Buchen Sie jetzt über Seven.One Audio eine Host Read Ad, gesprochen von Franca

Mehr Informationen finden Sie hier!

Immer still. Immer stark. Immer okay?

Shownotes

Stille kann Stärke sein. Hinter Stille kann sch aber auch Leiden verbergen. In dieser Folge sortieren Franca und Christian all das, was von außen wie Zurückhaltung aussieht. Von in sich ruhender Stärke oder Introversion über Sprachlosigkeit bis zur Stille, die bleibt, wenn jemand resigniert und ausgebrannt ist. Du erfährst, warum man Gefühle nicht "wegpressen" kann, und warum es dir und anderen schaden kann, zu viel zu schweigen. Vor allem aber: woran du erkennst, ob jemand schweigt, weil er kann – oder weil er muss. Bei dir selbst und bei den Menschen um dich herum.

Francas neues Buch: Die innere Oma — ab 4. September 2026, jetzt vorbestellbar: https://shop.autorenwelt.de/products/die-innere-oma-von-franca-cerutti Alle Tourdaten und Tickets: https://www.190a.de/psychologie-to-go/ ARD Sounds-Festival Nürnberg, 9. Mai 2026: https://bayerischer-rundfunk.ticket.io/BuUPYt60/ Unterstütze uns auf Steady: https://steady.page/de/psychologie-to-go/about Hinterlasse eine Frage oder einen Kommentar auf unserem Anrufbeantworter: https://www.speakpipe.com/Psychologietogo "Die Familientherapie" mit Franca in der ARD- Mediathek: https://www.ardmediathek.de/serie/familientherapie-mit-franca-cerutti/staffel-1/NjRhYTI2NzQtYzJiOS00OWMwLWI1MmMtM2RmMjVmMDBlOWRj/1

Quellen: Die Studie zu Emotionsunterdrückung und Mortalität (Chapman et al., 2013): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24119945/ Affect Labeling – wie Benennen die Amygdala beruhigt (Lieberman et al., 2007): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17576282/ Warum "Dampf ablassen" Aggression verstärkt (Bushman, 2002): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12150155/

Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte!](https://linktr.ee/psychologietogo))

Du möchtest Werbung in diesem Podcast schalten? Dann erfahre hier mehr über die Werbemöglichkeiten bei Seven.One Audio!

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode Psychologie To Go.

00:00:05: Das ist dein Podcast für hilfreiche Gedanken und Impulse direkt aus meiner psychotherapeutischen Praxis!

00:00:30: wohl temperiert wirken und das unterstreich ich, dass Wort Wirken.

00:00:35: Und dass da aber vielleicht was ganz anderes dahinterstecken kann.

00:00:38: Und wir sprechen deshalb darüber weil in meiner letzten Selbsterfahrung das Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen darauf kamen, dass wir manchmal uns selbst ganz anders wahrnehmen als wir von außen eingeschätzt werden und weil Menschen etwas scheinbar an uns identifizieren, was wir selbst so gar nicht unterstreichen würden.

00:00:59: Und insbesondere Menschen, die eher still oder zurückhaltend sind werden häufig mit Deutungen dieses Verhaltens konfrontiert.

00:01:08: Zum Beispiel dass sie arrogant seien oder überheblich... ...die wirklich überhaupt nicht zutreffend sind und eher diametral demgegenüberstehen was eigentlich dahinter steckt.

00:01:18: Mit der heutigen Folge möchten wir zum einen ein bisschen dafür sensibilisieren wer alle tappen manchmal in die Falle das wir aus dem Verhalten das wir an anderen Menschen beobachten können schnelle Schlüsse ziehen, die aber häufig ganz unzulässig sind.

00:01:33: Und zum anderen möchten wir einen kleinen Einblick geben was alles dahinterstecken kann wenn eine Person eher ruhig und still wirkt und auch so wirkt als sei immer alles okay.

00:01:44: Diese Person kann eine andere Person in deinem Umfeld sein diese Person kannst du aber auch selbst sein!

