Warum wir uns ständig vergleichen
Shownotes
„Der Vergleich ist der Dieb der Freude“ soll Theodor Roosevelt gesagt haben. Ist das so? Immer? Fest steht: Wir vergleichen uns nach oben. Wir vergleichen uns nach unten. Und wenn’s richtig unfair wird, gibt’s ein Affen-Theater! Franca und Christian sprechen heute darüber, warum es fast körperlich weh tut, wenn wir „schlechter“ sind als andere und so wohlig, wenn wir „besser“ sind. In dieser Folge geht es weniger darum, dass wir uns nicht mehr vergleichen, als vielmehr darum, es bewusst mitzubekommen.
Das Video mit den Kapuzineräffchen zur Studie von Brosnan et de Waal (2003), Nature, 425, 297-299 - Monkeys reject unequal pay: https://youtu.be/meiU6TxysCg?is=hM1B9tACh6CK7agm
Meta-Analyse zu Social-Media-Vergleichen und Körperbild (Bonfanti et al., 2025): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39721448/
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Am 09.05.2026 sind Franca und Christian beim ARD Sounds-Festival in Nürnberg live auf der Bühne! Tickets gibts hier: Psychologie to go! - LIVE https://bayerischer-rundfunk.ticket.io/BuUPYt60/
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Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Episode Psychologie To Go.
00:00:05: Das ist dein Podcast für hilfreiche Gedanken und Impulse direkt aus meiner psychotherapeutischen Praxis!
00:00:12: Am neunten Mai, zwanzigundzwanzig könnt ihr uns live auf dem Podcast Festival, auf dem Sounds Festival der ARD in Nürnberg sehen Und für dieses Festival gibt es vergleichsweise noch viele Karten Wenn man es mit Mannheim vergleicht, denn da gibt's keine Karten mehr leider.
00:00:31: Du bist für mich der König der super subtilen Überleitungen!
00:00:37: Ich weiß nicht ob man beim Radio für sowas gefeuert oder befördert wird... ich bin nicht sicher.
00:00:42: Das kommt darauf an wie gut oder schlecht meine Kollegen die neben mir wären im Vergleich.
00:00:52: Also nach diesem Spoiler ist vielleicht direkt erkennbar, worum es in dieser Podcastfolge heute geht?
00:00:57: Es geht ums Vergleichen!
00:01:00: Dass wir uns alle vergleichen das ist aber manchmal ein erheblichen Unterschied macht mit wem wir uns vergleich'n dass es ganz viel mit unserer Stimmung macht wie wir uns ver-gleichen beziehungsweise wie wir den Vergleich verarbeiten.
00:01:14: Und der Mann, der hier so vergleichsweise brillante Podcast-Einstiege macht ist Christian Weiß.
00:01:20: Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie – und du bist Franka Thieroti!
00:01:25: Ich bin Psychotherapeuten von Beruf.
00:01:27: Theodor Roosevelt wird der Satz zugeschrieben….
00:01:30: Der Vergleich ist der Dieb der Freude
00:01:33: Das es total war und ich würde gerne vielleicht kurz erzählen wie ich überhaupt auf das Thema gekommen bin oder wie wir da drauf gekommen sind.
00:01:40: und zwar habe ich ja eine kleine Online-Community mein Zieselkurs, wo ich alle vierzehn Tage online bin und auch auf persönliche Fragestellungen mal Bezug nehme.
00:01:52: Und ich umreiß das jetzt nur kurz – Ich nenne die Teilnehmerin jetzt Mal!
00:01:56: Karin ist nicht ihr wirklicher Name.
00:01:59: unsinngemäß ging es darum dass sie eine Phase der psychischen Belastung überwunden hat.
00:02:05: eigentlich geht es ihr wieder gut.
00:02:07: Sie ist wieder arbeitsfähig in Teilzeit und so für sich genommen könnte sie sich darüber freuen tut das auch.
00:02:14: Und jetzt merkt sie aber, dass wenn Sie sich jetzt in den Vergleich stellt mit Menschen die zum Beispiel Vollzeit arbeiten oder die darüber hinaus eventuell auch noch Kinder haben und dann ihren Haushalt toll geregelt bekommen usw.
00:02:28: Dann fühlt die Karin sich wieder schlecht!
00:02:31: Das war so ganz grob das Thema... ...und ich dachte, das könnte vielleicht für viele Menschen relevant sein.
00:02:37: also lass uns da mal drauf gucken
00:02:40: Dass wir als Menschen uns überhaupt vergleichen, das ist ja ganz normal.
00:02:44: Das hat die Evolution bei uns auch so eingerichtet und Druze Welt hatte glaube ich nur zur Hälfte recht denn Vergleichen kann auch ein Quell von Freude sein!
00:02:54: Die Frage ist ein bisschen wohin man sich vergleicht?
00:02:57: Nach in Anführungszeichen oben oder unten?
00:03:01: Ja um das kurz zu erklären also mit abwärts vergleich es gemeint dass wir uns ja mit menschen vergleiche könnten den is in welcher hinsicht auch immer schlechter geht.
00:03:10: Und damit kann alles mögliche gemeint sein, also vom Konto-Stand über's Aussehen bis zum Gesundheitszustand wenn ich mich darauf konzentriere dass es anderen schlechtergeht oder andere weniger haben oder vom Schicksal noch mehr gebeutelt sind und so weiter.
00:03:25: Also das ist der sogenannte Abwärtsvergleich.
00:03:27: dann kann das kurzfristig stabilisierend sein Und es ist ja manchmal sogar eine Empfehlung, glaube ich.
00:03:34: Also wenn zum Beispiel jemand krank ist sich bewusst zu machen dass es anderen noch schlechter geht oder so.
00:03:38: also das bekommt man ja auch manchmal schon als Empfehlungen.
00:03:41: aber guck mal anderen geht's noch schlimmer und das ist wahrscheinlich der Impulso sie nicht nur was dir fehlt sondern sie mal was du hast und gerade im Vergleich zur anderen ist es vielleicht gar nicht so schlecht.
00:03:54: Ja!
00:03:54: Wenn man diese Position einnehmen kann dann kann es einem damit besser gehen.
00:04:00: Und im Gegensatz zu dem sozialen Abwärtsvergleich gibt es auch den sozialen Aufwärz-Vergleich.
00:04:05: Auch das geht auf allen Ebenen, in denen man sich so vergleichen kann.
00:04:08: und um ehrlich zu sein besonders der soziale Aufwärtsvergreich hängt stark zusammen mit unserem evolutionären Erbe.
00:04:15: Dass wir uns vergleichern, hängt wahrscheinlich damit zusammen dass wir eine bestimmte Hierarchie in unserer Peer Group, in unserem Rudel wenn man so will brauchen und einen gewissen Status.
00:04:28: Also wir vergleichen hierarchisch und wir vergreichen Status.
00:04:31: Und umso höher man in eine Hierarchie ist, oder um so höher der soziale Status ist, umso höher die Überlebenswahrscheinlichkeit.
00:04:39: Das kann man ungefähr nachvollziehen.
00:04:41: Ja!
00:04:41: Und tatsächlich – du weißt ich bin ein großer Freund von Bildgebung und Hirnorganik und Neurobiologie – kann man diese Vorgänge, die dann passieren wenn jemand sich nach in Anführungszeichen oben vergleicht und dabei zum Beispiel neidisch wird im Hirn Nachweisen?
00:04:58: Ja, man kann sehen in welchen Hirnregionen besonders viel Aktivität ist.
00:05:03: Und es gibt eine Region die nennt sich der dorsale anteriore zinguläre Cortex.
00:05:08: das muss ich kein Mensch merken aber dass ist eine region die immer dann auch aktiv ist wenn wir schmerz empfinden und die wird das kann man sehen auch aktiv wenn wir sozialen aufwärtsvergleich haben.
00:05:18: das heißt auch wenn wir neidisch sind.
00:05:20: das heißt wir empfinden sowas wie Schmerz Fühlen wir uns in sozialen Gefügen unterlegen.
00:05:27: In irgendeiner Form gibt es so was wie Schmerz, in verschiedener Ausprägung mal nur ein bisschen, mal kann das sehr stark sein und eine andere Region?
00:05:34: Das ventrale Streatum ist sehr aktiv wenn wir einen sozialen Abwärtsvergleich haben,
00:05:39: d.h.,
00:05:39: wenn wir uns sozial irgendwie überlegen fühlen und das wird wie eine Belohnung kodiert.
