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Patchwork: Wie das Zusammenwachsen gelingt

Shownotes

Franca und Christian leben selbst im Patchwork. Und das funktioniert erstaunlich gut. Vielleicht haben sich auch deswegen so viele Hörer*innen eine Folge dazu gewünscht. Die Varianten, wie Patchworkfamilien gelebt werden, sind schier endlos, und doch haben alle Konstellationen ähnliche Probleme und Chancen. Wie man das eine minimiert und das andere steigert, darum gehts in der heutigen Episode: Was das allerwichtigste Fundament ist, und was man ganz konkret tun und lassen sollte, das erfahrt ihr in dieser Folge!

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Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode Psychologie To Go.

00:00:05: Das ist dein Podcast für hilfreiche Gedanken und Impulse direkt aus meiner psychotherapeutischen Praxis.

00:00:12: Hallo und herzlichen Willkommen zu einer neue Episode von Psychologie to go!

00:00:16: Heute sprechen wir über ein Thema, das sich häufiger gewünscht wurde was wir auch schon lange versprochen haben aber trotzdem ein bisschen vor uns hergeschoben haben weil es uns tatsächlich auch sehr privat betrifft.

00:00:29: Heute geht es um das Thema Patchwork-Familien und was man eigentlich tun kann, damit dieser Flickenteppich aus unterschiedlichsten Menschen funktioniert.

00:00:39: Und ein weiterer Grund warum wir uns ein bisschen gescheut haben das Thema anzugehen ist der dass es sehr groß ist.

00:00:46: Es gibt unterschiedliche Konstellationen Und es ist vermutlich nicht wirklich möglich, alle Konstellationen in einem kurzen Podcast abzubilden.

00:00:55: Ja und auf der anderen Seite ist das ja das Problem vor dem wir immer stehen so aus Individuum runtergebrochen zeigt sich ja alles Mögliche sehr komplex und sehr vielschichtig.

00:01:05: und trotzdem versuchen wir ja immer im Podcast sagen wir mal im Groben einen Überblick zu geben oder dennoch was Hilfreiches an die Hand zu geben, wo sich jeder wie auch immer sich das dann jetzt auf die Einzelperson heruntergebrochen abspielt, trotzdem jeder etwas mitnehmen kann.

00:01:20: Und so versuchen wir es heute auch!

00:01:23: Wir sprechen also über Patchwork-Familien, über Stieffamilie und über Konstellationen, die von der klassischen Kernfamilihe Vater, Mutter, Kind abweichen – und das sind nicht wenige!

00:01:35: Und wir, das bin ich Christian Weiß, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

00:01:40: Ich bin Frank-Katji Ruti, Psychotherapeutin.

00:01:43: Wir sind miteinander verheiratet und Christian ist der Stiefvater meiner Söhne.

00:01:48: Insofern wissen wir heute auch sehr gut aus eigenem Erleben, worauf das manchmal so ankommt aber auch wie komplex das sein kann.

00:01:57: Und ich hatte gerade schon gesagt Stieffamilien oder Patchworkfamilien Familien mit Bonuseltern, Bonuskindern.

00:02:05: Das ist ja jetzt überhaupt nicht mehr die absolute Ausnahme!

00:02:09: Nein aber wie viele es wirklich gibt das weiß man gar nicht so genau.

00:02:13: denn selbst wenn man Zählung macht und das erforschen will da stößt man auf große Schwierigkeiten.

00:02:20: häufig geht's darum wer ist denn gerade wo?

00:02:22: Wie viel Menschen sind in einer Familie im Haushalt?

00:02:26: Wer ist wo gemeldet?

00:02:27: ne also man versucht das irgendwie festzuhalten in Zahlen

00:02:30: Aber es klappt nicht richtig.

00:02:31: Genau!

00:02:32: Deswegen gehen die Schätzungen von sieben bis etwa dreizehn Prozent Patchwork-Familien in Deutschland.

00:02:38: Naja, und das ist interessant.

00:02:39: Das ist einerseits keine Seltenheit mehr.

00:02:42: Trennungen, Scheidungen und neue Partnerschaften einzugehen sind ja bei Weitem nicht mehr so verpönt wie es zur Zeit mal gewesen ist.

00:02:49: und auch dass man mit neuen Partnern eventuell nochmal gemeinsame Kinder hat oder dass beide Kinder mitbringen oder einer schon Kinder hat und der andere kommt dazu.

00:02:57: All das ist ja Normalität Einerseits.

00:03:00: Und auf der anderen Seite gibt es für diese Arten von familiärem Zusammensehen halt noch nicht so ein Skript, so eine Art verinnerlichte Schablone an dem man sich entlang hangeln könnte und auch wer welche Rolle einnimmt in diesem Patchwork oder wie man die Rolle auskleidet als Stiefvater oder Stiefmutter.

00:03:18: das ist alles eben nicht so festgelegt und das macht's ein bisschen schwierig weil jede Familie da so ihren eigenen Stil finden muss.

00:03:26: tatsächlich zu einem der großen Stressfaktoren für alle Beteiligten in diesem Patchwork.

00:03:32: Der Stress geht hoch, ne?

00:03:33: In Patchwork-Familien!

00:03:35: Ja also ich habe tatsächlich gelesen dass Patchwork Familien ein dreifaches an Stress hätten im Vergleich zur anderen Familie.

00:03:44: Okay dreifach... Ich weiß nicht genau wie man das misst Aber dreifach ist schon viel.

00:03:50: und Wenn du das gelesen hast, haben die Autoren gesagt dass es am Anfang einer Patchwork-Familien-Situation so ist oder auch noch nach Jahren.

00:03:59: Nee da geht's vor allen Dingen um diese sehr anstrengende Zeit in der das ganze Patchwork sich sozusagen noch finden muss und alle Beteiligten einschließlich zum Beispiel ja auch der Expartner und der beteiligten Kinder und so alle sich noch miteinander zurecht ruckeln müssen.

00:04:15: Das ist... die Phase gewesen, wo ich in diesem Kontext gehört habe.

00:04:19: Es gäbe einen dreifachen Stress und zu den Stressfaktoren gehört eben das was ich gerade schon sagte dass jede Rolle erstmal wirklich gefunden und definiert werden muss und das finde ich ganz interessant.

00:04:32: also vielleicht können wir über diese spezielle Familienarchitektur die in Patchback-Familien ja ganz anders ist als in herkömmlichen klassischen kleinen Familien Darüber noch mal gezielt sprechen, aber das ist das eine was Stress macht.

00:04:46: Das andere ist tatsächlich der Kontakt mit dem Elternteil dass jetzt gerade nicht anwesend ist und das kann auch für alle Stress verursachen.

00:04:55: Und damit meine ich nicht am besten hätte man sie nicht mehr in seinem Leben sondern ganz im Gegenteil die werden für immer Teil der Beziehung sein, auch der neuen Partnerschaft.

00:05:04: Denn wenn man über ein Kind miteinander verbunden ist dann hat man einfach auch miteinander zu tun und das läuft nicht immer super easy und super entspannt.

00:05:13: Das kann Stress machen und es kann für Kinder zu einem Loyalitätskonflikt führen.

00:05:18: Das ist eines der großen Probleme die sich in Patchwork-Familien ergeben?

00:05:21: Ja

00:05:22: ganz genau!

00:05:22: Und ein Stressfaktor ist ganz klar Logistische Stress.

00:05:28: Du meinst, wer wann wohin fährt fahren soll muss?

00:05:32: Ja also ich habe gerade mit jemandem gesprochen.

00:05:35: sie hat zwei Kinder er hat drei Kinder.

00:05:37: Ah

00:05:38: beide haben jeweils aber auch noch neue Partner und du kannst dir vorstellen wenn es da um Geburtstage den Reitunterricht oder die Weihnachtsferien geht dann ist das einfach

00:05:47: faktisch

00:05:47: ein riesiger logistischer Stress dass alles unter einen Hut zu bringen.

00:05:52: Also das ist schon so.

00:05:55: Die Konstellation, die du gerade beschreibst wird übrigens bezeichnet als eine komplexe Patchwork- oder Stiefelternsituation.

00:06:02: Man macht und das nicht ohne Grund wenn man das beforscht in der Soziologie und in der Psychologie ganz grob schon mal eine Unterteilung ob es eine Stiefvaterfamilie ist?

