitter vermittelt wird.
00:08:05: Also wenn du dir vorstellst Dass du ein Eis essen wirst im Sommer.
00:08:09: Es ist draußen, es ist warm... ...es duftet die Vögel singen überall bewegt sich was.
00:08:15: es ist schön grün und du wirst dein Eis löffeln und genießen.
00:08:19: Das ist Vorfreude!
00:08:20: Und das bespielt ein ganz robustes Netzwerk in deinem Hirn und wird vor allen Dingen auch über Dopamin vermittelt.
00:08:27: Da findet sich dann auch die Verbindung zur Motivation Denn alles was uns motiviert Alles was uns Lust macht Bock auf irgendwas uns irgendwo hinzieht wird über Dopamin vermittelt.
00:08:37: Wenn du dann aber da sitzt und das genießt, das Gefühl des Kühlen im Mund hast und den tollen Geschmack hast, dann geht es über ein anderes System.
00:08:45: Dann bist du zufrieden!
00:08:46: Das geht eher übers Opioidsystem, das geht über Endorphine – und es bespielt auch ganz andere Hirnregionen.
00:08:52: Das heißt jetzt schon mich auf das Eis in Sommer zu freuen ist ein anderes system als zu sitzen unten Eis zu essen und das Eis an dem Moment zu genießen?
00:09:01: Ja genau und die Forschung unterscheidet dann einfach zwischen anticipatorischem Vergnügen in der Zukunft und konsumatorischen Vergnügen, das was jetzt ist.
00:09:11: Es gibt eine etwas böse spannende Forschung mit Meusen dazu bei denen man das Dopaminsystem stark unterdrückt hat fast maximal unterdrückt hat und man hat ihn Nahrung zur Verfügung gestellt.
00:09:23: aber ohne Dopamin sind sie zum Futter gar nicht hingegangen Sie waren gar nicht motiviert und sind fast verhungert.
00:09:29: deswegen
00:09:30: Okay Das ist mit tier-experimentellen Studien natürlich immer so eine Sache, wie übertragbar die sind.
00:09:36: Aber das hat ja eine enorme klinische Relevanz weil wir wissen dass bei Menschen mit Depression zum Beispiel gerade diese Vorfreude Komponente ganz stark beeinträchtigt ist.
00:09:49: also das heißt Menschen mit einer Depression zum beispiel können sich in dem Moment indem sie depressiv sind nicht vorstellen dass ihnen ein Eis je wieder gut schmecken will.
00:10:00: Sie haben keine Vorfreude und die Vorfreute, die sie nicht haben sorgt dafür das sie auch quasi keine Motivation haben keinen Bock haben sich auch nicht motivieren können durch den Park zu schlendern ins eiskaffee und sich ein Eis zu bestellen weil sie dieses Antizipatorische Vergnügen nicht haben.
00:10:18: Und der Punkt ist der, wenn du einem Menschen mit Depression ein Eis in die Hand drückst, schmeckt dem das genauso gut wie einen anderen auch?
00:10:27: Also das heißt, die konsumatorische Freude...
00:10:30: ...ist nicht weg!
00:10:30: Die
00:10:30: ist nicht weg, die ist da aber der Aufwand der Betrieben werden muss, die Aktivität, die man entfalten muss bei der uns allen normalerweise im gesunden Zustand die Vorfreude hilft, die scheint eingeschränkt zu sein.
00:10:44: Und wenn man diese Forschungsergebnisse anerkennt, ändert das auch noch mal ein Stück weit unser Verständnis von Depression und erklärt alles der Hauptmerkmale nämlich die Antriebslosigkeit.
00:10:54: Die wir dann beschreiben.
00:10:56: Wow!
00:10:56: Das finde ich stark.
00:10:57: Das wusste ich nicht dass Vorfreude wirklich so ein erheblich wichtiger Faktor für die Motivation ist.
00:11:03: Ist es?
00:11:04: Und des aktuellen Wohlbefindens.
00:11:06: Vorfreude kann ich über Tage tragen, wenn das Ereignis auch kurz sein mag.
00:11:09: Deine Vorfreute hält ja tatsächlich länger an und du kannst den nicht darauf zurückgreifen.
00:11:13: Bei jemandem in der Depression, der keine Vorfreunde empfinden kann ist der Tag grau!
00:11:18: Ich will vielleicht nochmal ganz kurz sagen, bei einer sehr schweren Form von Depressionen ist auch der Genuss an sich reduziert.
00:11:26: Also um da jemanden, der es mal erlebt hat, vielleicht nicht so nahe zu treten, dass es da sein müsste muss nicht...
00:11:31: Mir fällt noch was anderes Interessantes zur Vorfreude ein und zwar Stichwort vor.
00:11:36: Freude ist die schönste Freude.
00:11:39: Es gab ein niederländisches Forscher-Team, und sie haben über tausend Fünfhundert Personen hinsichtlich ihres Glücksempfindens untersucht vor, während und nach einem Urlaub.
00:11:53: Ach ja okay!
00:11:54: Und die konnten zeigen dass der größte messbare Glückseffekt tatsächlich VOR dem Urlaub lag.