00:05:45: Es fühlt sich ein bisschen wie eine Belohnung an und frage du kennst ja auch solche Fernsehsendungen Die wollen wir mal ehrlich sein, tatsächlich häufig mit sowas wie sozialem Abwärtsvergleich arbeiten.
00:05:58: Ja wo man sich so fast Trash TV hängt und einen gewissen Genuss daraus zieht dass man die alle so blöd finden kann?
00:06:07: Ja die sind doof!
00:06:07: Die treffen doofe Entscheidungen.
00:06:10: eigentlich müsste man das hier für moralisch verwerflich halten sich sowas auch rein zu ziehen.
00:06:14: Aber neben dem etwas entspannenden Effekt ist eben dieser soziale Abwärtsvergleich, der dadurch passiert eine gewisse Belohnung für uns und deswegen funktionieren solche Formate auch.
00:06:25: Ich will jetzt niemanden verurteilen für seine abendliche Fernsehunterhaltung aber wenn man das als ausschließlich Quelle... zur Stabilisierung des eigenen Selbstwertgefühls nutzen sollte, dass man sich über andere erhebt in dem man sich lustig macht oder Schadenfreude entwickelt.
00:06:42: Oder so das ist ja jetzt auch nicht nur nett ne?
00:06:47: Ja aber wir besprechen im Moment erstmal keine Moral sondern wir besprechen einfach nur den Istzustand!
00:06:52: Ja trotzdem also manchmal wird es glaube ich so ein bisschen abgekürzt so dargestellt als sein Aufwärtsvergleiche generell schlecht weil ich mich danach schlechter fühle mich defizitär oder minderwertig fühle im Vergleich zu der Person, mit der ich mich nach oben hin verglichen habe und das Abwärtsvergleiche generell irgendwie gut sind weil ich mich dadurch erhaben oder überlegen oder sonst die fühlen kann.
00:07:16: Aber wenn das zum Beispiel so ist was mir jetzt in der Praxis ehrlich gesagt auch nicht allzu selten begegnet dass dann jemand sagt so Ja gut ja ich trinke aber ja nicht so viel wieder fred von nebenan.
00:07:28: Dann sind ja manchmal abwärz vergleicher sagen wir mal bagatellisierend oder verhindern auch, dass man ein Problembewusstsein entwickeln könnte.
00:07:37: Also jemand der sich nur und ausschließlich abwärts vergleicht, könnte sich insofern selber ein bisschen im Weg stehen weil das so mögliche Entwicklungsschritte die man gehen könnte verstellt.
00:07:52: also ich vermeide es mich mit eigenen problemlagen auseinander zu setzen.
00:07:55: wenn ich mich die ganze zeit mit Leuten vergleichen die in dem punkt Vielleicht noch schlechter dastehen, dann beruhige ich mich zwar damit.
00:08:04: Aber das ist ja unter Umständen nicht
00:08:05: gesund.".
00:08:05: So meine ich das!
00:08:07: Ja eine Veränderungsmotivation im Guten wird dadurch eher vermieten.
00:08:12: Im Gegensatz dazu kann ein Aufwärtsvergleich und dass es auch die evolutionäre Idee dahinter zu Motivation führen.
00:08:19: Das heißt was auch immer du in deinem Gegenüber beobachtest Was da besser ist Zu versuchen das eben auch zu erreichen
00:08:27: Ja, aber da geht ja wiederum auch ein Problem los.
00:08:30: Also auch Aufwärtsvergleiche?
00:08:31: Ja!
00:08:32: Die können einen motivieren, die können einen ansporen.
00:08:35: Menschen, die man inspirierend findet, können ein tolles Modell sein und man kann sich dann vorstellen so schau mal... Da möchte ich auch hin oder das möchte ich erleben usw.
00:08:44: Aber gleichzeitig hattest du schon gesagt dass bestimmte Arten von aufwärz vergleichen regelrecht Schmerz erzeugen oder jedenfalls im Gehirn aussehen wie Schmerzen nämlich dann wenn man an den Punkt kommt andere Leute zu sehen irgendwas an ihn wahrzunehmen und dann an den schmerzhaften Punkt zu stoßen, ich habe das nicht.
00:09:02: Ich kann das nicht!
00:09:03: Ich erreiche es nicht!
00:09:06: Und das liegt häufig daran dass wir uns eben auch so schief vergleichen.
00:09:11: So verzerrt weil es geht ja nicht nur um aufwärts oder abwärtes sondern es geht in Wirklichkeit darum auch mal hinzugucken was vergleiche ich überhaupt?
00:09:21: Ja du hast völlig recht denn bin ich das in Anfangszeichen falsche Vergleiche, dann habe ich einen Schmerz der gar nicht notwendig ist.
00:09:30: Der dort nicht
00:09:30: hingehört.".
00:09:31: Also Karin zum Beispiel könnte sich ja mit denjenigen vergleichen, mit denen sie in der Reha war und Karin für sich hat ja festgestellt, hey mir geht es eigentlich wieder gut!
00:09:42: Und ich arbeite auch wieder.
00:09:43: aber Sie vergleicht sich mit den jenigen die so wie Sie zwei Kinder haben und Vollzeit arbeiten?
00:09:49: Das... ...ist der Schmerzz.
00:09:51: Was sie aber nicht sieht, ist Wie gibt's denn eigentlich?
00:09:55: Das kann Karin gar nicht genau wissen im Einzelfall.
00:09:58: Und da liegen wir halt manchmal total falsch, wenn wir einen wunden Punkt von uns selbst hernehmen und den in Vergleich setzen zu anderen Menschen die genau in diesem Punkt scheinbar so unbelastet sind oder so taff oder so stark oder so erfolgreich.
00:10:11: Du gibst jetzt schon Gedanken an die Hand, die man haben sollte Wenn man merkt dass man sich vergleicht und das man letztendlich darunter leidet.
00:10:20: Genau war es ein Vorgriff.
00:10:22: Entschuldigung
00:10:24: Ja, das war vergleichsweise schnell.
00:10:27: Vielleicht darf ich das nochmal kurz sagen?
00:10:29: Wir haben ja gerade gesagt Vergleiche können positive negative Effekte haben sowohl nach oben als nach unten.
00:10:35: und was uns eben häufig begegnet ist eine recht generelle Unzufriedenheit die wir bei manchen unserer Klienten aber auch durchaus im Bekanntenkreis wahrnehmen können durch zu viel vor allen Dingen aufwärtsvergleich der über die Dauer der Zeit, wenn man das eben sehr viel macht, echt negative Effekte haben kann.
00:10:55: Und es wird ich vermutlich gar nicht wundern, wenn ich sage, man hat sogar ein Studien nachweisen können dass Menschen, die sich sozial untergeordnet betrachten unter anderem ein höheres Stresslevel haben.
00:11:07: Wenn wir vorhin gesagt haben Es ist eine wieder Schmerzempfindung und ist das schon mal nachvollziehbar?
00:11:11: Auch selbst wenn wir denken, es motiviert dann sind sie trotzdem unter einem Druck
00:11:17: Auch
00:11:17: deswegen denkbar.
00:11:18: Und dieser verweite Stresslevel bringt auch in verschiedenen Studien oder ist korreliert mit verschiedenen Erkrankungen?
00:11:24: Ich gehe jetzt da nicht so genau drauf ein, weil mir die Korrelation noch nicht kausal genug ist.
00:11:29: Also ich weiß noch nicht wie das zusammenhängt ob das wirklich das eine zum anderen führt aber es hängt damit zusammen.
00:11:36: Okay also Menschen die sich ständig vergleichen und dass machen wir unbewusst viel erleben dadurch Stress
00:11:46: Und dieser Stress kann sich manifest, also richtig sichtbar gesundheitlich auswirken und es geht ihnen natürlich seelisch nicht gut.
00:11:56: Ein bisschen problematisch ist dabei das kennen wir ja dass die Dinge die wir laufend machen unserem Gehirn leicht fallen.
00:12:02: vergleiche ich mich ständig die ganze zeit vor allem nach oben wird mein Kopf dazu tendieren das auch die ganze Zeit zu machen.
00:12:09: sie fällt ihm dann leicht.
00:12:10: Das wiederum führt dazu viel schlecht geht.
00:12:13: Und geht es dir lange genug schlecht, hast du gleich eine höhere Wahrscheinlichkeit zum Beispiel auf der Depression?