00:06:13: Ein Stiefvarter Patchwork ein Stiefmutter Patchwork oder ein komplexes Patchwork.

00:06:18: Das bedeutet, wenn die Kinder bei der Mutter leben kommt in den meisten Fällen etwa siebzig Prozent dann einen Stiefvater dazu.

00:06:25: So wie bei uns?

00:06:26: So wie wir sind sozusagen classy.

00:06:30: Klassisches Patchwork!

00:06:31: Und man kann sich vorstellen, rein vom System her ist das schon immer ein bisschen einfacher als wenn es komplex

00:06:38: ist.

00:06:38: Ja, das stimmt und ich hatte ja gerade schon das Stichwort Familienarchitektur genannt.

00:06:45: Ich habe das gelesen bei Patricia Papenov, schreibt sie sich und das fand ich ein total interessanten Aspekt.

00:06:55: da hab' ich auch glaube so noch nie drüber nachgedacht.

00:06:57: aber eigentlich ist es so logisch Stell dir vor der Tun sich zwei Erwachsene zusammen sind ein Liebespaar und bekommen einen Kind dann waren die ja vorher schon zu zweit.

00:07:05: da Das Kind kommt dann Es ist ein gemeinsames Kind mit beiden Eltern gleichermaßen verbunden.

00:07:10: Und jetzt sagt Patricia Pepeno, die sind sozusagen die In-Group.

00:07:15: Die sind ein geschlossenes kleines System.

00:07:17: Wenn jetzt die beiden Eltern als liebes Paar sich trennen, dann bedeutet das zum Beispiel für das Kind aber nicht dass automatisch Papa oder Mama jetzt nicht mehr so in Group gehören würde.

00:07:28: Sondern der leibliche Elternteil wird für das kind immer die Ingroup sein!

00:07:34: Die

00:07:34: Kernfamilie.

00:07:36: So, ne?

00:07:37: Vater-Mutter Kind.

00:07:38: irgendwie ist das für das Kind und aus Sicht des Kindes ja auch irgendwie klar Das sind meine Eltern.

00:07:44: Wenn jetzt die Eltern sich neu verpartnen an eine neue Partnerschaft eingehen Ist es glaube ich echten Problemen dass vielen von dieser sogenannten Architektur der Familie her nicht bewusst ist Dass der neue Partner oder die neue Partnerin tatsächlich

00:08:00: Auszeiter

00:08:02: sind.

00:08:02: Ich bin verliebt in diesen Menschen, ich möchte den an meiner Seite haben.

00:08:05: für mich ist das jetzt der Mensch aber das macht ihn zum Beispiel für mein Kind keineswegs zu einer Person die jetzt zu unserer Ingroup gehört und es macht auch nicht meine leibliche Mutter oder meinen leiblichen Vater plötzlich zum Auszeiter Nur weil mein Elternteil jetzt die Partnerperson gewechselt hat, also das ist glaube ich so ein Punkt den man sich klar machen muss.

00:08:26: Man isst als Stiefelternteil Ausseider und das hat ja bestimmte Implikationen Und davon geht auch viel Spannung aus, glaub' ich Wenn man das nicht akzeptiert oder dem Kind das irgendwie anders serviert.

00:08:39: Weißt du was ich meine?

00:08:41: Ja!

00:08:41: Ich weiß was Du meinst Und wenn ich darüber nachdenke, sehe ich ja noch ein bisschen mehr Schwierigkeiten durch die Optionen, die noch entstehen.

00:08:48: Denn von wie vielen Kindern reden wir?

00:08:49: Reden wir wieder vom komplexen Situation?

00:08:51: Ja, ja!

00:08:52: Reden we schon von fast erwachsenen Kindern was ja mal sein kann?

00:08:55: Wenn jemand drei oder vier Kinder mit in eine neue Beziehung bringt dann können sie ja von zwei bis achtzehn Jahre problemlos gehen.

00:09:03: Auch das macht einen totalen Unterschied.

00:09:05: übrigens wo du es gerade ansprichst auch da Die Zahlen, das kann man immer nur mit sehr viel Vorsicht genießen.

00:09:11: Aber man kann grob sagen je jünger das Kind ist desto schneller arrangiert es sich mit der neuen Situation.

00:09:18: aber man muss da realistisch bleiben.

00:09:20: bei Kindern ab ungefähr neun oder zehn Jahren ist das gut möglich.

00:09:25: unrealistisch dass der neue Partner oder die neue Partnerin also spricht das Stiefeltern Teil tatsächlich immer eher die Position eines freundlichen, Freundschaftlichen Erwachsenen haben wird.

00:09:39: Aber nicht so ein Ingroup-Papa oder Mamaverhältnis werden

00:09:44: wird.".

00:09:45: Ja und damit haben wir schon einen der zentralen Punkte die auf der einen Seite Schwierigkeit und Konfliktpotenzial bergen Und dadurch können wir auch schon einen Rat ableiten

00:09:56: Die Vorstellung

00:09:57: dass Die neue Familie, die sich bildet in kürzester Zeit auch tatsächlich von allen als gefühlte Kernfamilie gesehen wird.

00:10:06: Mit der am besten noch mit Papa-Mama sagen da wo es gar nicht der leibliche Elternteil ist.

00:10:12: Mit all den Rechten was Erziehungsfragen angeht denen man sich so vorstellt gegenüber den neuen angenommenen oder Stiefkindern bezeichnest wie du möchtest diese Vorstellung ist halt leider irrek.

00:10:23: Man sieht das dann so vor, kommt man denn als Stiefvater sowie du in die Familie und denkt jetzt habe ich hier ein Erziehungsauftrag?

00:10:29: Also ich kann sagen, ich hatte diese Vorstellung sicherlich nicht explizit.

00:10:34: Und von vornherein schon mal gar nicht!

00:10:37: Das ergibt sich mit der Zeit wenn man zusammen wohnt und wie ganz normale Familie eben den Tag miteinander verbringt.

00:10:44: Wenn man gemeinsam Urlaub macht, gemeinsam wegfährt, sich um alles genauso kümmern muss... Es ist ja vom Alltag her Alles normal wie Familie.

00:10:53: Nur, also da entsteht dann ein Stück weit das Gefühl auch diese Rolle ausfüllen zu wollen und zu haben.

00:11:00: Und das Gefühl kann einen ein Stück weiter trügen.

00:11:02: Das Gefühl für den Stiefelternteil ist sicherlich ziemlich häufig dass die Kernfamilie das ist was unter einem Dach wohnt.

00:11:12: Ja!

00:11:12: Das stimmt aber nicht denn die Kern-Familien beinhaltet die leiblichen Elternteile immer mit Und zumindest muss man sich das klar machen oder ich rate dazu, sich das klart zu machen.

00:11:23: Damit man ein Stück weit Kinderperspektive mitnimmt und versteht weil sonst kommt es zu ganz starken Missverständnissen und auch möglicherweise Missverhalten.

00:11:32: Ja interessant.

00:11:33: also ich verstehe das total dass du sagst so aus Stiefvaters Sicht wir leben unter einem Dach Wir bewältigen Alltag gemeinsam Wir werfen, was weiß ich?

00:11:41: Unser Geld in einen Topf.

00:11:42: Unsere Sorgen in einem Topf und unsere benutzen Handtücher in ein Wäschesack!

00:11:47: So klar aus deiner Sicht sind wir die Kernfamilie.

00:11:49: und wie ultra verletzend ist es dann wenn man dann irgendwas sagt oder sich etwas wünscht und richtet sich jetzt an so ein ab zehnjähriges Kind das dann sagt ja aber du bist nicht mein Vater.

00:12:00: Das ist glaube ich der gefürchtete Satz Und es gibt mehrere Gründe warum er kommt.

00:12:07: In den meisten Fällen ist das erst mal eine Kränkung.

00:12:11: Das würde man, der wird häufig als Kränkung abgeschossen auch und wird auch als Kränkung empfunden.

00:12:16: Aber auch als Grenze?

00:12:18: Ich kann es auch verstehen ein Stück weit!

00:12:20: Es isst ja meistens die Wahrheit.

00:12:22: Ja... Der häufigste Fall glaube ich, das ist jetzt nicht empirisch bewiesen aber ich glaube der häufigste fall ist wenn der Stiefelternteil eine autoritäre Rolle einnimmt, nicht so akzeptiert oder die ihm vielleicht noch nicht zusteht.