00:12:02: Also die Vorfreude hatte den stärksten Anteil am Glück, im Urlaub waren die Leute zwar auch glücklich aber nach dem Urlaub fahren sie interessanterweise nicht glücklicher als die Leute die gar nicht weg waren.
00:12:16: und vielleicht kennst du das auch dieses Gefühl du kommst aus dem urlaub zurück bis zwei Tage wieder in Büro und alles ist wie immer?
00:12:23: Ja das kenne ich!
00:12:24: Das kenne
00:12:26: Und das scheint halt ein Stück weit normal zu sein.
00:12:28: Also zumindest sagen die niederländischen Forscher, dass der Effekt nach einer sehr guten, sehr entspannten Reise noch maximal zwei Wochen hält!
00:12:39: Aber wenn du vor einem Urlaub bist und machst dir vielleicht so einen Countdown in den Kalender und so viele Tage und du nährst deine Vorfreude und mahlst dir schon aus... Zum Beispiel, wie das Spaghetti-Eis lecker sein wird und der gefrorene Sahnekern in der Mitte.
00:12:56: Und... Wie die Wellen sich anhören werden!
00:12:59: Und wie du bei deinem Lieblingsitaliener essen gehen wirst.
00:13:02: Und es ist gar nicht mehr lang.
00:13:04: Das macht was mit deinem Glücksgefühl?
00:13:06: Aber dass nicht der Eindruck entsteht, es wäre egal.
00:13:09: Man muss schon den Urlaub machen damit man Vorfreude hat, man muss ihn tatsächlich gebucht haben oder dass irgendein Ereignis in der Zukunft haben, das auch tatsächlich schön wird oder von dem man annimmt, dass es schön wird
00:13:20: Ja, aber man kann daraus ja auch vor allen Dingen den Schluss ziehen.
00:13:23: Dass Leute die sich Vorfreude absichtlich verkneifen oder das Dämpfen um hinterher nicht enttäuscht zu sein dass sie im Grunde buchstäblich am falschen Ende sparen weil Wenn wir sagen, wir haben das vorher glücklich sein, mittendrin im Urlaub glücklich und das hinterher glücklich.
00:13:42: Wir wissen jetzt nach dem Urlaub bist du auch nicht mehr glücklicher als deine Kolleginnen und Kollegen.
00:13:47: Wäre dessen klar?
00:13:48: Du musst den Urlaub schon machen!
00:13:49: Aber das Beste ist eigentlich die Vorfreude!
00:13:51: Dann sollte man sie sich nicht verknifen... Und man könnte vielleicht auch sagen, dann wäre es ja super wenn man immer etwas Schönes hätte wo man so hinfiebert.
00:14:00: Wo man weiß ah da ist meine nächste kleine Insel im Alltag!
00:14:04: Da ist das Nächste wo ich mich richtig drauf freue und das müssen ja gar keine langen Reisen sein sondern nur etwas besonders Schönes auf dass du dich freust.
00:14:13: Ohja das kann ich total nachvollziehen.
00:14:15: Das trägt tatsächlich sehr zu meiner guten Laune bei dass ich mir entweder die schönen Ereignisse, die in der Zukunft fliegen bewusst mache oder wenn ich da nicht so viele sehe irgendwelche Plane.
00:14:25: Stimmt!
00:14:26: Ich frage mich gerade ob das auch eine Rolle spielt bei meiner eher nicht so krass ausgeprägten Vorfreude weil ich das immer nicht mitbekomme?
00:14:33: Weil ich die Fraktion bin, die dann sagt
00:14:35: was?!
00:14:36: In zwei Tagen ist der Urlaub und dann gerate ich eher ein Panik und denke oh Gott...ich habe gar nicht genug Hosen gewaschen.
00:14:46: Vielleicht bin ich im Vergleich zu dir auch zu vercheckt für Vorfreude, weil ich immer gar nicht mitbekomme was alles als nächstes dran ist.
00:14:53: Aber egal!
00:14:53: Also tatsächlich kann man ja Rückschlüsse daraus ziehen.
00:14:56: also sich immer so schöne kleine Vorhaben in den Alltag hineinzuplanen und sich auf die auch richtig zu freuen scheint zumindest nach dieser Forschung echt nützlich zu sein für die allgemeine Zufriedenheit.
00:15:10: Wenn wir es von der reinen neurobiologischen Seite sehen und wenn man dabei die neue Transmitte und auch die Stresshormonausschüttung betrachtet, muss das eigentlich so sein.
00:15:19: Es hilft auch ein Stück weit Dinge durchzuhalten.
00:15:22: also ich weiß dass bei der Bundeswehr als es noch den Wehrdienst gab ab einem bestimmten Zeitpunkt die Wehrpflichtigen einen Maßband hatten.
00:15:31: zum Ausrollen haben jeden Tag einen Zentimeter abgeschnitten.
00:15:35: Ich glaube, wenn es noch hundert Tage waren und sie noch hundert Tage Dienst hatten, dann gab's das Hundertzentimeter Maßband und dann wurde immer je Tag ein Zentimeter abgeschnitten!
00:15:44: Oh Gott!
00:15:45: Na ja?