00:12:19: Ja und es gibt auch robuste Befunde die zeigen dass insbesondere das Vergleichen mit anderen Menschen wie's auf Social Media stattfindet nicht nur Auswirkungen hat auf die Stimmungslage sprich die Wahrscheinlichkeit für depressive Einbrüche erhöhen kann sondern Zum Beispiel auch, was mit dem Körperbewusstsein macht.
00:12:40: Mit dem Erleben meines eigenen Körpers und das hat man im Grunde schon festgestellt als zum Beispiel auf der Insel Fiji das Farbfernsehen eingeführt wurde, hat man innerhalb von null Komma nichts feststellen können dass durch überwiegend amerikanische Fernsehprogramm mit den Schönheitsidealen, die eben für amerikanischen Fernsehstars galten.
00:13:04: Sich plötzlich die Körperideale auf der Insel Fiji total gravierend geändert haben.
00:13:08: Also plötzlich haben sich die Leute im Vergleich gesetzt zu diesen fremden Menschen im Fernsehen und einem ganz anderen Hintergrund einer ganz anderen Kultur, die ja auch noch explizit ausgewählt waren weil sie so vermeintlich attraktiv unter dem Schönheits- Ideal entsprechen und das macht was mit der eigenen Zufriedenheit in ganz vielerlei Hinsicht.
00:13:28: Und jetzt wird es richtig spannend, es gibt mich eine weitere Untersuchung.
00:13:31: da ging es nicht nur darum was man sieht wie man Fremde sieht sondern um das eigene Fotofiltern.
00:13:37: Das heißt man hat junge Leute untersucht und befragt je nachdem ob sie gerade ihre eigenen Bilder beispielsweise durch ein Fotofiltr gejagt haben und sich die Haut verbessert haben und so ein bisschen die Figur angepasst.
00:13:50: und umso mehr Sie das gemacht haben umso unzufriedener wurden sie mit sich selbst.
00:13:55: Das Morphin des eigenen Bildes zum besseren hat sie unzufriedener gemacht.
00:13:58: Ja, weil ja die Tätigkeit an sich schon in eine innere Auseinandersetzung führt.
00:14:03: so was könnte ich hier tunen?
00:14:06: Ich könnte die Jawline verbessern, die Zähneweißer machen, die Augengrößer machen ,die Haare dichter machen und die Brüste größer machen .
00:14:12: Die Hüfteschmaler machen.
00:14:14: das heißt du bist in einem konstanten negativen Vergleich mit dir selbst wie du eben bist und einer Idealversion, die du gerade herstellst die du aber nicht bist.
00:14:25: Das heißt, du setzt dich gerade in einen negativen Vergleich mit einer getunten Photoshop-Phantasie – das ist der Wahnsinn eigentlich!
00:14:33: Immer häufiger erzählen wir ja darüber dass die Psychologie, die Neuropsychologie dahinter kommt, dass unser Gehirn eine Vorhersagemaschine ist.
00:14:41: Das spielt immer mehr Rolle und auch in diesem Fall glaubt man, verändert wird durch das, was wir sehen oder was wir auf Social Media sehen.
00:14:52: Und die Erwartung, die ich baue weil ich das bei Social Media so gesehen habe und auch weil es mir geistig vorgestellt habe diese Erwartungen wird dann nicht erfüllt wenn ich zum Beispiel in den Spiegel gucke.
00:15:07: Das hatten wir schon mal in anderen Podcast folgen Wenn mein Gehirn etwas erwartet eine Vorhersage macht von der Zukunft und sie trifft zu Gut, passiert entweder Gutes oder Nichts und ist sie falsch?
00:15:19: Passiert etwas meistens was Schlechteres.
00:15:22: Und allein das erklärt schon unser etwas schlechtes Gefühl.
00:15:25: Ja dass muss man mitdenken.
00:15:26: also Vergleiche kommen ja nie ohne Kontext aus und der Kontext uns sozusagen das Fenster durch das wir gucken können die Welten in die wir Einblicke haben können Die schiere Anzahl an Personen mit der ich mich vergleichen kann die ist ja so immens groß geworden ist auch in gewisser Weise eine Überforderung für unser armes Gehirn, glaube ich das dazu ausgelegt es sich zu vergleichen.
00:15:52: Aber ehrlicherweise nicht so glaube ich wie das jetzt stattfinden kann.
00:15:57: Ja man vergleicht sich normalerweise in dem Dorf in dem man lebt.
00:16:00: Das sind hundertfünfzig Leuten die man um sich rum hat und kennt.
00:16:04: Nicht mit eins fünf Milliarden auf Social Media Die
00:16:08: zudem nochmal natürlich auch sehr überwiegend eine kuratierte Getunte Fassade zeigen.
00:16:15: und wenn ich denke, das ist das wie andere Lebens.
00:16:18: Ich meine bewusst wissen wir das alle aber unbewusst entfaltet das halt dann eben doch eine Wirkung dass wir uns dazu in Vergleich setzen Und wir können uns aber gleichzeitig auch nicht vergleichen.
00:16:28: Das isst ein Drang!
00:16:29: Wir haben einen inneren Drang danach uns zu vergleiche.
00:16:33: normal
00:16:34: Auch erstmal so gesehen nicht schlimm also... ...das ist schon okay Gucke, wie machen andere Leute das so?
00:16:42: Und ist ja auch nicht unvernünftig.
00:16:44: Also zum Beispiel mal hinzuschauen und so... Och guck mal!
00:16:47: Der Nachbar schreit seine Kinder gar nicht an.
00:16:50: Nur weil er gerade aufgeregt ist oder so.
00:16:52: Weißt du was ich meine?
00:16:53: Oder es gibt ja auch eine gewisse Freude im Vergleichen.
00:16:56: Zum Beispiel dass Kinder immer gucken wer am schnellsten rennen kann und so ein kompetitives Miteinander vergleichen.
00:17:02: Es ist alles in uns angelegt.
00:17:03: Das dient dazu, dass wir einen Abgleich machen, dass Wir voneinander lernen können Dass wir Lust haben uns zu entwickeln und dass wir gemeinsam so eine Art Referenzrahmen haben, also mit den Menschen in meinem Umfeld die bedeutsam für mich sind.
00:17:17: Die mir nahe sind, die mir ähnlich sind... Mit denen entwickle ich sozusagen auch im internen Vergleich zusammen so ne Art Standard!
00:17:24: Das ist nicht verkehrt erstmal.
00:17:26: So wie gehen wir miteinander um?
00:17:29: Wie kleiden wir uns...?
00:17:30: Was weiß
00:17:31: ich?!
00:17:31: Also wir als Referenzgruppe einigen uns auf Eckpunkte durch Vergleich.
00:17:36: das ist okay.
00:17:38: Das war spannend, dass du sagst das wir das in unserer Gruppe machen und tatsächlich vergleichen wir uns nicht im jedem Gebiet mit jedem.
00:17:47: Umso größer die Diskrepanz ist übrigens um so größert die Diskrepanze es immer auch die Freude oder der Schmerz.
00:17:52: aber wenn sie ein bestimmtes Maße überschreitet vergleiche wir uns Nicht mehr.
00:17:57: also weiß ich nicht Wenn Du im Verein In deinem Ort Tennis Spielt und bist da gar nicht mal schlecht wirst Du trotzdem deine Leistung nicht vergleich'n Mit den Weltranglisten besten sondern du vergleichst innerhalb deines Vereins.
00:18:10: Ja, das ist aber übrigens ein total interessanter Punkt.
00:18:13: da muss ich auch darüber nachdenken weil es einmal mehr zeigt wie stark Vergleiche sich auf unser Gemüt legen können.
00:18:20: Da gibt es doch diese Theorie vom Little Pond und Big Pond.
00:18:25: Wie heißt es nochmal?
00:18:26: Wenn Du einen Frosch bist Ein großer Frosche in einem kleinen Teich Und Du denkst Ich habe mich hier umgeguckt Dann fühlst du dich damit gut, das hat zu tun mit dem Abwärtsvergleich und dem Vergleich innerhalb der Pfütze in der Du lebst.
00:18:43: Jetzt denkst Du halt, Du bist ein cooler großer Frosch!
00:18:46: Und hüpfst mal rüber zu einem anderen Gewässer – und das ist plötzlich ein größerer Teich – mit noch viel größeren Fröschen und jetzt bist Du plötzlich der kleine Frosche?
00:18:57: Und Du hast Dich gar nicht
00:18:58: verändert?!