00:12:39: Das ist auch ein Punkt, da gibt es tatsächlich Untersuchungen dazu, die uns gute Hinweise geben können wie man eher vorgeht was man erwarten kann.

00:12:47: Die Autorität des leiblichen Elternteils hat man erst mal weder juristisch noch gefühlt.

00:12:56: Ja das ist das was ich gerade meinte mit dieser Familienarchitektur.

00:12:59: Es funktioniert halt nicht dass du einem Kind eine neue erwachsene Person vorsetzt und suggeriert, die nimmt jetzt die Position deiner Mutter oder deines Vaters ein.

00:13:11: Das macht das Kind emotional nicht mit!

00:13:13: Und je stärker aber jetzt... dass Stiefelternteil auch so eine erzieherische Rolle auskleidet oder auskleiden will, oder ausgleiten soll.

00:13:21: Wie auch immer die beiden Erwachsenen das jetzt so miteinander verhandelt haben kann ja auch sein, dass die leibliche Mutter oder der leiblichen Vater gerade sehr belastet ist oder irgendwie ausfällt und das StiefElternteils eigentlich in bester Absicht einspringen möchte.

00:13:35: aber da muss man glaube ich sehr behutsam sein und sich auch sehr dem Tempo des Kindes anpassen und auch dem Alter des Kinds und auch realistisch bleiben.

00:13:42: Man isst ein Outzider!

00:13:44: Und man ist nicht die Kernfamilie aus Sicht des Kindes, sei denn das Kind war noch sehr klein als man dazu kam.

00:13:53: Das ist einer der Punkte an dem ich so wie immer sagen möchte da ist auch Beziehung deutlich wichtiger als Erdziehung.

00:13:59: Das sage ja sowieso immer aber gerade auch innerhalb von Patchwork-Familien und zwischen Stiefeltern und Stiefkindern so wichtig dass bevor man sich ans Werk macht irgendwelche Regeln durchzusetzen Man sich vielleicht erst mal daran begibt wirklich gute Beziehung zu diesen Menschen herzustellen, zu diesem Kind.

00:14:17: Weil der Punkt ist auch und das habe ich von meiner Freundin Mila und die es Kindertherapeuten ... Die hat gesagt man muss sich auch ab und an nochmal bewusst machen!

00:14:25: Die Kinder haben sich das nicht ausgesucht.

00:14:28: So ist es?

00:14:29: Die haben sich nicht verliebt, halts über Kopf!

00:14:31: Die sind nicht losgegangen und haben gesagt hier unter achtzig Millionen Menschen wähle ich dich du hast mein Herz erobert sondern die sind plötzlich konfrontiert mit den menschen denen sie sich vielleicht sogar nicht nur nicht aus gesucht haben sondern vielleicht noch nicht mal so toll finden.

00:14:45: und dann bringt ja auch noch Geschwisterkinder mit auf die ich jetzt aufpassen rücksicht nehmen soll mit denen ich spielen soll mit dem ich meinen kinderzimmer teilen soll.

00:14:53: Das is ne Zumutung Das geht halt so auch nicht über Nacht.

00:14:57: Und wenn dann diese Person sich nicht um eine gute Beziehung in erster Linie bemüht, sondern im Erster Linien vielleicht noch ein bisschen autoritär auftritt und hier neue Familienregeln mitbringt oder so... Also das kann einem um die Ohren fliegen!

00:15:12: Und an der Stelle ist eine recht genaue Absprache miteinander zu beginnen aber auch während der Beziehungen des Paares ganz zwingend notwendig.

00:15:22: Ich würde da heftig zu raten Denn die Vorstellung gehen ja auch so ein bisschen auseinander.

00:15:27: Wenn du jetzt gerade sagst, okay der Stiefpapper kann nicht erziehen.

00:15:32: Der kann so nicht erzieherisch eingreifen.

00:15:34: Ich habe gesagt mich sofort!

00:15:35: Du kannst dich mit der Rolle begeben.

00:15:37: also bei uns inzwischen und nach allen Jahren finde ich mach das ja schon.

00:15:41: Ja aber

00:15:43: was noch zu erziehen ist...

00:15:44: Ist schon zu spät alles leider vorbei.

00:15:48: Aber das hast du ja nicht von Anfang an so gemacht oder?

00:15:51: Ne es habe ich nicht gemacht, aber wir mussten uns auch absprechen was deine Erwartungen sind.

00:15:55: Denn das ist ja durchaus eine Erwartung dass man als Paar sich die Aufgaben teilt und auf einmal heißt es alle Erziehungsfragen bleiben obwohl man zusammen wohnt obwohl man alles zusammen macht bleiben auf einmal am leiblichen Elternteil hängen.

00:16:09: Das fühlt sich nicht immer gut an denn Erziehung Fragen sind auch manchmal die schwierigen und die konflikthaften.

00:16:14: Und was jetzt?

00:16:15: soll sich der Stiefelternteile immer rausziehen?

00:16:17: Und hat jetzt diese Freiheit?

00:16:20: Also ich sag mal so, ich glaube da gibt es tatsächlich keine eine Empfehlung.

00:16:24: Es gibt durchaus Familiensysteme also Stieffamilien-Systemen die sich gut stabilisieren wo aber völlig klar ist das Stiefelternteil hält sich aus der Ziehung komplett raus.

00:16:33: Erziehungen im engeren Sinne also auch so bestimmte Anforderungen und Regeln und so kommen immer weiterhin von dem Elternteils und dem anderen Elternteil nicht vom Stiefeltenteil.

00:16:45: Es Gibt Familien in denen sich das hervorragend stabilisiert, was auch eine schöne Rolle sein kann für das Stiefelternteil.

00:16:53: Wenn du immer sozusagen der freundschaftliche, angenehme, nicht so helferliche Teil...

00:16:58: Naja!

00:16:59: Das darf man aber nicht verwechseln mit den alltäglichen Regeln die man auch durchsetzen darf.

00:17:04: ich finde da wirklich dass die eigentliche wenn man sowohl juristische Grundlage dafür ne ganz gute Richtschnur gibt Als Stiefelternteil darfst du keine Lebensentscheidung für das Kind treffen.

00:17:16: Du darfst nicht bestimmen, auf welche Schule es geht und über medizinische Behandlungen nicht entscheiden.

00:17:21: Aber du darfst wohl den Alltag mitgestalten!

00:17:25: Du darf sagen wann das Kind ins Bett gehen muss – ganz besonders wenn der andere nicht da ist.

00:17:30: Aber das darfst zu sagen, du darf auch sagen putzt dir die Zähne und du darf doch sagen was er im Haushalt mitzuhelfen hat.

00:17:36: diese normalen alltägliche Dinge Die darfst du sagen, die darfst Du mitbestimmen und da kannst Du die Regeln auch vorgeben.

00:17:44: Und das ist auch konflikthaft durchaus mit den

00:17:46: Kindern.".

00:17:47: Ja total!

00:17:48: Deshalb ist es in anderen Familien so, dass die eine Person also die Stiefelternperson es fortzieht sich aus sowas lieber rauszuhalten.

00:17:56: Das kann so sein?

00:17:57: Ich verstehe aber auch was Du meinst.

00:17:59: damit bleibt natürlich alles an der im Moment anwesenden anderen erwachsenen Personen hängen sprich an der leiblichen Elternfigur.

00:18:07: stichwort Mental Load Wenn man schon sagt, Stieffamilien haben dreimal mehr Stress.

00:18:14: Und dann bist du der leibliche Elternteil und sollst jetzt alles allein regeln, weil die Partnerperson eben nicht die leiblichen Bezugsperson deiner Kinder ist kann das auch die Partnerschaft unter Druck bringen, ne?

00:18:25: Weil wenn die Personen immer sagten, nüs sind aber deine Kinder, kann es auch schwierig werden.

00:18:31: Und deshalb ist was Du sagst letztlich unterm Strich wahrscheinlich das Wichtigste dass man da etwas findet, was für beide passt.

00:18:38: Dass man darüber im Gespräch ist, dass man sich auch sagt, was man wünscht.

00:18:42: und ich habe mir von dir ganz klar auch Beteiligung gewünscht!