00:15:46: Aber das ist durchaus der Countdown den du meintest.
00:15:49: Ja, stimmt schon.
00:15:50: ich weiß nur nicht ob ich das jetzt auf der anderen Seite so günstig finde dass Menschen einen Alltag erleben indem sie sich im Grunde von Insel zu Insel retten und denken dann ist endlich was Gutes, weißt du?
00:16:03: Das klingt ja schon sehr fatalistisch wenn du es so sagst.
00:16:06: Ja okay das stimmt auch, kann man vielleicht doch nicht vergleichen denn es hat kein gutes Ereignis gewunken sondern es sollte eines enden.
00:16:14: Ich finde aber... Da gibt es den Unterschied
00:16:15: her!
00:16:16: Ein gutes Ereignis sollte enden.
00:16:17: Nee, es sollte ein Eregnis, also die Bundeswehrzeit in dem Fall sollte Ende.
00:16:21: Ja ich verstehe aber die Idee mit den Meta-Band, die finde ich gut!
00:16:24: Also überhaupt sich zu visualisieren wann das worauf man sich freut kommen wird zum Beispiel mit so einem Zentimetermaß wo man was abschmeidet oder so ist doch eine gute Idee an sich?
00:16:34: Okay Frankar wenn es jetzt also so gut ist und die Forschung sagt dass es eine gute idee vor Freude zu haben und sie hält länger und sie trägt uns durch den Alltag warum Tendieren manche Menschen dazu, sich die Vorfreude zu verkneifen.
00:16:56: glücklich sein, negative Konsequenzen assoziieren oder sogar sich fast ein bisschen fürchten überhaupt gute positive Emotionen Glück und auch Vorfreude zuzulassen.
00:17:29: Und eine Erklärung dafür die ich ganz schlüssig finde – und ich glaube das kann fast jeder nachvollziehen ist der Effekt der sogenannten Kontrastvermeidung.
00:17:40: Und die Idee ist so, also es würde unsere Psyche uns vor Hakenbrüchen schützen wollen.
00:17:49: Zum Beispiel... vor einem Absturz aus einer großen Vorfreude, in eine tiefe Enttäuschung.
00:17:55: Das wäre ne große Fallhöhe von einem sehr positiven Gefühl...
00:17:59: Ja!
00:17:59: ...in ein womöglich sehr negatives Gefühl?
00:18:01: Okay das kann ich super nachvollziehen.
00:18:03: Das ist doch was sich mit Zweckpessimismus
00:18:05: meint?!
00:18:05: Ja genau, du nennst als immer deinen Zweck Pessimus und die nennen das eben Contrast Avoidance.
00:18:10: also deine Psyche möchte dich möglicherweise schützen indem sie.. Also ich sag' dass jetzt sehr grob formuliert dafür sorgt dass du lieber dauerhaft ein bisschen mies drauf bist als einmal so richtig böse überrascht und ganz, ganz tief enttäuscht.
00:18:28: Also dahinter steckt dieses Erwarte mal lieber nicht zu viel Wartelieber erstmal ab damit der Aufprall nicht so hart wird
00:18:36: Kann ich völlig nachvollziehen.
00:18:38: Es ist praktisch die Angst vor diesem Gefühl was dann aufkommen würde Was man dann hätte in dem Moment Und so wie du es vorhin gesagt hast, ist meine Vorsorge die ich reduziere indem ich mich nicht so sehr freue.
00:18:52: Ich reduziere die Fallhöhe.
00:18:53: Genau aber das muss man sagen.
00:18:55: dieses Contrast Avoidance ist eine punktuelle Strategie wie du sie anwendest sondern das ist wirklich etwas was im Kontext zum Beispiel bei Menschen mit einer generalisierten Angststörung auch eher so gesehen wird.
00:19:09: also Generalisierte Angststörungen Nur ganz kurz zusammengefasst wird auch bezeichnet als die Sorgenkrankheit.
00:19:18: Die betroffenen Menschen grübeln wirklich den ganzen Tag über alle möglichen Katastrophen, die passieren könnten und haben dadurch nicht bewusst aber vielleicht unbewusst so das Gefühl sie wären dadurch ein bisschen gewappneter vorbereitet, wenn dann wirklich was Schreckliches passiert.
00:19:38: Und in diesem Kontext gehört diese sogenannte Kontrastvermeidung zu ja fast schon so einer Emotionsregulationsstrategie.
00:19:48: also wenn ich sowieso schon mit dem schlimmsten gerechnet habe und dann tritt das Schlimmste ein, dann trifft es mich nicht so hart, dann wird es mich nichts zerstören
00:19:56: Wie gesagt einen nachvollziehbarer Gedanke.
00:19:58: Das Problem dabei ist nur dass die Momente dieser starken Enttäuschung oder Verletzung gar nicht mal so häufig sind, aber wie bei Vorfreude das unangenehme Gefühl viel länger trägt und den Alltag geleitet.
00:20:16: Es gibt da ein schönes Beispiel, ich weiß gar nicht mehr wo ich das gehört habe noch aus alten Zeiten von einer Frau die für den Winter einen fassvollen Äpfel hat.