00:18:58: Du bist immer noch exakt der gleiche Froschi!
00:19:01: Nur einmal eben in der kleinen Pfütze und einmal im etwas größeren Teich, aber nur der Vergleich macht halt den entscheidenden Unterschied wie es dir geht.
00:19:09: Also der Referenzrahmen verändert sich – und das ist für viele Menschen nicht nur ein Schmerz, der vorübergeht sondern manchmal ein regelrechter Schock.
00:19:17: die ziehen sich dann zurück, die sagen oh ich hüpfe lieber wieder zurück in den kleinen Teich so wie wenn du in dein Dorftennis vereinen, der Held im Erdbefeld warst Und
00:19:29: du meinst dadurch, dass du dann merkst wie wenig du eigentlich kannst.
00:19:34: Wenn dir das sehr schwer fällt und schmerzt, wirst du diesen Schmerz durch Vermeidung lösen?
00:19:41: Ja!
00:19:41: Das kann ein Effekt von Vergleich sein.
00:19:43: Es kann auch sein, dass Du sagst ach krass so gut kann man also Auch Tennis spielen?
00:19:48: Ich hatte keine Ahnung.
00:19:49: Ja, dann frage ich jetzt doch mal die Serena wie sie da hingekommen ist.
00:19:53: Guck mir ihre Trainingspläne an und dann hänge ich mich rein weil du denkst vielleicht kann ich auch so gut Tennis spielen irgendwann.
00:20:00: Das kommt eben sehr stark drauf an Wie Menschen diesen Vergleich verarbeiten Und das ist ja im Grunde das worauf hinaus will.
00:20:07: Wir können nicht sagen wir schaffen das vergleichen ab Aber wir können daran arbeiten wie wir mit den Vergleichen umgehen.
00:20:13: Das machen wir.
00:20:14: Darf ich das noch ein bisschen aufschieben?
00:20:16: Ja, klar!
00:20:16: Sorry, das war schon wieder zu schnell, sagst du vergleichsweise.
00:20:21: Na mir ist noch was eingefallen.
00:20:22: es gibt nämlich auch interessante Befunde bezüglich ziemlich schlauer Schüler die allerdings nicht auf einer in Anführungszeichen normalen Schule sondern auf so einer hoch begabten superelitisch miede Schule sind.
00:20:35: weil sie so schlau sind Weil
00:20:36: Sie so schlaus sind Gehören vielleicht zu den fünf oder zehn Prozent der schlausten Kinder im Land.
00:20:43: In ihrer Klasse sind sie aber, weil da durch die ganzen Schlauen sind, sagen wir mal leicht unterdurchschnittlich oder im unteren Drittel.
00:20:54: Das führt dazu dass diese Kinder häufig wenig ambitioniert sind was ihre zukünftige Berufe oder ihre Studiengänge angeht.
00:21:03: Weil Sie die Erfahrung machen das in dieser sehr hoch speziellen Vergleichsgruppe Sie halt eher ein kleiner Frosch sind.
00:21:10: Ja, die haben aber nicht das Gefühl ich bin in der hoch speziellen Vergleichsgruppe sondern ich bin einer ganz normalen Vergleichs-Gruppe und ich bin nicht besonders!
00:21:18: Ich bin eher schwach Und deswegen ist ihre Einordnung von uns aus gesehen unrealistisch.
00:21:25: Aber sie kommen so nicht aus ihrer Haut.
00:21:26: Das beeinflusst total ihr Selbstbild Und damit, und das ist wichtig beeinflusst es auch ihre Zukunftsentscheidung.
00:21:34: Ja.
00:21:35: Deswegen ist es unheimlich wichtig, dass man das mit dem Vergleichen richtig macht.
00:21:40: Das meinte ich!
00:21:41: Man muss schon gucken was der Bezugsrahmen ist und nur noch mal auf Karin zu sprechen kommen.
00:21:47: Wir hatten da so ein kleines Gespräch... Also das sind Zoom-Meetings und die Teilnehmerinnen können kommentieren.
00:21:55: und dann schrieb eine andere Teilnehmerin, wie würde ich jetzt mal Julia nennen?
00:21:59: Ich vermute, etwas jünger als Karin.
00:22:02: Sie sagt, dass sie sich auch ständig vergleicht und sagte dann aber sinngemäß so was wie ... Ja, das sehen ja auch tatsächlich alle super aus!
00:22:11: Und da war eben ganz klar direkt die Frage nach dem Bezugsrahmen.
00:22:14: Moment wo sehen bitte alle Leute immer total super aus?
00:22:19: Dann hat nämlich wiederum die Karin gesagt, dann geh mal ins Freibad.
00:22:23: Das fand ich ein coolen Hinweis, weil es genau das zeigt.
00:22:28: Karin scheint als Bezugsgruppe eher so ganz normale Körperform, also von bis bereit zu halten.
00:22:38: Und da hatte die Karin jetzt kein Problem!
00:22:40: Während die Julia anscheinend eine Bezücksgruppe hat mit der sie sich hinsichtlich aussehen oder Attraktivität zu vergleichen scheint... ...wo sie das Gefühl halt alle sehen so super aus und dann ging es so drum.
00:22:52: ja wo genau gehst du denn hin?
00:22:53: Hast Du Dich mal an den Hauptbahnhof gesetzt normale Menschen angeguckt, oder bist du gedanklich gerade in so einem Luxus-Fitnessstudio?
00:23:04: Die reichen und die schönen.
00:23:06: Also was ist der Bezugsrahmen?
00:23:08: Exakt!
00:23:09: Und das macht etwas an deinem Gefühl.
00:23:10: Allein die Wahl des Bezugsrahmens macht was an deinm Gefühl.
00:23:14: Und übrigens wenn Du in ein ganz normales Stadtfreiwart gehst, ist das schon eine Auswahl weil viele Menschen, die sich dafür nicht gut genug...
00:23:26: halten,
00:23:28: schon nicht hingehen.
00:23:28: Das
00:23:29: stimmt!
00:23:31: Ja und das ist halt der Punkt.
00:23:32: also wenn man sich vergleicht vergleicht man sich immer innerhalb eines Systems.
00:23:37: uns ist nur häufig nicht bewusst dass es so ist und dass wir da in gewisser Weise auch eine Auswahl treffen können und auch mal fair bleiben müssen mit uns selbst.
00:23:47: Es geht ja bei dem Vergleichenevolutionär auch um Status und da gibt's ne interessante Beobachtung dass Menschen mit kleinen feinen Unterscheidungen einen Vergleich herstellen, damit sie den Status erhalten.
00:24:00: Zum Beispiel ich bin jemand der Geschmack hat und das ich geschmack habe, das beweist übrigens meine Peer Group die das alle auch so machen und wir können uns abwärts vergleichen zu denjenigen Leuten die keinen Geschmacks haben weil wir sind tolle Kunstkenner oder wir halten den kleinen Finger vom Glas weg.
00:24:21: Ja, aber das ist interessant.
00:24:22: Weil Menschen sich so sehr nicht vergleichen können und es ihnen so wichtig ist innerhalb von bestimmten Gruppen- und Bezugssystems als Vergleichsweise dazugehörig wahrgenommen zu werden dass es manchmal so interessante Blüten treibt.
00:24:38: Das sind dann so kulturelle Codes auch?
00:24:41: Also
00:24:42: die sich zum Beispiel über Kleidung oder einen Haarschnitt, oder von mir aus den abgespreizten Finger jetzt glaub ich heutzutage nicht mehr so.
00:24:49: Aber ja also das zeigt sich durch subtile Hinweise zu welcher Gruppe wir uns selber dazugehörig fühlen und fühlen wollen und mit wem wir uns vergleichen?
00:25:00: Und das kennen ja glaube auch alle von uns!
00:25:02: Wir haben uns früher stark über den richtigen Musikgeschmack definiert und die richtigen Schuhe usw.
00:25:10: Ja,
00:25:11: für gewöhnlich weil deine Gruppe immer die bessere Gruppe ist!
00:25:16: Wenn deine Fußballmannschaft nicht die besseren Fußballmannenschaft ist Dein Fanverein ist es auf jeden Fall.
00:25:23: Es
00:25:23: sind doch die Meister der Herzen.
00:25:24: hallo.
00:25:26: Was ich damit meine ist nur...es hängt unheimlich viel sehr viel mehr als wir denken an unseren täglichen Handlungen An unserem Fühlen psychosozialen Wohlbefinden an Vergleichen.