00:18:47: Und gerade auch mit den älter werdenden Söhnen mir auch gewünschte, dass du in gewisser Weise eben mehr bist als die immer nur freundliche Anspielpersonen sondern durchaus auch eine väterliche, bisschen regulierende, einflussnehmde erzieherische und Vorbildfunktion

00:19:07: einnimmst.

00:19:09: Ja ja vor allem das war ja kurz Thema.

00:19:13: Wolltest du nicht in Anführungszeichen die Böse sein?

00:19:15: Diejenige die immer die Regeln durchsetzen muss.

00:19:17: Und dass ist auch formal unproblematisch und das kann man sich für diesen gefürchteten Satz sagen der da kommt Du bist nicht mein Vater.

00:19:27: dann kann man sinngemäß gibt tausend Abwandlungen, sagen das stimmt.

00:19:32: Das bin ich nicht und ich erziehe hier auch nicht sondern wir geht es gerade um Regeln die das zusammengeben.

00:19:38: Wir sind so was wie eine WG da machen halt alle das und das.

00:19:42: Ja

00:19:42: und ich würde es einem WG-Mitbewohner genauso sagen und so wie man das für einen WG Mitbewohner durchsetzen würde.

00:19:48: so kann man sich auch selber überprüfen.

00:19:51: Was ist okay?

00:19:52: Was ist dann nicht unbedingt ok?

00:19:54: Das kann allerdings auch Enten und Erziehung kann auch Aufgabe des Stiefelternteils werden, wenn die Beziehung das hergibt.

00:20:05: Wenn genug Zeit vergangen ist vielleicht und man auch so akzeptiert

00:20:09: wird.".

00:20:10: Ja also das ist das was ich meinte.

00:20:11: bevor man sich aber über solche Gedanken macht wer hier wen erzieht ist nochmal das A- und O-diebeziehungen.

00:20:18: Connection geht immer vor correction.

00:20:21: Das ist super wichtig und ich glaube bei uns wäre es ja nicht so gelaufen dass du jetzt glaube ich für die Kinder, also es ist meine Wahrnehmung keine Ahnung wie du das wahrnimmst.

00:20:29: Aber es ist ja schon so dass die Kinder wissen wer ist mein leiblicher Vater und meine Mutter.

00:20:34: aber trotzdem bezeichnen sie uns beide als die Eltern.

00:20:37: Ja Und Du gehst auch zu Elternsprechtagen zum Beispiel wo ich weiß Dass das Freundinnen von mir teilweise total weird finden und dass das in deren Stieffamilien nicht so ist Das Stiefeltern auch diese Art Aufgabe in Familien übernehmen.

00:20:53: Aber bei uns ist das so, dass es so gewachsen über die Dauer der Zeit und Jahre du bist schulisch ziemlich involviert auch Uni.

00:21:02: Ach alles mögliche!

00:21:04: Du hast da schon durchaus sehr väterliche Funktionen aber jetzt kommt noch was dein Kontakt zum echten Vater ist natürlich auch guter.

00:21:12: Und du stehst in gar keiner Konkurrenz und du machst niemandem etwas streitig und du beanspruchst auch keine Position die du mit irgendjemandem umkämpft oder so, sondern ihr seid ja gut miteinander.

00:21:25: Ja

00:21:26: und das halte ich so zumindest für das zweit vielleicht das drittwichtigste in dem ganzen Patchwork-Konzept.

00:21:32: Aber was war denn das erste und zweitwichtigeste?

00:21:34: Das erste ist genau...

00:21:36: Das erst wichtigste ist die Paarbeziehung.

00:21:39: Die Paar Beziehung muss gut sein also die zwei die sich da zusammenfinden, um jetzt erneute Eltern zu sein von der Familie.

00:21:47: Von den neu zusammengefundeten Familien.

00:21:49: Diese Paarbeziehung muss gut funktionieren.

00:21:52: Das ist Nummer eins, das müssen die Kinder dann auch sehen!

00:21:56: Das muss verlässlich sein, das wichtig.

00:21:58: Also von der einen vielleicht strittigen Verpartnerung in die nächste strittige Verpartnierung zu kommen, ist gar nicht gut für die Kinder

00:22:05: funktioniert.

00:22:05: Würde ich gleich gerne noch mal was dazu sagen?

00:22:06: Okay ja also du sagst das Wichtigste ist die Paar- Beziehung.

00:22:10: Das zweitwichtigste... die Beziehung zum Kind, also Beziehungen aufbauen und vielleicht ja Connection herstellen.

00:22:18: Und das vielleicht drittwichtigste aber möglicherweise ist es auch auf gleichem Level ist eine einigermaßen gute Beziehungs-, ich kann da nur zu raten, zu den leiblichen Eltern Wenn das möglich ist zu dem Ex-Partner eine gute Verbindung zu haben Also beide einfach alle an den Kindern beteiligten Dann erspart man sich sehr viel Und man kann Vorteile, die Patchwork auch bringen kann noch ausbauen.

00:22:45: Was man sich erspart ganz zuallererst sind die Loyalitätskonflikte.

00:22:49: Die

00:22:49: ersparte man ja vor allem mit dem Kind!

00:22:51: Ja darum geht es ja... Es geht ums Kind, ganz wichtig!

00:22:54: Ja,

00:22:54: genau, du hattest das glaube ich gesagt ne?

00:22:57: Das müsste eigentlich so eine Regel sein, die genauso gilt wie Bebes darf man nicht schütteln.

00:23:01: Babys darf man Nicht Schütteln, dass weiß jeder.

00:23:06: und genau so ein Regel sollte das sein nicht mies über den Ex-Partner oder die Ex-Patnerin, in Gegenwart des Kindes.

00:23:16: Ja

00:23:16: und niemand!

00:23:17: Niemand!

00:23:17: Das

00:23:18: ist so schädlich und macht für die Kinder so große Probleme und so ein großes Unglück.

00:23:25: Und ich werde immer richtig wütend – und ich bekomme das natürlich häufig mit– und ich verstehe es auch auf der anderen Seite wenn man sich als Erwachsener Mensch schlecht behandelt fühlt und man hat was hinter sich und die Trennung kommt ja auch nicht aus dem Nichts sondern weil man Konflikte hat weil man nicht happy ist und so.

00:23:39: Ich verstehe die Versuchung wirklich, aber es ist so schlimm was das für Kinder bedeutet wenn sie den Eindruck gewinnen Mama oder Papa nicht mehr lieb haben zu dürfen oder nicht mehr frei darüber erzählen zu dürfen was man miteinander erlebt hat Oder Fragen zu stellen oder dass plötzlich das eigene Elternteil zur verschwiegenden Person werden muss.

00:24:00: Ja Das kommt wahrscheinlich von alleine.

00:24:02: sowieso Dieser Loyalitätskonflikt, der ergibt sich von ganz allein.

00:24:06: Den löst man nicht aus dadurch dass man was Schlechtes sagt.

00:24:09: Der

00:24:09: kommt sowieso in dem jemand eben ein Stiefelternteil dazu kommt und diese Rolle zu beanspruchen scheint.

00:24:16: Und es ist die Aufgabe Von Eltern diesen Loyalität Konflikt aufzulösen und den Kind zeigen Es ist alles in Ordnung Du darfst uns alle lieb haben anstatt das auch noch zu befeuern.

00:24:29: Und den Kind eine Art Richter zu machen über Situationen.

00:24:33: oder zu einem Botschafter hier, sagt deiner Mutter dieser Jenaß und es ist Horror!

00:24:38: Und ich werde immer ganz wütend wenn ich mitbekomme in welche Notkinder geraten weil Erwachsene sich nicht im Griff haben und weil die ihr eigenes Ego die ganze Zeit befrickeln müssen vor aller Welt und auch vor dem Kind immer wieder darstellen müssen, dass sie es nicht schuld sind sondern das der andere alles schuld ist.

00:24:59: Es macht mich total wütend!

00:25:00: Er muss durchatmen.

00:25:02: Na vielleicht bin ich ein bisschen genädiger weil ich sage, da muss man auch wissen... Das ist doch nicht jedem klar was sich den kind damit antur.

00:25:10: Sondern man hat auch das Bedürfnis irgendwie als der Gerechte, der Geschädigte, als derjenige dazustehen, der nicht dran Schuld ist.

00:25:18: Man weiß das Kind ist unglücklich, man möchte aber dass man selber trafst.