00:01:51: Wir möchten also heute ein paar kleine Denkanstupser mitgeben

00:01:56: Und wir kennen ja alle eine Kollegin, die praktisch nie krank ist und wenn man fragt wie es geht dann sagt sie nur alles gut jemand der nie im Vordergrund wirklich zu sehen ist.

00:02:07: Wir kennen Menschen die sich nicht beklagen obwohl zum Beispiel Trauerfälle in nahen Umfeld passiert sind und viele von uns kennen auch noch Eltern oder vor allem Großeltern die sehr schweigsam sind, sehr ruhig sind und nie, niemals über Dinge berichten die sie zum Beispiel im Zuge des noch zweiten Weltkrieges oder der Zeit danach erlebt haben.

00:02:30: Ja, also es gibt durchaus sowas wie Menschen, die in sich zu ruhen scheinen, die Ereignisse gut wegstecken können, die damit leben können dass das Schicksal zuschlägt und sich trotzdem dadurch gar nicht aus dem Tritt bringen lassen.

00:02:44: in gewisser Weise?

00:02:45: Oder lieb zumindest so wirken?

00:02:47: Und dann gibts aber ja auch noch die andere Seite... ...dass eher ein bisschen sus.

00:02:54: Beckte schweigen, also das wo die Stille einen geradezu anspringt.

00:02:59: Und so ein bisschen, na ich sage im weitesten Sinne vielleicht gruselig wirkt?

00:03:04: Also wenn zum Beispiel der Kollege von dem du grad schon gesprochen hast er nie krank ist und immer sagt alles ist gut Wenn der eher so ein Kandidat wäre der selten spricht aber wenn dann es ist immer sowas ätzendes oder zynisches

00:03:18: Ja, das wäre so eine negative Seite vom Stillsein wie aber auch sowas wie Bestrafen durchschweigen.

00:03:25: Ja,

00:03:25: Silent Treatment ne?

00:03:26: Wenn man drei Tage mit jemandem nicht spricht weil man verärgert ist oder enttäuscht und jemanden mit dieser Stille bestraft

00:03:34: Oder auch mal einen Schweigen- und Stillsein wo man sich vielleicht manipuliert fühlt oder irgendwie dadurch selber genötigt etwas zu tun.

00:03:42: Also wenn jemand auf Nachfrage hin auch sagt, wenn man fragt was ist los?

00:03:47: und derjenige sagt nichts.

00:03:49: Aber

00:03:49: es ist halt nicht nichts sondern man spürt dieses Schnaufen oder es gibt so nonverbale Signale Augenrollen und man merkt das jetzt hier kein in sich ruhendes Schweigen sondern dass will mir gerade im Runde sehr berät etwas sagen nur ohne auf den Punkt zu kommen.

00:04:08: ja und das empfinden viele Menschen zurecht als manipulativ.

00:04:12: Was, was ist und wo wir uns da irren können?

00:04:15: Das besprechen wir heute ein bisschen.

00:04:17: Vielleicht kurz eine ganz grobe Einteilung.

00:04:20: Zum einen gibt es Persönlichkeitsdiele die dazu führen dass jemand eher still ist beispielsweise wenn man introvertiert ist.

00:04:27: in der Theorie dieser fünf großen Persönlichkeit-Sdiele den Big Five gibt es Introversion und Extraversion.

00:04:34: ja als eine Dimension also als ein Teil und wenn man eher introvertieren ist dann schweigt man oder ist sehr ruhig aus Regenerationsgründen?

00:04:43: Ja, aber das ist ganz wichtig zu betonen.

00:04:45: Das wird manchmal so dargestellt gerade so populär psychologisch oder auch von mir aus.

00:04:49: in Zeitdriften wird es immer so bemängelt.

00:04:52: also es wird ständig introvertierten Menschen nagelegt sie sollten extrovertierter sein oder sie sollten sich ausgelassener oder zugänglicher oder sonst wie verhalten.

00:05:02: Da muss man aber festhalten, dass das ja eigentlich kein charakterliches Defizit ist.