00:25:37: Und manchmal werden ja zum Vergleich auch Gegenstände hergenommen!
00:25:42: Wie war das in der Werbung früher?
00:25:43: Mein Haus, mein Boot und mein
00:25:44: Auto?!
00:25:45: Ja, Hanny nicht sogar gesagt meine Frau als Status-Symbol... Ich glaube ja es waren die Achtziger bestimmt!
00:25:53: Ja Bube ich glaube das geht ja wie so Versa, dass gibt's auch den Mann als Status Symbol.
00:25:58: Mein Mann kann!
00:25:59: Ja stimmt!
00:26:01: Was ich sagen wollte ist Es gibt die sogenannte mimetische Theorie des Begehrens.
00:26:06: Das bedeutet, wir wollen die Dinge nicht weil wir sie wollen, weil wir Sie brauchen!
00:26:11: Also es gibt Dinge, die will ich und die brauche ich.
00:26:13: Aber bei anderen speziellen Sachen wie zum Beispiel von mir aus ein großes Auto.
00:26:19: Gutes Beispiel dafür.
00:26:21: Kann es sein dass ich das nur will?
00:26:23: Weil das ein Dritter will.
00:26:25: Weil das jemand anders will.
00:26:27: Er will's, deswegen will ich es.
00:26:30: Und ich will es gar nicht für mich.
00:26:32: Und jetzt möchte ich schon mal einen kleinen Tipp anschließen, der sich so ein bisschen einreitet in das was du vorhin gesagt hast.
00:26:38: Wenn man das spürt dann sollte man sich unbedingt fragen ist das etwas was ich selber will?
00:26:44: Du hast ein riesengroßes Haus.
00:26:45: die meisten Leute wollen ein großes Haus dabei.
00:26:48: wenn wir ehrlich sind kannst du dich gleichzeitig wirklich nur auf maximal zwei Quadratmetern.
00:26:53: also liegend brauchst du zwei Quadranten Meter kannst du nicht nur auf zwei Quadrate Metern aufhalten.
00:26:59: Einer meiner Söhne hat mich mal gefragt in der Grundschule, warum eigentlich alle anderen Eltern goldene Wasserhähne haben.
00:27:07: Was?
00:27:07: Mir nicht!
00:27:09: Ich weiß auch nicht, worüber das dachte.
00:27:12: Da war er schon im jungen Jahr noch in einer Grundschulen irgendeinen komischen Vergleich gezogen.
00:27:19: also ich hatte halt keine goldenen Wasserhäne.
00:27:21: aber du hast jetzt gerade gesagt wenn man etwas will soll man sich selber überprüfen und hinterfragen ob man das wirklich gerne selber möchte oder ob das mit Status verbunden ist und man es im Grunde nur möchte, weil es andere begehrenswert finden?
00:27:38: Ja.
00:27:39: Ehrlich gesagt ja.
00:27:40: Mhm!
00:27:41: Ja okay ich kenne das aber vor allen Dingen umgekehrt dass man das nicht soll.
00:27:48: also man soll keine Sachen haben oder zeigen oder können Weil das könnte ja anderen neidisch machen.
00:27:56: Also diese Botschaft kenn'n ich halt auch Und das finde ich halt wiederum schwierig, wenn man sich in etwas beschneidet oder eine Leidenschaft nicht auslebt.
00:28:06: Oder ein Talent nicht zum Eblühen bringt – oder wie auch immer!
00:28:11: Weil andere das dann auch begehren würden und dann neideschweren, find ich halt auch eine komische Message.
00:28:18: Ich glaube nicht dass diese Message dahinter steht... ...ich glaube es soll eher bedeuten du sollst nicht angeben und du solltest mit dem was du hast oder kannst nicht absichtlich einen sozialen Abwärtsvergleich initiieren und jemandem beschämen oder runterdrücken, um selber gut dazustehen.
00:28:36: Du sollst aber auch dein Licht unter den Schäffel stellen, wenn es Ende Nachteile für dich birgt.
00:28:41: Das muss ja nicht sein!
00:28:43: Ja, das ist schwierig ne?
00:28:44: Weil Vergleich aufwärzt abwärz je nachdem aus welcher Richtung man kommt eben so negative Gefühle provozieren kann dass Menschen dann anfangen Tatsächlich dich zu sabotieren oder dich zu schädigen, oder dich unsympathisch zu finden.
00:28:59: Die irgendwelche fiesen Sachen zu unterstellen.
00:29:02: und deshalb kenne ich das schon so auch als Erziehungsmaxime.
00:29:06: So du, scher mal lieber nicht aus mit irgendwas!
00:29:10: Also du sollst immer noch ein probater Vergleichsmensch bleiben, sonst werden die schlechten Gefühle der anderen Menschen dich am Ende schädigend.
00:29:18: Diesen Effekt gibt's tatsächlich... Nimm mir mal an, du hast ein Vorgesetzten.
00:29:22: Der merkt, dass du richtig was drauf hast.
00:29:23: Du bist total stark gut!
00:29:26: Er kommt nicht umhin sich irgendwie mit dir zu vergleichen und im inneren Vergleich verliert er.
00:29:32: Dann kann es passieren so er die Macht dazu hat das du nicht befördert wirst.
00:29:37: erstens weil er das schlechte Gefühl sonst nicht nur nicht los wird sondern du hättest vielleicht auch noch eine höhere Position.
00:29:44: ihr bist dann noch mehr dran.
00:29:46: außerdem hat er Ich will nicht so weit gehen, Hassgefühle zu sagen.
00:29:49: Aber hat negative Gefühle dir gegenüber?
00:29:51: Denn du ist der Grund für sein Schmerz!
00:29:54: Und dieses negative Gefühl wandelt er um in Wut und Angriff
00:29:58: auf dich...
00:29:59: ...und erschützt sich davor dass du vielleicht mal seine Position einnehmen könntest.
00:30:06: Also es kann durchaus einen strategischen Effekt haben von ihm und es kann einen rein emotionalen Effekt habe Der im negativsten Sinn auf dich zurück fällt.
00:30:16: Ja, aber was ist das denn dann für eine Implikation?
00:30:18: Für mich persönlich.
00:30:19: Wenn ich jetzt im Tennisverein plötzlich besser spiele als der Trainer und dann sagt dieser Trainer damit ich ihm nicht am Stuhlsäge oder ihn doof aussehen lasse oder so, so nötig lass ich jetzt mal in den Turnieren gar nicht mehr antreten oder so.
00:30:35: Sollte ich daraus denn die Konsequenz ziehen dass sich mein Tennis Talent nicht mehr zeige?
00:30:40: oder sollte ich sagen ja dann suche mir jetzt Ich bin ein großer Frosch, ich hüpfe weiter.
00:30:47: Ich such mir einen neuen Teich und vergleiche mich mit anderen Leuten.
00:30:50: Dann orientiere ich mich an Serina Williams' Trainingsplan.
00:30:55: Also weißt du was ich meine?
00:30:57: Warum muss ich Rücksicht nehmen?
00:31:00: Auf die Neid-Gefühle anderer Menschen?
00:31:01: Nein, in dem Fall musst du nicht Rücksicht nehmen.
00:31:03: Du musst dabei wissen dass es das gibt und dann hast du ein Problem und musst gucken ob du das lösen kannst.
00:31:07: Und die eine Möglichkeit wäre das irgendwie zum Konflikt zu machen den du möglicherweise gewinnst oder sich dem konflikter entziehen und deinen Teich zu wechseln.
00:31:17: Also aber ich will ja nur sagen das gibt es.
00:31:20: wenn man im sozialen vergleich in Anführungszeichen gewinnt Kann es sein, dass das auch negative Konsequenzen hat?
00:31:27: Weil es nun mal schlechte Gefühle im weitesten Sinne bei unserem Gegenüber auslöst.
00:31:32: Zum Beispiel Neid oder manchmal eben auch das Gefühl von ... boah!
00:31:36: Unfair.
00:31:37: Ja wir haben einen eingebauten Unfersensor und der ist übrigens im Gegensatz zu Neid noch tiefer in der Biologie verankert.
00:31:50: Du kannst den Unfernes-Sensor schon bei Primaten oder anderen Tieren testen und beweisen.
00:31:55: Da
00:31:55: gibt es so ein ganz süßes Video, wo ein Affe Gurkenscheibchen gefüttert bekommt...
00:32:01: Ja?
00:32:01: ...und der andere bekommt auch Gurkenschreibchen aber auch Trauben!