00:25:22: Dass man selber das Unglaub verursacht hat, ja wie gesagt ich verstehe auch den Impuls einerseits aber auf der anderen Seite man hört ja so oft dass Trennungen Kindern ja auch so schaden und das kann nicht nur aus meiner eigenen Praxis sagen Ich kenne dazu keine Statistiken.

00:25:36: Aber erstens Ja Kinder leiden unter Trenningen.

00:25:40: vor allen Dingen Leiden sie aber unter dem unsäglichen Verhalten Erwachsenen Das mit der Trennung einhergeht Nicht unter der Trennung an sich.

00:25:47: Kinder sind total flexibel, total adaptiv und solange alle Bezugspersonen vernünftig miteinander umgehen gibt es für ein Kind keinen großen Grund unter einer Trennung zu leiden.

00:25:58: Solange es sicher ist, alle haben mich weiterhin lieb ich darf alle weiterhin auch liebhaben dann ist das immer noch ein kleiner Bruch im Leben und erfordert eine Anpassungsleistung.

00:26:08: aber das zerstört Kinder nicht.

00:26:10: Nein, cool ist das nicht.

00:26:12: Das ist jetzt nichts Erstrebensbettes?

00:26:13: Das sollte nicht dein Kind immer mal durchgemacht haben, damit es irgendwie besser wird?

00:26:17: So nicht!

00:26:17: Nee aber Kinder leiden nicht automatisch unter einer Trennung.

00:26:20: Gleichzeitig habe ich auch ganz viele erwachsene Menschen gesehen die darunter leiden dass ihre Eltern sich nie getrennt haben... Das kann auch passieren ja

00:26:28: fairerweise.

00:26:29: Also ich hab Leute die ja leiden unter der Trennung der Eltern.

00:26:32: Ich hab' Leute die leiden Unter der Nicht vollzogenen Trenning der Eltern.

00:26:36: Das kann alles so sein.

00:26:37: Aber worunter Kinder wie gesagt definitiv leiden ist, wenn sie selber ihr Herz zerteilen müssen.

00:26:44: Wenn Sie bei dem einen Eltern eine andere Person darstellen müssen als beim anderen Elternteil.

00:26:50: Wenn sie sich zerrissen fühlen, wenn Sie das Gefühl haben, sich aufteilen zu müssen und sich plötzlich ganz falsch zu verhalten, Emotionsregulationen für die Erwachsenen übernehmen müssen – Das ist echt ein Problem!

00:27:02: Und da hat man natürlich auch als Patchwork oder als Schiefvater, als Stiefmutter ein Riesenproblem.

00:27:09: Wenn von dem leiblichen Elternteil dann noch die Botschaft ausgeht so für den Wegen sie oder er hat die Beziehung kaputt gemacht ist das nicht nur ein Ausseiler sondern auch noch ein Zerstörer und macht mein Vater oder meine Mutter traurig oder so.

00:27:22: ne?

00:27:22: Ja muss das Kind einen Stellvertreterkrieg herbesten beginnen?

00:27:26: ja und an der Stelle beispielsweise Ja, wie soll ich das sagen?

00:27:31: Können wir gar nicht mehr richtig als Vorbild dienen.

00:27:33: Da hatten wir einfach Glück!

00:27:35: Ja ja also ernsthaft... Wir haben nichts dergleichen gehabt und nichts der gleiche erlebt Und wir sind alle gut miteinander und wir feiern Geburtstage und Weihnachten zusammen.

00:27:44: Sofern denke ich manchmal... Ich kann über Patchwork-Schwierigkeiten nicht sagen weil habe ich zum Glück nicht.

00:27:50: Auf der anderen Seite denke ich naja aber vielleicht haben wir diese Schwierigkeiten auch nicht Weil wir bestimmte Dinge Mehr oder weniger intuitiv irgendwie ganz gut gemacht haben.

00:28:00: Ja, zu Beginn hat mein Bruder mir übrigens gleich zwei Bücher geschenkt... Ich

00:28:05: weiß!

00:28:05: Ich weiß, deine Familie war sehr besorgt.

00:28:08: Ja?

00:28:08: Beteiligt auch.

00:28:09: Die waren bemüht, dass das funktioniert.

00:28:12: Total.

00:28:14: Das Schöne ist die beiden Bücher sind noch eingeschweißen.

00:28:17: Ich hatte mich aber fest vorgenommen und ich hätte es auch gemacht, die in dem Moment zu bemühen, wenn irgendwas nicht gut läuft sollte oder aus dem Ruder läuft, da ich das Gefühl habe, Und dazu möchte ich auch raten, also es gibt Literatur dazu.

00:28:31: Es gibt Leute die das durchgemacht haben und es gibt Leute, die sich noch besser auskennen damit als wir.

00:28:37: Das sollte man nutzen!

00:28:38: Ja absolut.

00:28:39: Auch da habe ich so eine Statistik lesen wie gesagt Zahlen.

00:28:42: Ich lasse die heute mal außen vor weil viele dieser Befragungen nicht in Wirklichkeit wissenschaftlichen Standards genügen, egal.

00:28:50: Wir können ja unterm Strich festhalten es ist extrem hilfreich sich mit der neuen Patchwork Situation sehr bewusst auseinanderzusetzen nicht davon auszugehen dass das alles von alleine gut zusammen fällt weil man sich halt liebt.

00:29:02: Das wird nicht so passieren und einer der wichtigsten Faktoren ist tatsächlich Psycho-Education also das heißt Kenntnis über solche Strukturen und Prozesse zu haben.

00:29:12: er weiß sich als eine der wichtigste Faktore damit das Ganze gelingt.

00:29:16: Und da sind wir ja im Grunde gerade dabei.

00:29:18: Mitten

00:29:18: dabei und mittendrin!

00:29:20: Und eine Sache, die ich für sehr wichtig halte, die man lernen muss ist dass die Konflikte, die entstehen in Familien sowieso in Patchwork-Familien ganz besonders das sie systembedingt sind.

00:29:33: In dem Moment wo man einen Streit, wo man ein Konflikt hat... ...in den momenten hat man ja das Gefühl mein Gegenüber ist im Unrecht oder macht was falsch oder fühlt sich falsch Oder ist halt nicht richtig, hat Charakterfehler.

00:29:45: Das ist das Gefühl in dem Moment.

00:29:48: In Wirklichkeit ist es aber so, dass viele der Streits vorhersehbar sind weil das System sie wie fordert und das muss man sich klar machen mein Gegenüber is kein Idiot oder falsch und böse sondern das System indem wir gerade sind bedingt dass es zu Konflikten kommt.

00:30:05: also Es ist jetzt nicht das sterische Kind das jetzt ein Problem hat Sondern es ist die Gesamtkonstellation.

00:30:13: Ich vielleicht auch als erwachsene Person zuforsch vorgegangen bin oder die Tragfestigkeit der Beziehung zu diesem Kind noch überschätzt habe, eine Grenze überschritten habe.

00:30:23: Vielleicht in Augen des Kindes zu mütterlich aufgetreten bin, obwohl es mir diese Rolle noch nicht gibt oder so... Also man muss immer gucken wie ergibt sich das im Gesamtkontext?

00:30:33: Was bildet sich hier ab anstatt zu sagen warum machst du hier so ein Stress?

00:30:37: Ja absolut!

00:30:38: Und man muss sich klar machen, das kommt alles noch zusätzlich zu den Dingen die ganz normal sind an Konfliktpotenzial.

00:30:44: Dass eine Familie bürgt nun mal und in verschiedenen Altersstufen von Kindern ist es verschieden und du kannst fest damit rechnen dass in pubertären Zeiten Konflikte aufkommen.

00:30:56: Das gehört dahin.

00:30:57: ja genau das ist dann auch überhaupt nicht nur unbedingt der Patchwork Situation beschuldet sondern da ist es in allen Familien nicht nur schön.

00:31:06: Du hattest gerade schon gesagt, was du erstens, zweitens, drittens sozusagen wichtig findest.

00:31:10: Wollen wir das nochmal zusammenfassen?

00:31:11: Du hättest gesagt Das wichtigste ist in deinen Augen dass die Paarbeziehung gut funktioniert und das würde ich auch auf jeden Fall unterstreichen aber halt schon nicht auf Kosten der Kinder.