00:20:27: Und als es dann kälter wird und sie sich aus dem Fass bedient sucht sie an jeden Tag den Apfel raus, der eine faule Stelle hat.
00:20:34: Weil der gegessen werden muss.
00:20:37: Die anderen sind ja noch gut!
00:20:38: Sie ist dann den Apfeln mit der Faulenstelle und jeden Tag fault auch einer und immer nimmt sie den.
00:20:44: Und als der Winter vorbei ist, hat sie noch ein paar Äpfel übrig.
00:20:47: Sie hat die Zeit überlebt aber sie hat die ganze Zeit nur faule Äpfeln gegessen.
00:20:51: Die Zeit nur mit Fauleneffeln verbracht wurde ich seit einziges Mal einen guten Frischen also in der Angst vielleicht nicht mehr genug am Ende zu haben, Schlechten begnügt.
00:21:03: Aber dadurch auch das schlechte provoziert!
00:21:05: Ja und niemals einen guten gegessen, also hat es gar nicht gut gehabt.
00:21:10: Immerhin ist sie jetzt dran gewöhnt faule Äpfel zu essen und jetzt kann sie nichts mehr umboxen.
00:21:17: Ich verstehe schon, ich verstehe total die Logik dahinter.
00:21:19: aber wenn wir das unter dem Gesichtspunkt von Lebenszufriedenheit betrachten oder was macht dich vielleicht ein bisschen glücklicher?
00:21:26: Dann ist das natürlich nicht so eine gute Strategie, zumal wenn wir die Kraft der Vorfreude jetzt
00:21:31: kennen.
00:21:32: Und wer sich systematisch und absichtlich vor Freude abgewöhnt – und dafür sowas wie anticipatorische negative Erwartungen aneignet -, der macht sich das eigene Leben dadurch ein bisschen zu madigen Apfel.
00:21:48: Stimmt!
00:21:49: Es geht dabei nicht darum, sich eine unrealistische glückliche Zukunft vorzustellen?
00:21:55: und sich den ganzen Tag zu freuen, sondern es geht darum die Vorfreude, die man eigentlich entwickeln würde für ein Ereignis in der Zukunft, sich nicht abzusprechen.
00:22:04: Genau!
00:22:05: Ich habe aber noch einen Punkt warum Menschen möglicherweise sich vor Freude ein bisschen verknifen?
00:22:12: Und das ist häufig bei Menschen der Fall, die eher instabile Verhältnisse vorgefunden haben also zum Beispiel keine verlässlichen Erwachsenen, die versprechen wirklich Einhalt.
00:22:26: Also Bezugspersonen, der Versprechen geben und dann brechen oder Bezugsspersonen die unberechenbar sind, die etwas in Aussicht stellen was da nie eintritt oder die dir etwas vorschlagen und das aber nie nachverfolgen usw.
00:22:44: Das sind Menschen für die wird Vorfreude eigentlich zu einem sehr vulnerablen Zustand, die fühlen sich dann ganz, ganz verletzlich und deshalb wollen sie keine Vorfreude entwickeln.
00:22:55: Ja
00:22:55: ja es gibt eine direkte Verbindung immer wenn ich vor Freude habe und zwar im Sinne von immer.
00:23:01: wenn nicht vor Freute habe folgt darauf Frust in Sinne von Enttäuschung oder Traurigkeit
00:23:08: Genau!
00:23:08: Und das kann dazu führen dass bei Menschen mit dieser Art Lebenserfahrung ausgerechnet positive Emotionen gleichzeitig Paradoxerweise sich fast ein bisschen bedrohlich anfühlen, weil sie einen eben verletzlich machen.
00:23:22: Und da kommen dann manchmal auch so Glaubenssätze zustande, ne?
00:23:25: So wie.
00:23:26: ich darf gar nicht sagen was ich mir wünsche oder worüber ich mich freuen würde!
00:23:30: Weil dann geht's kaputt als wäre das irgendwie so magisch miteinander verbunden.
00:23:34: Findet es dich doch auch wenn du eine Sternschluppe siehst darfst du dir etwas wünschen aber nicht sagen.
00:23:40: Weil wenn du sagst geht's nicht in Erfüllung.
00:23:42: Finde ich keinen günstigen Glauben.
00:23:43: Satz Ich finde immer sag was du willst Weißt du doch?
00:23:47: Und dann erfüll ich das.
00:23:51: Oder ich, mir!
00:23:52: Aber ja ... Das darf man hinterfragen, wo kommt so was her?
00:23:55: und frühe Verletzungserfahrung diesbezüglich?
00:23:59: also dass wenn Zuwendungen und Wärme sich gemeinsam auf irgendetwas freuen immer wieder vor eine kalte Wand prallt Dann wird irgendwann das Gefühl an sich gefahrvoll verarbeitet oder mit Enthäuschung direkt verknüpft.
00:24:15: Ja, sowas ist dir doch auch sicherlich schon häufiger in Therapien begegnen?
00:24:18: Ja klar!
00:24:19: Und es hilft nicht... ich mache jetzt mal so einen blöden Vergleich jemanden mit Höhenangst zu sagen genießt den Ausblick.