00:32:05: Die
00:32:05: kriegen immer einen Stein zurückgegeben und dafür bekommen sie die Belohnung.
00:32:09: Genau!
00:32:10: Und der eine Affe bekommt eben nur Gurken und der Andere bekommt Trauben.
00:32:15: Und das eine Äffchen wird so sauer und wirft Steine auf den Versuchsleiter, rastet richtig aus.
00:32:21: Man sieht richtig, dass er denkt... Unfair!
00:32:25: Wir machen hier genau das Gleiche und ich krieg keine Trauben.
00:32:28: Das ist gemein.
00:32:29: Tatsache, unfair empfinden und vergleichen sind wie Geschwister benutzen teilweise auch die gleichen Bahnung im Gehirn aber sie sind nicht das gleiche.
00:32:40: Das Unfairempfinden ist interessanterweise tiefer.
00:32:43: es macht andere Gefühle beim Unverempfinden für gewöhnlich nur um das Verhältnis, Leistung und Belohnung.
00:32:50: Sozialer Auf- und Abwärtsvergleich geht mit größer Attraktivität, Intelligenz und vielleicht auch irgendwas haben.
00:32:56: Beim Unfair geht es immer nur um dass Ungleich behandeln von jemandem also dass jemand etwas eine Institution kann's auch sein oder wenn du religiös bist eine höhere Macht.
00:33:08: Unfair dich gegenüber jemand anderem behandelt bei gleichen Voraussetzungen
00:33:13: Ja aber gut dann kann man natürlich es auch unfair finden, dass manche Leute komplett ohne Leistung über erheblich viel mehr Ressourcen verfügen als man selbst mit einer Fünfzig-Stundenwoche erwirtschaften kann.
00:33:28: Wenn du sagst, das geht beim Unfairnesgefühl um das Verhältnis zwischen der Erbrachtenleistung und der Belohnung – werden klar, manche Menschen ganz anders belohnt wie auch immer?
00:33:39: Und es ist überhaupt nicht erkennbar, welche Leistungen sie dafür denn überhaupt gebracht haben.
00:33:43: Na wenn es ... Nee nee, ich glaube nicht!
00:33:46: Sondern wenn es nicht erkännbar ist und die Leistung nicht erkannbar ist dann wird das Unfallgefühl nicht so schnell in dir aufkommen.
00:33:52: Das
00:33:52: gibt übrigens unterschiedliche Menschen von denen man weiß dass ihr unterschiedlich reagieren ist auch ein bisschen eine genetische Sache aber es wird nicht zu schnell aufkommen.
00:34:01: Wenn du aber weißt, dass jemand die gleiche Leistung bekommt wie
00:34:03: du und dann
00:34:05: viel mehr bekommen Dann kriegst du das Unfallgefühl.
00:34:07: Und witzigerweise, da wo im sozialen Aufwärtsvergleich indem du verlierst möglicherweise zurückziehst und davon traurig bist ist es beim Unfair Wahrnehmen mehr Protest.
00:34:22: Da wirst Du eher wütend und protestierst so wie man das bei dem F-chen sieht.
00:34:25: Ich finde das Video ich tue das in die Show Notes.
00:34:29: Schaut euch das an!
00:34:29: Das ist ganz toll.
00:34:30: Ja verstehe also wir machen hier den gleichen Job.
00:34:32: warum verdiene ich weniger verdammter Angst?
00:34:34: Ja versteher
00:34:36: Viele Leute, die sehen das jemand anders sehr viel mehr zum Beispiel verdient oder eine höhere Belohnung ganz allgemein bekommt und die keine Ahnung richtig davon haben was denn dazugehört rutschen gar nicht in den Vergleich.
00:34:48: So wie wir manchmal bei Social Media wenn beim Durchskrollen uns auch nicht mit jedem vergleichen den wir sehen sondern immer nur einer gewisse Range so ein gewisses Spektrum wo wir glauben dass wir mit rein gehören.
00:35:03: Nur da passiert überhaupt Vergleich.
00:35:05: Ja, wie du schon sagtest mit Serena Williams würde ich mich jetzt beim Tennis spielen wahrscheinlich echt nicht vergleichen.
00:35:11: Nicht meine Range!
00:35:14: Ich habe dich ehrlich gesagt noch nie Tennis-Spielen sehen... Ja eben!
00:35:21: Siehst du?
00:35:22: Wie absurd der Vergleich
00:35:23: ist?!
00:35:25: Jetzt lässt mich also demnach der Vergleich mit Serina Williams total kalt weil ich überhaupt gar keine Tennis Spielerin bin und mich in Wirklichkeit natürlich auch überhaupt gar nicht mit ihr vergleiche.
00:35:34: Der Punkt ob Ein Vergleich überhaupt stattfindet.
00:35:39: Und ob er dann für mich inspirierend und motivierend ist oder eher frustrierend und zu schlechten Gefühlen bei mir führt, liegt klar daran, ob wir uns im gleichen Referenzrahmen bewegen und ob ich den Eindruck habe – Ich kann das auch erreichen!
00:35:56: Und es in meiner Kontrolle?
00:35:58: Mhm.
00:35:58: Oder nicht?
00:35:59: Mhm ja absolut.
00:36:01: Das heißt, wäre ich auch eine Weltklasse Tennis-Spielerin und wir würden uns alle so in den Top-Tennen der Welt bewegen.
00:36:08: Könnte es gut sein dass Serena Williams für mich inspirierend wäre und ein Modell und ich würde gar nicht nur sehr auf ihre Ergebnisse gucken sondern vor allem auf ihre Prozesse.
00:36:18: was tut sie dafür?
00:36:20: Und das kann ich dann auch machen!
00:36:22: Der Gap, der Abstand von dir und ihr ist nicht so groß und du glaubst du kannst es schaffen.
00:36:28: dadurch bist du motiviert.
00:36:30: Genau
00:36:31: ist der Abstand zu groß und du glaubst, du kannst es nicht schaffen.
00:36:35: Bist du entweder frustriert oder demotiviert?
00:36:37: Ja!
00:36:37: Oder
00:36:38: ich
00:36:39: vergleich mich gar nicht erst genau.
00:36:40: Also wenn ich irgendwie ganz gut Tennis spiele aber hab nebenher was weiß ich pflegebedürftige Eltern betreuungsintensive Kleinkinder bin die alleinverdienerin Zuhause kann mich meiner Tennis Karriere gar nicht so widmen wie die Serena dann kann mich das auch frustrieren.
00:36:56: ja bei Franka genau dass ist worüber wir reden denn Dein Referenzrahmen in dem Fall ist völlig falsch.
00:37:02: Und das ist ja auch was du am Anfang schon so ein bisschen geraten hast.
00:37:05: und jetzt kommen wir auch dazu, wenn du dich mit Serena Williams im Tennis spielen vergleichst!
00:37:11: Ist das falsch?
00:37:11: Denn du musst dich, wenn überhaupt mit jemanden vergleichen der genauso... ...jemandem pflegebedürftig ist zu Hause hat.
00:37:17: Der genau so Kinder hat!
00:37:18: Der den gleichen Job wie du machst, der aus dem gleichen von mir aus Elternhaus kommt.
00:37:24: Weißt du also...?
00:37:25: Ja ja ich weiß total was du meinst.
00:37:26: Es muss
00:37:27: ja vergleichbar sein.
00:37:28: Aber das ist doch genau der Punkt, den viele Menschen übersehen und das ist das was ich eben schon mal meinte dass man sein eigenes Backstage Mit der Inszenierung und der Darbietung anderer Menschen vergleicht, die vielleicht einen ganz anderen Hintergrund haben.
00:37:45: Eben das mit zu berücksichtigen und sich fair zu vergleichen – und nicht nur zu denken ja ich bin Tennis-Spielerin sie ist Tennis Spielerin also vergleiche ich mich jetzt mit ihr!
00:37:54: Das ist ein unvernünftiger Vergleich und das wäre eben genau der Punkt.
00:37:59: Wir können nicht verhindern, dass wir uns vergleichen.
00:38:02: Wir können auch nicht stoppen ums zu vergleiche, weil vieles davon als soziale Wesen die wir sind vollkommen unbewusst läuft und auch unbewusst Wirkung entfaltet.
00:38:10: aber was wir machen können ist eben so eine Art Bewusstsein dafür entwickeln und ernsthaft zu fragen sowas genau vergleich ich überhaupt?