00:31:23: also es wäre ja jetzt schon schwierig zu sagen so Ich habe hier eine neue Partnerin oder einen neuen Partner Der zieht jetzt bei uns ein Mir egal, ob ihr miteinander zurechtkommt.

00:31:35: So nach dem Motto Friss oder Stirb.

00:31:37: Das würde ich jetzt schon ein bisschen sanfter einstielen.

00:31:41: sagen wir mal

00:31:41: Ja auch das ist ein Tipp ein bisschen aus der Erfahrung dass man das langsam angeht und nicht abrupt und nicht so den Kindern überwirft sondern möglichst langsam da reingeleitet.

00:31:54: Und Ich würde sogar noch weitergehen und sagen mit dem neuen Partner Partnerin eine Familie noch mal zu gründen, Patchwork-Familie aufzumachen sollte man sich der Partnerschaft auch sehr sicher sein.

00:32:06: Denn wir wissen das aus den Statistiken die zweite Ehe hat eine größere Wahrscheinlichkeit nochmal kaputtzugehen als die erste.

00:32:13: schon

00:32:14: Ja und werden ja gerade schon gesagt wenn diese Familien unter dem dreifachen Stress stehen ist es ja auch nachvollziehbar dass diese Familien nicht einfach automatisch und easy funktionieren.

00:32:24: absolut.

00:32:25: Ich kenne auch Konstellationen, wo ganz kreative Wohnmodelle gefunden wurden.

00:32:30: Also das zum Beispiel die beiden leiblichen Eltern... ...die Wohnung behalten in der sie mit dem Kind zusammengelebt haben und nur zeitweise mit dem neuen Partner zusammenleben.

00:32:42: also ich glaube das Modell hat auch einen Namen.

00:32:44: Also dass sozusagen die Kinder immer in ihrer Wohnung bleiben in ihrer älterlichen Wohnung und die Eltern wechseln.

00:32:50: Die Kinder sind immer da!

00:32:52: Spannend

00:32:52: Aber die Eltern wechseln.

00:32:54: Das war zum Beispiel ein Modell, das meine eigenen Eltern derzeit lang gemacht haben.

00:32:57: Wir hatten immer unser Elternhaus Meine Mutter hat mit ihrem Partner woanders gelebt und mein Vater auch woanders gelebt Und die haben zu uns gewechselt.

00:33:06: Bitte wie war das?

00:33:07: Für uns als Kinder Ja cool Super.

00:33:10: Also wir mussten uns ja was... Was das Wohnumfeld angeht Schule Oma, Opa all das gar nicht umgewöhnen.

00:33:16: Ja dann war halt mal meine Mutter bei uns Mal meinen Vater.

00:33:20: Die hatten aber ihre eigenen Wohnungen eben auch.

00:33:22: Also das kann ja funktionieren, aber es geht halt nur wenn Erwachsene sich auch echt zusammenreißen.

00:33:27: Da bin ich wieder so ein bisschen bei der starken Verantwortung wie hier bei den Erwachsenen sehe dass für die Kinder glimflich zu machen und...

00:33:36: Das muss ja sehr zentrale Gedanke sein weil sowas das Kind muss in den eigenen Gedanken sehr im Mittelpunkt stehen denn deine Eltern mussten sehr diszipliniert sein.

00:33:44: du musst die Wohnung ja so verlassen Dass der andere nicht kommt und sagt, was denn hier

00:33:48: los?

00:33:48: Wie sieht's denn

00:33:49: aus?

00:33:49: Alles Mist.

00:33:51: Das braucht eine genaue Absprache.

00:33:52: Total!

00:33:53: Und deshalb ich finde das richtig, was du sagst... ...und du hattest ja auch schon betont dass die Stabilität in der Beziehung auch das ist, was dafür sorgt, dass es Kindern gut geht oder nicht gut geht.

00:34:03: also auch was man in der neuen Patchwork-Situation den Kindern vorlebt wie man miteinander streitet wie man überhaupt miteinander umgeht wie man Kritik äußert wie man das zusammenleben gestaltet.

00:34:13: Kinder profitieren ganz stark davon, dass diese neue Partnerschaft eine gute und eine stabile und eine harmonische ist.

00:34:20: Aber das fällt einem halt nicht in den Schoß.

00:34:22: dafür muss man manchmal ein bisschen was tun Und das im Blick zu behalten trotz des Stresses, den man empfindet und trotzdem auch die Kinder zu priorisieren Das ist schon ein Spagat.

00:34:35: Ich möchte aber auch ehrlich sagen Patrick kann ja auch ein Vorteil sein gerade für Paare.

00:34:40: Es hat ehrlich gesagt mehrere.

00:34:43: Also

00:34:44: die Chancen, die da drin liegen sind nicht zu verachten.

00:34:48: Beginnen wir mal damit dass du ja so häufig sagst wenn zwei Menschen sich trennen haben vier Menschen die Chance glücklich zu werden?

00:34:53: Ja

00:34:54: genau!

00:34:54: Das mal das eine.

00:34:56: aber auch für Kinder kann es wenn es gut läuft eine Chance sein mehrere Modelle kennenzulernen.

00:35:03: Das ist ja so ein Spruch von mir.

00:35:04: Erziehung ist nutzlos.

00:35:05: man lernt vom Vorbild und es gibt jetzt die Möglichkeit mehrere Vorbilder zu haben.

00:35:10: Und denkbar ist, dass sich ein Kind das ja von den Vorbildern lernt mit denen es auch ganz nah zusammen lebt die auch echte Vorbilder sind verschiedenste Dinge sich aneignen kann und sogar nicht nur eine Vaterfigur oder Mutterfigur hat sondern mehrere und aus denen auch noch sich die verschiedene Dinge raus picken kann.

00:35:28: Eine neue zusammensetzen.

00:35:29: Das kann echt eine Chance sein!

00:35:31: Ja absolut.

00:35:32: aber ich meinte jetzt ehrlich gesagt auch ganz pragmatisch man hat doch als Paar viel mehr Freizeit wenn man mit dem Leib bisschen älternt.

00:35:41: Ja, es ist doch so... Es ist die Wahrheit!

00:35:44: Also viele haben ja nur diese alle zwei Wochen das Wochenende-Regel.

00:35:49: Das war jetzt bei uns nicht so, sondern wir haben ja wirklich Fifty Fifty geteilt.

00:35:54: Wir hatten auch als Paar richtig viel Freizeit miteinander, so wie beide.

00:35:58: Und das ist schön.

00:36:00: Da kann man alle Eltern fragen, vor allem wenn sie kleinere Kinder noch haben oder Dass das Kind Nummer eins schon mal ein bisschen aus dem Gröbsten raus ist und dann kommt Kind Nummer zwei.

00:36:11: Und dann kommt vielleicht noch Kind Nummer drei, da sind sehr viele Jahre die man immer in Verantwortung steht und niemals längere Zeit am Stück für sich gemeinsam hat.

00:36:21: was nicht unwichtiges?

00:36:22: Ja du hast recht im besten Fall kommen ja noch tanten, netzend Onkel und nochmal Großeltern dazu.

00:36:29: Ja, genau.

00:36:30: Aber dazu gehört schon das was du gerade gesagt hast dass man dann auch gleichzeitig wiederum akzeptiert, dass in anderen Familien Dinge anders laufen oder dass es in der anderen Familie jeweils wo die Kinder jetzt auch sind andere Regeln gibt.

00:36:45: Das kann schwierig sein aber das ist wieder eine Chance!

00:36:48: Es gibt ja so Familienneurosen die sich weitergeben über Generationen wie man mit passiv aggressiven Verhaltensweisen umgeht wie man sie vielleicht doch nutzt wie streit gelebt wird beispielsweise.

00:37:01: Und da schleichen sich manchmal schädliche Sachen ein und mit so einer Patchwork-Familie wird das Schädliche auch ein bisschen verwässert!

00:37:10: Und Kinder haben die Chance, dadurch ja auch einen Einblick zu bekommen – und das finde ich immer gut -, dass das, wie es jetzt Zuhause läuft nicht das goldene Grundgesetz ist sondern, dass in anderen Familien Sachen anders laufen, dass man Sachen auch anders machen darf.

00:37:28: Bei der einen Familie sitzen alle am Tisch und essen mit einer Serviette auf dem Schoß.