00:24:26: Jetzt freu dich doch mal da drauf.
00:24:27: Ist doch was Schönes wenn in der Freude selbst der Trigger für schlechtes Gefühl liegt.
00:24:32: Ja genau
00:24:33: und das braucht dann ein bisschen Zeit und tatsächlich hilft der therapeutische Begleitung das voneinander wieder zu entkoppeln.
00:24:40: Ich möchte unbedingt dazu noch ganz kurz was erzählen, eckige Klammer auf und zwar das berühmte Marshmallow-Experiment.
00:24:46: Wo ja seit Jahrzehnten irgendwie die Überzeugung grassiert, die disziplinierten und geduldigen Kinder, die einen Marshmellow auf ein Tellerchen gelegt bekommen.
00:24:56: und dann heißt es wenn du das jetzt schaffst das zehn Minuten nicht zu essen sondern abzuwarten dass ich wieder komme, dann bekommst du ein zweites.
00:25:04: also die Kinder die das schaffen die werden später mehr Erfolg im Leben haben.
00:25:09: Das sind die Gewinner.
00:25:10: Ich
00:25:10: habe das auch immer geglaubt?
00:25:12: Ja, ich weiß aber dieses Marshmallow-Experiment wurde nochmal revisited und es zeigte sich dass wenn man den Familienhintergrund der Kinder mit berücksichtigte und statistisch mit erfasst hat in welcher Art Konstellationen die Kinder groß geworden sind dann hat dieses MarshMallow Experiment vor allen Dingen eins gezeigt nämlich ob diese Kinder in einem verlässlichen Umfeld groß geworden oder nicht.
00:25:37: Das heißt, wenn das Kinder waren die die Erfahrung gemacht hatten.
00:25:40: Klar!
00:25:40: Wenn mir ein Erwachsener ein zweites Marshmallow verspricht dann wird er gleich wiederkommen.
00:25:44: Dann sitzen die da vollkommen entspannt vielleicht sogar mit Vorfreude und Wachsminus Ich
00:25:48: kann sagen Mit Vorfreudigte stellen sich zwei Marshmallows vor haben ein gutes Gefühl dabei Dopamin geht hoch freuen sich
00:25:56: Und es hat gar nichts mit Disziplin zu tun sondern mit Vertrauen, mit einem verlässlichen Umfeld und möglicherweise sogar mit Vorfreude.
00:26:04: Während die Kinder, die in einer Lebensrealität groß geworden sind wo Bezugspersonen lügen oder versprechen brechen oder ein Wort von einem erwachsenen Menschen gar nichts zählt, die greifen zu – und das ist nicht undisziplinär, sondern es schlau!
00:26:19: In dieser Welt der Kinder Wollte ich unbedingt noch mal erzählen, dass dieses Marshmallow-Experiment immer noch so herangezogen wird um Kinder zu disziplinieren?
00:26:28: Dabei ist das eigentlich ein Experiment über Verlässlichkeit und gute Bindung.
00:26:32: Das wollte ich einfach nochmal als Information dropen weil ich das immer noch mitbekomme, dass es in seiner ursprünglichen Fehlinterpretation noch grassiert.
00:26:42: Danke dafür
00:26:43: Naja.
00:26:43: und vor diesem Hintergrund gibt es natürlich auch noch das, was eben schon so ein bisschen anklangt.
00:26:47: Wenn Menschen vielleicht schon biografische Erfahrungen gemacht haben dass Vorfreude nicht belohnt wird und positive Emotionen enttäuscht werden dann kommt manchmal fast schon etwas wie magisches Denken dazu also dass Leute fast schon sowas glauben wie positive Emotionen werden immer bestraft oder wenn mir was Gutes Passiert muss ich dafür bezahlen, es wird Konsequenzen haben.
00:27:14: Also beim magischen Denken ändert sich die Kausalkette.
00:27:17: Die Idee, die entsteht ist weil ich positiv denke passiert was Schlimmes.
00:27:23: Weil ich den Regenschirm nicht mitgenommen habe regnet das.
00:27:27: Weil Ich Babyklamotten schon vor der zwölften Woche gekauft habe habe ich jetzt eine Fehlgeburt, also man verdreht es im Kopf und macht das zu sowas Magische.
00:27:37: Und selbst Leute die von sich sagen dass sie nicht schicksalsgläubig sind oder in dieser Hinsicht gar keine, wie soll ich das nennen?
00:27:43: spirituelle Ader haben machen sich davon oft nicht ganz frei, dass sie da irgendwie eher vorsichtig sind bei manchen Sachen.
00:27:50: Also nicht schon den Sektkühl stellen wenn man die Prüfung noch nicht bestanden hat.
00:27:55: auch da findet sich traditionellen, sage ich mal gesellschaftlichen Leben so eingeschlüffende Verhaltensweisen.
00:28:01: Man gratuliert jemanden nicht vor seinem Geburtstag.
00:28:04: Ja genau!
00:28:05: Es ist wie
00:28:06: verboten als
00:28:06: würde das konkret Unglück nach sich ziehen.
00:28:09: also poppsychologisch hat diese angst vor guten gefühlen auch ein Begriff.