00:38:19: Ist das überhaupt eine faire Vergleichsbasis?
00:38:23: Habe ich das vollständige Bild oder nehme ich hier Wie gesagt, den kuratierten Ausschnitt oder nur ein Aspekt so was wie?
00:38:29: Ja sie ist Tennis-Spielerin und ich bin Tennisspielerin.
00:38:32: Das ist keine Grundlage für einen Vergleich in Wirklichkeit!
00:38:36: Sich ein realistisches Bild zu machen von dem womit man sich vergleicht das auf jeden Fall hilfreich Und selbst bei uns läuft es doch nicht anders.
00:38:43: Franka Bei unserem Instagram Account von happy to go Von unserem Weltreise Podcast sind doch echt schöne Videos Tolle Bilder und Ich denke an die Milchstraße im Neuseeland.
00:38:56: Es war auch toll, es war auch erhebend.
00:38:58: Aber gleichzeitig hat super lange gedauert bis ich die richtigen Bilder geschafft habe!
00:39:02: Es war unfassbar kalt, mir sind die Finger eingefroren in der Nachtwurz nämlich schon ziemlich kalt da und das gehört irgendwie auch dazu ist aber nicht sichtbar.
00:39:10: und in Wirklichkeit ist es häufig so dass zu all dem guten tollen und glitzenden dass wir sehen im Wahrheit auch immer viel schwieriges schmutziges und anstrengendes gehört.
00:39:21: Ja, also nicht nur auf die Performance anderer Menschen gucken sondern auch auf den Hintergrund.
00:39:28: Und um nochmal auf Julia zurückzukommen wenn sie sagt alle Menschen sind doch so schön dann auch zu fragen wo genau guckst du hin?
00:39:36: und Karin wiederum Die sich eigentlich ganz gut fühlt und schon klar benennen kann, dass das mit einem ungünstigen Vergleich zu tun hat.
00:39:44: Kann sich ja auch theoretisch fragen, um mit wem vergleichst du dich denn?
00:39:47: Vergleichst Du Dich jetzt mit einer vollkommen unbelasteten zwanzig Jahre jüngeren kinderlosen Frau auf Deiner Arbeit oder vergleichste Dich wirklich mit jemandem der auch schon mal eine mentale Krise überwunden hat und vielleicht familiär ganz anders eingebunden ist.
00:40:01: also da sollten wir schon idealerweise echt fair mit uns sein!
00:40:07: die ich durchaus empfehlen kann, wenn man merkt dass man sich im Vergleich befindet und dadurch schlecht fühlt.
00:40:15: Das ist das wozu?
00:40:17: Also wozu hätte ich denn gerne irgendetwas was mein Gegenüber da hat?
00:40:22: also wenn ich dünnes Haar habe und mein gegenüber hat volles und ich bin deswegen irgendwie neidisch und fühle mich schlecht deswegen dann ist meine Frage Wenn ich jetzt volles Haar hätte würde sich etwas genau in meinem Leben ändern?
00:40:34: Also was ist denn der wirklich greifbare für mich spürbare Benefit, den ich davon habe?
00:40:43: Und häufig genug.
00:40:44: Bestimmt nicht immer aber häufig genug komme ich dann zur Lösung.
00:40:48: ja da gibt es nicht wirklich etwas.
00:40:50: Aber das ist natürlich für manche Leute ganz schwer weil diese Tendenz besteht eigene vermeintliche Mängel oder Defizite besonders stark mit Aufmerksamkeit zu belegen, sondern das tragische was ja passiert eben wenn man dann unfair vergleicht ist dass man diesen eigenen wunden Punkt du hast jetzt gerade gesagt das dünne Haar oder das lichter werdende Haar in Vergleich setzt und plötzlich vermeintlich in der Welt nur noch Menschen.
00:41:25: Ja, die Aufmerksamkeit.
00:41:26: Das hat ja auch mit selektiver Wahrnehmung zu tun und deshalb meine ich da wirklich mal drauf zu gucken gar nicht unbedingt was denkst du sondern wie gehst Du mit diesen Gedanken um?
00:41:37: Und verarbeitest Du denn auch anders lautende Informationen?
00:41:41: Wenn man sowas weiß dass es diese Prozesse gibt und das man vielleicht zu viel Fokus auf einem eigenen vermeintlichen Mangel hat dann vergleicht man Nicht nur sondern man hat eine komplett verzerrt Wahrnehmung.
00:41:54: Und wenn man merkt, dass man unter negativen Vergleichen die ganze Zeit leidet, könnte man auch versuchen seinen Aufmerksamkeitsfokus wieder zu weiten und sich dann – wenn schon denn schon – auf einmal alle Menschen anzugucken!
00:42:08: Wie ist das denn jetzt um deren Haupthabe stellt?
00:42:11: Also wenn du dich schon in einem Vergleich irgendwie festgebissen hast, wirst du diesen Vergleich immer wieder überall anstellen mit allen möglichen Leuten
00:42:18: Was wiederum deine interne Überzeugung verschärft, dass du irgendwie ein Mangel hast und alle anderen ja scheinbar in dem Bereich toll sind.
00:42:26: Jetzt
00:42:26: ist das gar nicht so leicht daraus zu kommen.
00:42:29: deswegen sage ich was ich für die absolut zentrale Erkenntnis halte Und Ich kann das so sagen weil ich glaube dass das bei mir selber sehr gut funktioniert hat Das ist Dass man sich nicht mit anderen vergleicht Nicht nach oben nicht nach unten sondern immer nur mit sich früher, mit sich selber früher.
00:42:50: Das Gute dabei ist dass in den meisten Leben leider nicht in allen aber in den meisten leben über sehr viele jahre alles relativ bergauf geht.
00:43:00: mein Fahrrad das ich habe is besser als das was ich vor zehn Jahren hatte.
00:43:04: ja
00:43:05: mein Kenntnisstand Mein Verständnis von der Welt ist besser als dass was ich für fünf Jahre hatte.
00:43:11: Ja aber da gibt es ja so einen Comic glaube ich wo ein Ein Mensch mit einem G-Stock steht neben jemanden... Ohne G-Stock und sagt, euch wünschte ich könnte ohne G-Stock gehen.
00:43:21: Und der steht neben jemand mit einem Fahrrad und denkt sich euch wünscht ich könnte auch Fahrrad fahren.
00:43:28: Der hat einen Motorrad und denkt sich euch wünscht Ich hätte ein Motorrad usw.
00:43:31: Du kannst dich immer mit dem Nächsten besseren vergleichen aber wenn du es so machst wie du sagst also zu sagen hey immerhin ich kann jetzt Fahrradfahren Es gab mal eine Zeit da konnte ich gar nicht Fahrrad fahnen oder so Das ist im Grunde der bessere Vergleich.
00:43:45: und so könnte man Karin auch sagen Hey, aber schau!
00:43:48: Du hast eine schwere psychische Erkrankung durchlebt und hinter dich gebracht.
00:43:52: Und du sagst dir mit dir selbst geht's jetzt eigentlich gut?
00:43:57: Dann bleib idealerweise
00:43:59: dabei.".
00:44:00: Das hat auch damit zu tun dass man sich vielleicht auch ein bisschen dagegen stemmt bestimmte Werte oder Standards von anderen Menschen zu übernehmen oder aufgedrückt zu bekommen je nachdem an denen man dann meint sich messen zu müssen obwohl es einem streng genommen vielleicht gar nicht so wichtig ist
00:44:17: Obwohl du ganz andere Prioritäten in deinem Leben hast.
00:44:19: Ja, also mein Ziel war noch nie goldene Wasserhähne.
00:44:22: Den goldenen Wasserhahnstandard den scheinbar die Eltern der Kinder, die man so und so besucht hat beherzigt haben?
00:44:30: Da habe ich mich einfach ausgeklammert!
00:44:32: Hast du gut gemacht und beeindruckt dich wahrscheinlich auch nicht wenn du es jetzt auf Social Media sehen würdest.
00:44:38: Goldene
00:44:38: Wasser-Hähne?!
00:44:39: Nee, nicht so... Ne aber das ist natürlich auch nochmal ein abschließender Punkt.
00:44:42: wenn man merkt dass so vor allen Dingen passives durchscrollen.
00:44:48: Regelhaft dafür sorgt, dass man sich hinterher schlechter fühlt oder minderwertiger oder abgehängt oder so.