00:37:34: Und in einer anderen Familie darf man auch mal Pommes vom Fernseher essen, so also ein bisschen kaltcher Clash mitzubekommen das Weihnachten hier so und da ganz anders gefeiert wird oder gar nicht und dass es hier ein bisschen lauter und lustiger ist und hier ein bischen seriöser und kulturell ambitionierter.

00:37:51: Was weiß ich?

00:37:52: Ja, es gibt dann kein Falsch!

00:37:54: Es gibt keinen Falssch.

00:37:54: Und diese Erfahrung finde ich für Kinder gut.

00:37:57: aber auch da ist es wieder an Erwachsenen das auch zu tolerieren dass auch die Person von der Ich mich getrennt habe neue Wege geht vielleicht auch eine neue Partnerschaft eingeht und sich unter Umstände auch ganz anders entwickelt.

00:38:08: also wenn man das nicht ertragen kann wird's schwierig.

00:38:11: Da der Stelle bin ich vielleicht ein bisschen ungenedig.

00:38:14: Das muss man ertragen.

00:38:16: meine so sage ich das jetzt mal

00:38:18: Ja, man kann halt nicht daherkommen und sagen aber so wie ich die Regeln aufgestellt habe sind sie richtig.

00:38:24: Und die gelten jetzt auch noch für meinen Ex-Partner oder Partnerin und deren neue Partnerinnen und den Kindern, die die mitbringt... Also was ist das für eine Erwartungshaltung?

00:38:32: Natürlich läuft es da anders!

00:38:33: Nein,

00:38:34: so rum funktioniert's nicht.

00:38:35: Obwohl – mit einer kleinen Einschränkung vielleicht – das ist auch nur persönliche Meinung, auch nicht empirisch belegt als Stiefelternteil.

00:38:45: meiner Vorstellung nach kann es hilfreich sein, mit dem leiblichen Elternteil als Stiefelternteile freundlich zu sprechen und zu fragen wo denn eigene Erziehungsprioritäten lägen.

00:39:00: Damit ich nicht komplett konträrgehe...

00:39:03: Hast du das gemacht?

00:39:04: Ja habe ich auch gemacht!

00:39:08: wie wir zu sprechen.

00:39:09: Lassen Sie aber

00:39:09: zwei Vorteile, erstens ich hätt es durchaus soweit meine Toleranz das zulassen würde, würde ich das tatsächlich machen und mitgeben und es macht für den leidlichen... Warte,

00:39:18: du hast ihn gefragt was er sich an Einwirken deinerseits wünscht oder was er für Vorstellung

00:39:24: hat?

00:39:24: Ja, was für Wertes

00:39:24: gibt die?

00:39:25: Das würde ich dann

00:39:26: durchgehen.

00:39:27: Welche

00:39:27: Werte sind wichtig nicht zu brechen usw.

00:39:31: Und das würde ich denn mitnehmen.

00:39:33: Das würde dich beachten.

00:39:34: Ich wusste gar nicht dass ihr solche Gespräche hattet!

00:39:37: Ernsthaft so gemeint.

00:39:39: Das ist wirklich auch so gemein.

00:39:40: Vor allem solange noch keine eigene Tiefebindung zum Kind da ist, beidseitig... Da würde ich das durchaus stellen.

00:39:47: mir vor dass das eine gute Idee ist und es hat einen zweiten positiven Effekt und zwar den, dass der Leibliche in dem Fall Vater ein gutes Gefühl von mir hat.

00:39:57: Und es fällt ihm leichter gut über mich zu sprechen vom Kind oder so.

00:40:02: Also es verbessert einfach die Beziehung zwischen denen.

00:40:05: Darf ich dir schlecht lichen oder würde mal elternteilen?

00:40:07: Ja,

00:40:08: ja.

00:40:08: Ich verstehe.

00:40:09: Franka, es gibt übrigens noch einen ganz spannenden Vorteil den Patchwork-Familie bieten kann und zwar für das Stiefelternteil!

00:40:18: Wir haben doch gerade gesagt dass man die Autorität in dem Sinne erstmal nicht hat steht einem nicht

00:40:23: zu.

00:40:25: Das ist ein freundlicher Neuer Erwachsener.

00:40:27: Man will oder sollte trotzdem ein Stück weit führen und man nennt das Führung ohne Macht ist laterale Führung.

00:40:35: Das kommt aus der Unternehmensberatung.

00:40:37: oder in Unternehmen gibt es das.

00:40:38: und ehrlich gesagt, wenn ich ein Unternehmen hätte und bräuchte eine Führungskraft an einer Position die nicht besonders autoritär sein soll, wo wir hierarchienflach sind dann würde ich mir einen Stiefeltern teil suchen.

00:40:53: nur dass gut zu Hause läuft.

00:40:54: ja Denn wenn du jemanden führen willst, dann musst du es als Vorbild machen.

00:40:58: Du musst Commitment haben!

00:40:59: Du musst also Übereinstimmung haben... Du musst Motivation irgendwie ausgeben.. Du musst

00:41:04: eine gute Beziehung

00:41:05: haben?

00:41:05: So kannst du in einer Firma dein Team auch führen ohne echter Vorgesetzter zu sein und trotzdem Einfluss zu haben.

00:41:12: Also

00:41:13: findest du bist ein lateraler Führer oder du bist unser Seniorchef?

00:41:22: Ja aber nicht sehr autoritär das stimmt schon.

00:41:24: Du bist noch nie autoritär aufgetreten bei uns.

00:41:26: Ist es aber schon so, dass wenn du sagst sowas wie freut mich nicht?

00:41:34: Dann bist alle Bescheid!

00:41:38: Also was du sagest ist Stieffamilien bringen exzellente Führungskräfte hervor.

00:41:43: habe ich das richtig verstanden?

00:41:45: Können

00:41:46: ja interessant und wie gesagt aufgrund der herausfordernden Logistik auch wahrscheinlich insgesamt ganz gute Manager Weil das muss man erst mal alles unter einen Hut kriegen.

00:41:57: Ja, ja ist so.

00:41:58: Es hilft natürlich auch da wenn alle an einem Strang ziehen.

00:42:01: Okay also lass uns nochmal zusammenfassen Wenn eine Patchwork-Situation funktionieren soll dann ist es erstmal wichtig dass man trotz des großen Stresses als Paar gut funktioniert und auf die Paarrolle aufpasst Und das auch priorisiert aber eben nicht auf Kosten des Kindes Wie gesagt, mit Vorsicht zu genießen.

00:42:22: Aber ich habe tatsächlich gelesen, dass die Anzahl der Jahre, die das Kind alt ist

00:42:26: ...

00:42:28: Die Zahl ist wie lang das Kind braucht dich wirklich als erziehungsberechtigte Person als In-Group-Member zu akzeptieren?

00:42:39: Und es bedeutet bei einem zweijährigen Kind, dass dich das als vierjähriges wirklich wie ein Papa akzeptiert könnte... Es bedeutet aber beim zehnjährigen Kind ganz realistisch bleiben muss, wie nah dich das Kind lässt.

00:42:53: Und es gibt Befragungen dazu dass Kinder von ihren Stiefeltern häufig erstens weniger Körperlichkeit und zweitens weniger Erziehung wünschen als angeboten wird.

00:43:06: Das kann schmerzhaft sein aber vielleicht muss man das einfach im Hinterkopf behalten, dass Kinder Individuen sind die ihre Grenzen haben und ihr Tempo haben Dass da nichts falsch läuft, wenn das nicht über Nacht alles super funktioniert.

00:43:19: Sondern dass man sich behutsam aufeinander zu bewegt und Geduld mitbringt.

00:43:24: Das Angebot sollte allerdings stehen!

00:43:27: Ja, das Kind muss es irgendwie bestimmen.

00:43:30: Und das Angebot muss aber stehen.

00:43:32: Zweitens.

00:43:33: Loyalitätskonflikte der Kinder sind normal.

00:43:37: Die gehören dahin.

00:43:39: Wir müssen als Eltern alles tun um die... möglich zu reduzieren.

00:43:43: Das bedeutet, es wird nicht schlecht über die anderen Elternteile geredet.

00:43:48: Punktum!

00:43:48: Keine Ausnahme.

00:43:50: Ja

00:43:50: Und mir hat dieser Begriff Familienarchitektur so geholfen, weil ich noch mal viel besser verstanden habe.