00:28:13: dass nennt sich dann cherophobie.
00:28:15: aber Achtung das ist keine phobie im Sinne der klassifikationssysteme das ist halt so einen Pop-psychologischer Begriff, der diese Angst vor glücklichen Gefühlen umschreibt.
00:28:27: Aber das ist keine Diagnose!
00:28:29: Aber es ist ein Phänomen...
00:28:30: Und wie das mit den pop-psychologischen Sachen auch im Moment und ganz breit so ist?
00:28:34: Es gibt eine ganze Reihe von Menschen die sich damit gesehen fühlen.
00:28:38: Ja, es ist ja auch so.
00:28:39: also wenn du jedes mal denkst oh nein oh nein ich fühle mich gut und dafür werde ich einen Preis bezahlen müssen dann ist das ja auch was worunter man leiden kann.
00:28:47: Ich sage nur dass es bisher keine krankheitswertige Diagnosepfügel.
00:28:51: Also es ist ja in den allermeisten Lebens so, dass wir wie auf einer Sinuswelle ungefähr schwanken.
00:28:56: So wie zumindest in Deutschland auf Regen freie Tage immer mal Regen kommt und nach Regensonne.
00:29:03: So ist das ein Stück weit auch mit unseren Emotionen.
00:29:05: Es gibt bessere Tage schlechtere Tage da müssen wir gar nicht viel dazutun.
00:29:08: Wir reiten da oder sind U-Bisschen Ausgeliefer dieser Welle die sich so ergibt.
00:29:13: Das bedeutet natürlich und logischerweise Dass wenn wir uns gerade besonders gut fühlen Irgendwann auch Tage kommen wo wirds nicht tun werden.
00:29:21: Nur das zu verbinden und zu sagen, weil ich mich gut fühle wird es wieder schlecht.
00:29:25: Weil die Sonne scheint wird es regnen?
00:29:27: Das ist halt falsch!
00:29:29: Also man muss da nochmal unterscheiden, wer sich gelegentlich so ein bisschen in seiner Vorfreude bremst auch so eine Art Punktuellen wie hast du's genannt profylaktischem Pesimismus also um sich vor einem harten Aufbrell zu schützen dann und wann.
00:29:43: Das ist glaube ich ganz normal.
00:29:46: Wer das aber als so ne Art Grundeinstellung hat Stichwort Kontrastvermeidung und wer sich psychisch in einem dauerhaft schlechten Zustand befindet, um für einen noch schlechteren Zustand gewappnet zu sein.
00:29:59: Da müsste man ehrlicherweise schon mal zum Beispiel Richtung Depressionen, Richtung generalisierte Angststörung oder so etwas denken – insbesondere auch dann wenn jemand gar nicht mehr an positive Erwartungen herankommt also sich noch nicht einmal vorstellen kann im Winter dass der Sommer schön werden könnte Eisessen Spaß machen könnte.
00:30:21: Also, wenn man an Vorfreudegefühle überhaupt nicht mehr rankommt oder auch was im Rahmen von Depression ja zum Beispiel auch nicht ungewöhnlich ist jeden positiven Moment eigentlich sofort entwertet oder denkt ja gut das war jetzt eine Ausnahme oder das war Zufall oder die sind nur nett zu mir weil sie mich trüsten wollen.
00:30:39: also wenn man das merkt dass man generell in so einer sehr sehr negativen Schieflage ist dann ist es auf keinen Fall mit den nächsten Tipps sozusagen zu beheben, die wir noch in Petto haben.
00:30:52: Wir haben nämlich noch einige Hinweise wie man Vorfreude tatsächlich ein bisschen trainieren könnte.
00:30:57: aber man muss da schon unterscheiden.
00:30:58: Das ist ein Podcast das ist keine Therapiesitzung hier, wir müssen da immer auch die Grenzen aufzeigen davon was man in so einem Format wie wir das hier haben mit Psychologie to go in aller Tiefe besprechen kann.
00:31:11: aber wir können immer nur Hinweise geben.
00:31:14: Wenn du dich jetzt angesprochen fühlst, wenn du merkst Vorfreude kenn ich gar nicht.
00:31:18: Und zwar nicht weil ich zu vercheckt bin sowie die Franca oder weil ich sehr entspannt bin und sage kürt wird kürrt sondern weil ich es nicht fühle dann würde ich mal darüber nachdenken
00:31:27: was man aber schon Mal machen kann bevor man in einer Therapie ist und dazu raten wir häufiger mal ist mentalisieren.
00:31:34: das heißt wenn Ich merke hey vor Freude Ist Nicht Bei mir Oder Verknäufig Mir oder ich krieg automatisch ein schlechtes Gefühl Dann muss man nicht versuchen das wegzudrücken, sondern mal zulassen und genauer hinspüren.
00:31:46: Und sich fragen was genau fühle ich da?
00:31:48: Und vielleicht warum?
00:31:50: Manchmal kommt man schon auf was oder hat schon eine Idee dazu?
00:31:53: Also ich bremse mich hier gerade.
00:31:55: Ist das richtig?
00:31:57: Warum mache ich das?
00:31:58: Ich weiß es bei mir.