00:44:54: Dann darf man natürlich auch mal überlegen einzelnen Kanälen weiß ich nicht zu entfolgen oder die Zeit zu begrenzen.
00:45:01: Du sagst es so lieb?
00:45:03: Ich würde sagen auf jeden Fall entfolge.
00:45:05: also ja wenn ich merke das ein Kanal dem ich auf Insta folge mir Am Ende dann doch immer schlechte Gefühle macht.
00:45:12: Entfolgen, konsequent!
00:45:13: Ja vielleicht ist das so dass man wenn von irgendeinem Kanal oder Account oder einer Person sehr viel Bewertung ausgeht, sehr viel Urteil, sehr viele Meinungen und man merkt dass man sich das ungut reinzieht und da gar nicht so gut bei sich bleiben kann oder plötzlich sich so klein fühlt.
00:45:31: ja dann kann man natürlich auch Konsequenzen draus ziehen und dann ist es auch nicht ignorant sondern hat vielleicht auch was mit Selbstschutz oder Selbstfürsorge zu
00:45:41: tun.
00:45:42: Ja, finde ich auf jeden Fall selbst bei unserem erwähnten Kanal wenn das jemand schön findet und sich inspiriert fühlt durch die kleinen Bilder und die Reals und so cool!
00:45:52: Wenn aber jemand eine Sehnsucht entwickelt, die ihm wehtut und die nächste Reise ist aber noch weiß ich nicht Jahre entfernt und es gibt keine Vorfreude dann entfolgen auch wenn's bei uns ist
00:46:04: ja
00:46:04: ist doch so darfst du mal zusammenfassen?
00:46:07: Nummer eins, wahrnehmen ob ich gerade in einem Vergleich bin und mich schlecht davon fühle.
00:46:15: Macht mich das motiviert?
00:46:17: Okay macht mich das frustriert?
00:46:19: Achtung!
00:46:20: Dann am besten weg von dem Thema und schauen dass meine Aufmerksamkeit da nicht hängen bleibt.
00:46:27: Ja und dazu gehört halt auch das ganze Bild möglichst in Augenschein zu nehmen.
00:46:32: also habe hier wirklich einen fairen Referenzrahmen eine gute Vergleichsbasis oder weiß ich im Grunde über diese Person so gut wie nichts und stell hier gerade gefühlt mein schlechtestes in vergleich mit ihrem präsentabilsten besten dann ist es vielleicht ein sehr schiefes Bild.
00:46:51: Der nächste Gedanke, ist das worauf ich hier vielleicht neidisch bin was ich vergleiche?
00:46:56: Etwas was ich will repräsentiert dass meine Werte oder ist dieses materielle Ding tatsächlich etwas was ich
00:47:03: brauche?
00:47:03: Und das kann ja voll sein, dass es auch zum Beispiel Menschen gibt die sagen diese speziellen goldenen Wasserhähne von dem Designer Sohnso in der Sonderausführung aus dem Jahr so und so.
00:47:15: Das macht mich voll glücklich!
00:47:18: Kann ja sein.
00:47:19: also, ne?
00:47:19: Dass so designaffine Menschen wirklich komplett ihr Herz an diese spezielle goldene Wasserhäne hängen, das ist total fein.
00:47:26: Das verurteile ich ja überhaupt nicht.
00:47:28: Das kann man ja gucken... Ist das wirklich...?
00:47:31: Meins, ist das wirklich mir wichtig?
00:47:33: oder für wen mache ich das?
00:47:36: Exakt.
00:47:37: Wenn ihr Social Media unbehagen bereitet entfolgen solltest du wirklich was vermissen.
00:47:43: über die Zeit kannst du ja später wieder folgen.
00:47:46: und dann für mich der zentralste Punkt vergleicht dich besser gar nicht mit anderen sondern vergleich dich mit dir früher.
00:47:55: Ja und das kann man auch finde ich erweitern.
00:47:57: Das hat mir auch manchmal als Mutter geholfen.
00:48:01: Es läuft ja auch bei den eigenen Kindern nicht alles immer wunschgemäß und geradeaus, und super unproblematisch.
00:48:06: Und ich finde auch die eigenen Kinder mit allen anderen Kindern zu vergleichen vermeintlich hat auch so wenig Wert sondern viel günstiger ist es ja auch dein Kind mit sich selbst von vor einiger
00:48:17: Zeit.
00:48:17: Ja absolut!
00:48:18: Ja natürlich!
00:48:19: Und dann auch weiß ich nicht Fortschritte oder Entwicklungen zu sehen und die mögen hundertmal langsamer sein als bei anderen Kindern.
00:48:27: aber das ist vielleicht der fairere Vergleich Weißt du, was ich manchmal glaube Christian?
00:48:32: Was ein ganz großes Glück für uns darstellt und was vielleicht aus therapeutischer Sicht gar nicht so oft benannt wird.
00:48:42: Dass wir ja jetzt mittlerweile seit Jahrzehnten das große Privileg haben dass uns so viele Menschen ins Vertrauen ziehen und ganz ehrlich berichten was bei ihnen alles nicht läuft.
00:48:57: Und ich bin so dankbar zum einen für das Vertrauen natürlich, was uns da entgegen gebracht wird.
00:49:02: Aber es ist auch so ein Geschenk zu bemerken, dass bei allen Menschen alles Mögliche nicht rund läuft und dass das in Wirklichkeit die Normalität isst!
00:49:14: Und dass wir normalerweise von anderen Menschen immer nur die Fassade sehen – du und Ich aber NICHT!
00:49:19: Und das ist für mich persönlich eine riesige Entlastung weil mir dadurch bewusst geworden ist…sobald ICH vor's Haus trete, bediene ich ein gewisses Image und werde einer gewissen Rollenerwartung gerecht.
00:49:34: Um Macht da so mein Ding?
00:49:35: Und von außen beobachtet sieht das für viele Menschen wahrscheinlich alles super intakt aus und super in Ordnung – die hat ihr Leben im Griff!
00:49:42: Und so wirken die meisten Menschen wenn man sie in diesen ultra kurzen Ausschnitten im Alltag sieht.
00:49:48: Aber was dahinter abgeht wie viel Kraft das kostet, wie schlecht die Menschen nachts schlafen, wie sehr Sie grübeln, welche Ängste Sie haben… Wie viele Tage sie haben, wo sie das Gefühl haben, ihnen entgleitet alles.
00:49:59: Sie haben überhaupt keine Kraft, keine Energie – das sehen die allermeisten Menschen ja nie!
00:50:04: Und vermuten, dass wäre nur bei Ihnen so und bei allen anderen nicht.
00:50:08: Das ist eine Erkenntnis, die ich aus vielen Jahren als Psychotherapeutin total verinnerlicht habe.
00:50:15: Ich wünschte wir wären da alle ein bisschen ehrlicher miteinander und würden nicht immer nur so eine glänzende Fassade zur Schau stellen sondern auch ein bisschen normalisieren dass wir alle auch unsere Gerümpel-Ecken haben, Dinge die wir gar nicht können, Dinge wie wir vor uns her schieben, Dinge, die wir hässlich an uns finden.
00:50:35: Wir alle!
00:50:37: Auch Serena Williams finde ich sicher.
00:50:40: Ich habe das noch nie so formuliert gehört aber was du beschreibst hat mich glaube ich zu einem komplett neidfreien Menschen gemacht.
00:50:50: Ja weil du es in Wirklichkeit nie weißt was bei den Leuten dahinter steckt.
00:50:56: Seid versichert, es gibt keine unbeschädigten Menschen.
00:51:01: Wir hören uns wenn ihr mögt nächste Woche wieder
00:51:04: und wenn ihr wollt sehen wir uns am neunten Mai in Nürnberg.
00:51:08: da geht's um im weitesten Sinne Missverständnisse die wir mit uns selber haben
00:51:12: und ansonsten bleiben wir gerne über Instagram im Austausch.
00:51:15: unter Franka Unterstrich Thierotie Unterstriche Psychologie wird es die nächsten Tage wieder einen Beitrag geben wo wir uns freuen werden unsere Gedanken noch weiter miteinander teilen.
00:51:25: Danke fürs Zuhören, bis nächste Woche.
00:51:27: Tschüss!
00:51:33: Das war's
00:51:34: für heute.
00:51:35: ich hoffe du konntest eine Menge frischer Gedanken für dich mitnehmen.
00:51:40: Mehr davon gibt es auch auf meiner Seite www.franca-gerouti.de Und natürlich nächste Woche wieder hier.
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