00:43:56: Nur weil ich jemanden an meine Seite stelle wie auf einem Familienaufstellungsbrett oder so ist das keineswegs die Wahrnehmung meiner Kinder und es ist auch nichts was ich von ihnen erwarten und ihnen vorsetzen darf was jetzt so zu akzeptieren wäre sondern Kinder haben da ihre eigene Wahrnehnung und haben auch einen Recht darauf.

00:44:12: Das macht aber systemisch gesehen schon mal Probleme die sich dann möglicherweise an einem Kind zeigen, aber dann darf es nicht heißen das Kind ist jetzt das Problem.

00:44:22: Sondern vielleicht haben wir in diesem komplexen Geflecht, in diesem System was übersehen, was uns aber alle betrifft.

00:44:29: zum Beispiel wir waren zuforscht oder zu schnell oder haben Rollen eingenommen die das Kind uns noch gar nicht gibt oder so.

00:44:36: und drittens Es lohnt sich sehr sich mit dem Ex-Partner gut zu verstehen Und eine gemeinsame Richtung gemeinsames Erziehen anzustreben Ja.

00:44:47: Und ich weiß, und das habe ich natürlich in der Praxis zuhauf, dass dann Menschen sagen ja da bin ich aber nicht alleine daran beteiligt.

00:44:55: was soll ich denn machen wenn mein Ex-Partner oder meine Ex- Partnerin komplett die ganze Zeit gegen mich schießt oder gegen meine neue Partnerin, meinen neuen Partner Wenn diese Art von Kooperation einfach nichts zu machen ist.

00:45:07: Da kann ich nur ermuntern möglichst rechtzeitig Hilfe hinzuziehen.

00:45:12: Das kann Mediation sein, das kann Familienberatung sein.

00:45:15: Das kann Familientherapie sein.

00:45:18: Eine Beratungsstelle sein irgendjemand der vielleicht hilft dieses andere Elternteil mit ins Boot zu holen.

00:45:25: weil eigentlich unterm Strich möchten wir Eltern doch vor allen Dingen dass es unseren Kindern gut geht und das ist so.

00:45:30: der Punkt an dem wir absehbar wissen ob eine Trennung sich schädlich auswirkt auf Kinder oder nicht entscheidet sich unter anderem an diesem Punkt und es sollte doch dem anderen Elternteil auch wichtig sein.

00:45:43: Also da würde ich wirklich vieles tun, damit das funktioniert.

00:45:49: aber dazu gehört auch dass man sich selbst zusammenreißt.

00:45:52: Ja Es hilft es so zu sehen nicht jeder der Beteiligten ist zu fünfzig Prozent verantwortlich sondern jeder zu hundert.

00:46:01: Das ist das was mal anstreben sollte.

00:46:04: Wenn jemand gar nicht mitmacht, macht er gar nichts mit.

00:46:06: Dann kannst du nicht viel tun!

00:46:07: Aber du musst zu hundert Prozent offen dafür

00:46:10: sein.".

00:46:10: Ja

00:46:11: und nicht sagen, ja guck mal der gibt sich auch keine Mühe dann kann ich ja jetzt auch schlecht über den reden.

00:46:15: So nee, nee.

00:46:15: Das ist

00:46:16: eben nein.

00:46:17: Nee, das ist hart manchmal.

00:46:20: Keine Frage.

00:46:21: Ist es durchaus?

00:46:22: Und genau deswegen gibt es ja auch entsprechende Beratungsangebote und Hilfsangebete und die würde ich unbedingt auch an Anspruch.

00:46:29: Auch wenn man selber für sich persönlich merke Stoß hier an Grenzen, ich kann gar nicht weiter.

00:46:33: Ich bin total fertig.

00:46:34: Dann kann man sicher auch Hilfe

00:46:36: suchen.".

00:46:37: Ich habe ja Entscheidungs-Podcasts.

00:46:39: Den kann man bei Pottimo anhören.

00:46:41: Der hat den lustigen Namen, wie ich finde, Split Happens.

00:46:44: und da hab' ich mit einer Anwältin geredet.

00:46:46: Und die hat mir damals gesagt also eine Ehe ist eigentlich auch nun Vertrag.

00:46:49: So!

00:46:50: Und dem Vertrag erfüllt man.

00:46:51: Und so gesehen könnte man ja auch die andere Elternpersonen, sprich Vater oder Mutter meines Kindes was das angeht als Geschäftspartner in einem gemeinsamen Projekt betrachten.

00:47:01: Das Projekt ist das gemeinsame Kind und dass es dem Kind gut geht.

00:47:05: Und beide sollten halt, selbst wenn man privat und romantisch nicht mehr liiert isst trotzdem wie so eine Art gute Geschäftspartner fungieren...

00:47:15: Um das Projekt kind?

00:47:16: Mit das Projekt Kind genau!

00:47:18: So ja meine Güte ne, wenn einem das hilft das so zu betrachten.

00:47:22: Man muss sich nicht lieben um vernünftig miteinander umzugehen.

00:47:26: Ja das betrifft übrigens auch die Beziehung in der Patchwork-Familie.

00:47:30: Das wäre dann zum Beispiel auch die Aufgabe des leiblichen Elternteils, wenn das Kind ziemlich doof zum neuen Partner ist.

00:47:37: Kannst du sagen ja is nicht dein Elternteil aber wir verhalten uns respektvoll trotzdem!

00:47:43: Und Respekt aber auch natürlich für Abgrenzungs-Tendenzen oder auch für Wünsche nach Privatheit.

00:47:49: gerade bei älteren Kindern, bei Teenagen habe es grad schon mal kurz angerissen.

00:47:53: Die haben sich nicht ausgesucht Stiefgeschwister plötzlich zu haben.

00:47:56: Die haben sich nicht ausgesucht, plötzlich ganz viel Zeit zu teilen oder extra Aufgaben zu übernehmen oder und auch in solchen komplexen Fällen wenn es dann wirklich schwierig und wirklich sperrig wird würde ich gezielt Beratung in Anspruch nehmen.

00:48:11: Und wenn ein Großteil davon gut funktioniert?

00:48:13: Dann kommen die Vorteile von Patchburg deutlich zutage bisschen mehr Zeit Möglichkeiten für die Kinder sich anders orientieren familiäre Neurosen loszuwerden.

00:48:25: Und eine stabile Liebesbeziehung, die für die Kinder als tolles Modell dafür dienen kann wie romantische Beziehungen aussehen können weil ja idealerweise die Stiefeltern eben nicht hochstrittig sind oder verkracht oder nicht mal miteinander reden oder so.

00:48:41: Weil die haben sich gerade frisch zusammengetan

00:48:43: Und von den vielen Geschenken zu Geburtstag und Weihnachten wollen wir gar nicht erst reden.

00:48:47: Ja, genau!

00:48:47: Die neuen Oma's und Opa's und alle die... Also wenn es gut läuft steht eine Patchwork-Familie in dem was sie Kindern anbieten kann.

00:48:56: An großer Liebe, an Stabilität, an Halt, an Fröhlichkeit.

00:49:00: In nichts aber auch in gar nichts nach.

00:49:04: Ich muss ehrlicherweise sagen ich sehe vor allen Dingen die Vorteile, die du gerade genannt hast

00:49:10: sage ich jetzt sowas wie Danke.

00:49:12: Ich hab zu Dank!

00:49:15: Wir wissen und ich habe das am Anfang schon mal gesagt, dass wir nicht die Komplexität von allen Patchwork-Situationen abbilden können und deswegen bleibt es hier auch nur ein anderes von dieser Thematik.

00:49:26: Vielleicht

00:49:26: konntet ihr trotzdem bisschen was mitnehmen?

00:49:28: Und wir freuen uns wenn ihr uns zum Beispiel auf Instagram dazu eure Erfahrung darlasst.

00:49:39: Psychologie und bin gespannt, wie ihr euren Flickenteppichalltag so wuppt.

00:49:46: Wir hören uns gerne nächsten Sonntag wieder!

00:49:48: Danke fürs Zuhören und bis dahin Tschüss!

00:49:51: Das war's für heute.

00:50:01: ich hoffe du konntest eine Menge frischer Gedanken für dich mitnehmen.

00:50:06: Mehr davon gibt es auch auf meiner Seite www.franca-gerouti.de Und natürlich nächste Woche hier.

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