00:05:06: Sondern einfach eine Ausprägung und dass da nicht unbedingt ein Leidensdruck dahinter steht, sondern dass viele Menschen sich sehr wohl damit fühlen, nicht in jedem Moment was dazu zu sagen zu haben oder sich zu beteiligen mit einer Meinung oder so, sondern einfach das auch so bisschen beobachtend laufen zu lassen.

00:05:23: Also das kann total in Ordnung sein!

00:05:26: Also wenn es auf diese Art von Persönlichkeitsstil zurückgeht, dass jemand eher still und schweigsam sind dann ist das nicht zu beheben sozusagen.

00:05:34: Das ist nichts Schlimmes!

00:05:36: Manche Menschen sind auch eher zurückhaltend und still weil sie's gelernt haben.

00:05:41: Da

00:05:41: würde ich dich einsortieren.

00:05:43: Ich wünschte, das würde funktionieren.

00:05:46: Ich wäre gerne zurückhaltender und stiller.

00:05:49: häufig aber meistens reißt es mich mit und weg.

00:05:52: Nee

00:05:52: finde ich gar nicht Christian.

00:05:54: also ich finde diese Art von Zurückhaltung weil du erst mal drüber reflektieren möchtest Also eine gewisse Nachdenklichkeit bevor du was sagst und dass Du erstmal abwägst Und das geht dann manchmal damit einher Dass du Nicht sofort was raushaust so dieser art von Stiller Zurückhaltung, die würde ich schon mit dir verbinden.

00:06:17: Siehst du das ist das was wir vorhin gesagt haben?

00:06:18: Ich empfinde mich gar nicht als besonders zurückhaltend viele andere bestimmt auch nicht!

00:06:23: Also Zurück Haltung und ruhig sein und still sein kann bedeuten dass man aus früheren Erfahrungen gelernt hat oder dass es ein innerer Wert ist.

00:06:32: Ich bin hier immer noch ein Freund der Stoiker und die raten ja auch zu einer gewissen Gelassenheit und Zurückhaltung

00:06:41: Ja, und dann finde ich es das auch vielleicht so eine Art von Reifung.

00:06:46: Wenn man sich diese Art von Zurückhaltung und Stillsein in gewisser Weise erarbeitet weil man sich selber damit auch ein bisschen besser gefällt.

00:06:56: also wie ich gerade sagte nicht sofort immer alles raushauen nicht sofort die eigene Meinung für die wichtigste zu halten kann ja auch ne Qualität sein.

00:07:04: Ja ganz richtig.

00:07:05: anders ist es allerdings wenn stille und Zurückhaltung für einen selber einen Schutz bedeutet.

00:07:11: Wenn man, na sagen wir mal vorbewusst oder unbewusst das Gefühl hat ich kann oder sollte lieber nichts sagen.

00:07:17: in vielen Konstellationen sind Menschen deswegen still weil sie zum Beispiel Angst haben innerlich die Beziehung zu anderen zu beschädigen oder mit dem herauskommen ihre Bedürfnisse jemand anders irgendwie zu belasten.

00:07:32: es kann sogar sein dass vorhergehende Traumata dazu geführt haben, dass man das Umfeld als unsicher erlebt und lieber nicht sichtbar wird.

00:07:41: Ja dann gibt es natürlich eine besondere Art von Stille- und Zurückhaltung die sich einstellen kann weil eine Person möglicherweise depressiv geworden ist.

00:07:51: Das geht ja häufig einher mit einem starken Interessenverlust Freutverluste Antriebsverluster Und dann werden Menschen still.

00:07:58: und das ist aber eben nicht diese gesunde oder reife bewundernswerte stille sondern das kann auch Echt Ausdruck von einer psychischen Belastung sein.

00:08:08: Das Gleiche gilt auch für Angsterkrankungen, also wenn zum Beispiel eine personenstarke Bewertungsangst hat im Sinne einer Sozialphobie – auch das sind häufig extrem zurückhaltende, stille Menschen die so am liebsten die Farbe des Hintergrundes annehmen würden, weil sie ganz krasse Angst vor der Meinung anderer Menschen haben und ganz, ganz große Angst haben im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen oder in jeglicher Situation, in der sie Beurteilung fürchten.