00:31:59: Ich habe manchmal überschießend gute Ideen von der Zukunft Und meine Hoffnung ist dass ich die auf ein gewisses realistisches Maße wieder runterziehe.
00:32:08: Aber du machst deine Vorfreude ja nicht vollständig kaputt, sondern
00:32:11: du
00:32:12: freust dich schon arg auf vieles.
00:32:16: Aber du behältst dir so ein bisschen Spielraum bei ... Ja gut vielleicht wird's auch nicht so mega!
00:32:22: Ja manchmal ist es tatsächlich sogar so dass ich mir wie zehn Prozent abknappse in eine kleine Blase und daneben lege so einen externen Beobachter der immer noch sagen kann naja wusste ich doch das das nicht so toll wird?
00:32:34: Und sollte es nicht so toll werden dann nehme ich eben seinen Blickwinkel ein.
00:32:37: Ja, also man kann ja diesen Schutzmechanismus durchaus würdigen.
00:32:41: Die Psyche produziert ja auch per se erst mal nichts um dich zu quälen.
00:32:44: aber man darf sich ja schon fragen brauche ich diesen Schutz?
00:32:47: warum brauche Ich den und kostet mich dieser Schutz vielleicht jetzt mehr als er mir bringt?
00:32:52: Und wenn wir jetzt wissen das Vorfreude eigentlich eine große Kraft ist vor allen Dingen eine große motivatorische Kraft hat und zur Lebenszufriedenheit beiträgt, dann ist es ja eventuell eben nicht günstig ausgerechnet da aussetzt Schutzgründen dran rumzuschrauben.
00:33:06: Das darf man ja hinterfragen!
00:33:08: Eine weitere Sache die sehr helfen kann mehr Vorfreude zu empfinden das ist die Fähigkeit sich das gute Ereignis sehr bildhaft vorzustellen.
00:33:18: Das ist auch vor relativ kurzer Zeit zwanzig-dreiundzwanzig veröffentlichte Studie belegt worden.
00:33:25: Da hat man die Teilnehmer gezielt, darauf trainiert sich eben Ereignisse genau und detailliert vorzustellen.
00:33:31: Jetzt muss ich dazu sagen das waren Teilnehmer die schon eine klinisch relevante Depression hatten und in der Gruppe die dieses Training hatten ist bei zwei Dritteln die Anhedonie spürbar zurückgegangen
00:33:43: also anhedonie ganz kurz übersetzt somit der Unfähigkeit Freude zu empfinden.
00:33:48: Das hat sich gebessert und zwar wohl gemerkt, ging es nicht darum dass man den Leuten gesagt habe komm freu dich doch mal denk doch mal positiv guck doch mal wie schön das wird sondern sie wurden eigentlich nur konkret darin angeleitet sich das sehr bildhaft auszumalen was auf Sie zukommen wird.
00:34:06: also wieder Kaffee morgens duftet wieder Sand sich unter den Füßen anfühlen wird im Urlaub Wie das Licht in den Vorhängen spielt die sich leise im Wind bewegen, im Restaurant am Abend.
00:34:19: Also sensorisch bildhaft detailreich sowie ich mir die gefrorene Sahne im Spaghetti-Eis jetzt gerade auch bildhaft vorstelle.
00:34:30: und das hat einen guten Effekt gehabt.
00:34:34: offensichtlich Und das hat scheinbar auch dazu geführt, dass wenn man Leute nicht sagt jetzt freudig doch mal sondern wenn man leute animiert stell es dir halt mal bildhaft vor wie es werden könnte.
00:34:44: Dass das auch gleichzeitig den Impuls reduziert sich das selber wieder zu dämpfen und sich quasi davon wieder wegzubringen und so sagen na freude ich mir nicht zu früh.
00:34:54: also das aktive runter regulieren der positiven Emotionen die sich dann einstellen würde Das hat nicht so stattgefunden
00:35:04: Und das wiederum bedeutet ja für uns Vorfreude ist nicht nur eine allgemeine Einstellung, sondern man kann es tatsächlich beeinflussen und üben.
00:35:13: Man kann sich Countdowns einrichten.
00:35:15: Maßbänder zerschneiden?
00:35:17: Von mir aus!
00:35:18: Man kann kleine Freudenquelle oder vorhin hast du gesagt Inseln planen
00:35:22: Ja und auch die Planung isst ja schon eine Freudekwelle.
00:35:25: Die Planung gehört ja schon zur Vorfreunde.
00:35:27: Und man kann üben sich das sehr detailreich vorzustellen.
00:35:31: Und dass ist was anderes... als überhöhte Erwartungen an Situationen zu stellen.
00:35:37: Also, indem man sich konkret vorstellt wie das sein könnte und sich das visuell auszumalen ist nicht das gleiche wie vor sich selbst zu behaupten Das wird der sensationellste Urlaub aller Zeiten!
00:35:50: Und die beste Silvester-Party auf der ich je war.
00:35:54: Darum geht es nicht.
00:35:55: also zum Beispiel waren wir ja jetzt mit dem Podcast zu so einer schönen Gala eingeladen und ich war noch nie auf so eine Veranstaltung.
00:36:03: Ich hatte also gar keine Idee, was ich mir vorstellen sollte oder worauf ich mich vorfreuen könnte?
00:36:09: Gar nichts!
00:36:10: Ich wusste nur es gibt gutes Essen.
00:36:14: Also habe ich mir das schon mal schön vorgestellt.
00:36:16: Habe ich auch gesagt.
00:36:16: Was du sagst ja.
00:36:17: Also heute Abend werden wir auf jeden Fall sehr gut essen.
00:36:21: Und diese Art Vorfreude ist ja noch nicht einmal überdreht oder dass sich jetzt gesagt hätte wow Toll, ne Gala!
00:36:27: Sondern ich habe meine Vorfreude ein bisschen an dem festgemacht wo ich dachte ja das wird wohl klappen.
00:36:33: Und das Essen war übrigens sensationell?
00:36:35: Ja und eine Sache die wir auch immer wieder mal propagieren das ist Ambiguitätstoleranz.
00:36:42: man darf sich auf etwas freuen und gleichzeitig auch ein bisschen Angst haben.
00:36:47: davor betrifft unsere zukünftigen Auftritte.
00:36:51: Wir sehen uns in Mannheim oder Nürnberg, vielleicht bei den Podcast-Festivals.
00:36:55: Und ich bin durchaus ein Stück weit aufgeregt und das teilt sich ein bisschen ängstlich aber auch sehr freudig.
00:37:01: Ja genau!
00:37:02: Aus der Angsttherapie wissen wir ja dass die Fähigkeit mit der Unsicherheit zu leben und auch die Fährigkeit sich selbst zuzumuten, dass es auch mal blöd laufen kann ohne dass man das sozusagen künstlich mit dem Pessimismus kontrollieren muss.
00:37:17: also dass Auch zutraut so.
00:37:21: Ich mach das jetzt einfach mal, ich freu mich auch gleichzeitig wissend es kann vollkommen in die Hose
00:37:27: gehen.".
00:37:28: Und dafür hilft zu wissen dass man aus dem Gefühl wieder raus kommen wird bist du doch bis jetzt auch immer?
00:37:34: Genau!
00:37:34: Da hören viele auf weiterzudenken.
00:37:37: Die denken das wird furchtbar Punkt.
00:37:38: Genau also mache ich's nicht.
00:37:40: Genau und der eigentliche Gedanke sollte sein Es wird furschbar und danach krieg' ich das wieder in den Griff.
00:37:45: Das Leben hört doch an einem Furchtbeerpunkt nicht auf
00:37:48: Genau, aber das würde bedeuten dass um mehr Vorfreude im Leben zu haben man einerseits seine Ambiguitätstoleranz trainieren kann also mehrere Gefühle gleichzeitig zu ertragen sozusagen auch die Spannung die das auslösen kann und Unsicherheitstolerans zu üben.
00:38:04: Und Dinge zum machen selbst wenn es kein Garantieschein gibt.
00:38:07: Also wenn man sich immer nur freut Wenn man einen Garantie-Schein hat Dass es auch alles so kommt dann kann man sich nie freuen Es gibt keine Garantien.
00:38:17: Ja, wer mit allem rechnet muss doch mit dem besten rechnen.
00:38:21: Frager soll ich dich ein bisschen mehr mit einbinden in die Plano?
00:38:25: Damit ich auch checke worauf ich mich freuen sollte und nicht immer überrascht bin wenn es plötzlich soweit ist?
00:38:33: ja das wäre vielleicht ganz gut.
00:38:34: Ich muss echt mal drüber nachdenken warum ich gefühlt so wenig zu Vorfreude tendiere.
00:38:40: Gleichzeitig spüre ich dass er jetzt nicht als Motivationsverlust oder dass sich deswegen wenig machen würde kann
00:38:45: ich auch nicht beobachten.
00:38:48: Also wirklich?
00:38:49: Ich habe viel zu wenig bisher über das Thema nachgedacht.
00:38:52: Dann haben wir zwar jetzt eine kleine Aufgabe und wenn ihr mit uns darüber in Kontakt bleiben wollt, Ideen habt, eigene kleine Geschichten dazu habt dann gerne auf Instagram unter Franka Unterstrich Thierotie Unterstriche Psychologie Und wenn ihr eine kurze Frage zu etwas habt nützt gerne unseren Anruf beantwortet den wir auch in den Show Notes verlinkt haben.
00:39:13: Antworten Gibt's im kleinen Kreis in unserer Community mit dem Apple-Abo oder auf Steady?
00:39:19: Vielen Dank fürs Zuhören und wir freuen uns jetzt schon, auf den nächsten Sonntag.
00:39:25: Und auch auf die Zeit dazwischen wenn wir uns wie gesagt bei Instagram oder sonst wo begegnen.
00:39:30: Bis dahin!
00:39:31: Tschüss!
00:39:38: Das war es für heute.
00:39:39: ich hoffe du konntest eine Menge frischer Gedanken für dich mitnehmen.
00:39:44: Mehr davon gibt´s auch auf meiner Seite www.franca-gerouti.com Und natürlich nächste Woche wieder hier.
Neuer Kommentar