00:08:39: Und genauso kann das vorkommen wenn jemand ausgesprochen erschöpft ist?

00:08:43: Einfach nicht mehr kann!

00:08:44: Jemand ist still weil er leer ist keine Energie mehr da.

00:08:48: Also das habe ich manchmal nach so einem Tag in der Praxis erlebt.

00:08:51: ehrlich gesagt wenn du einen sehr wortlastigen Beruf hast und dich den ganzen Tag konzentrieren musst.

00:08:58: Und das ist ja nicht nur charakteristisch jetzt in der Psychotherapie, da gibt es eine Menge Berufe wo das so ist... dass ich abends einfach keine Worte mehr übrig hatte!

00:09:05: Also buchstäblich keine Sprechstunde mehr.

00:09:07: Ja man hat das Gefühl ein gewisses Budget zu haben an... Ich

00:09:11: kann nicht mehr...

00:09:12: Da ist auch durchaus was dran.

00:09:15: oder manchmal ist es so, dass jemand sehr still wird weil er resigniert.

00:09:19: innerlich die Erkenntnis greift ist, das hat doch alles keinen Zweck.

00:09:23: Ich sage nichts mehr dazu ich reib mich nicht auf!

00:09:25: Ich verschwende jetzt keine Worte

00:09:26: mehr.".

00:09:27: Das finde auch einen interessanten Zustand übrigens.

00:09:29: Das kenne ich ganz viel aus Beziehungen dass es eigentlich vor allen Dingen dann echt schlecht um die Beziehungsqualität steht wenn Menschen aufgehört haben zu streiten und dann aus dieser Art von Resignation heraus gar nichts mehr sagen.

00:09:46: Und das gibt's in Beziehung, aber auch in Arbeitsverhältnissen Überall, wo Menschen aufgehört haben zu sprechen, weil sie resigniert haben.

00:09:55: Und dann kommt das dicke Ende und die andere Person sagt, es kam wie aus dem Nichts!

00:10:01: Es ist doch gut gelaufen?

00:10:01: Wir haben gar nicht mehr gestritten... Ja,

00:10:02: doch gar nicht gestritte!

00:10:03: So ja, nee großes Missverständnis Das ist dann die resignative Stille.

00:10:09: da müsste man auch ein Auge drauf haben.

00:10:12: All diesen Dingen sind gemeinsam dass diejenigen, die still sind zurückhaltend und schweigsam Nicht das Gefühl haben, sie hätten eine Wahl.

00:10:21: Sondern es ist ein Muss!

00:10:22: Es hat sich so eingestellt vor dem Hintergrund der Umstände wie Sie sind?

00:10:26: Genau.

00:10:27: Dann kann es noch passieren dass uns stille Menschen begegnen die etwas aufweisen was wir Alexi Thyminen man würde sagen Gefühlsblindheit.

00:10:36: Ja das ist interessant.

00:10:37: Das betrifft so ungefähr... Man schätzt so zehn Prozent aller Menschen Die große Schwierigkeiten haben, Emotionen wahrzunehmen und die richtigen Worte dafür zu finden was sie da überhaupt erleben.

00:10:52: Die verwechseln häufig den körperlichen Zustand der mit einer Emotion einhergeht – mit einem reinkörperlichen Geschehen!

00:11:00: Also wie soll ich das sagen?

00:11:01: Viele Menschen die Alexitym sind würden für das komische Bauchgefühl dass sie da spüren nicht das Wort Traurigkeit finden Sondern sie denken im Zweifelsfall wirklich, es ist was mit ihrem Bauch.

00:11:15: Und dann gehen Sie zum Gastroenterologen der da eventuell nichts findet weil sie die somatische Komponente von Emotionen nicht gut übersetzen und Gefühle nicht gut benennen können.

00:11:28: Das bedeutet dass jemand der keine Worte für seine Gefühler hat Die nicht ausdifferenzieren kann und still sein könnte Weil es in Anführungszeichen nichts zu sagen gibt.

00:11:38: Ja

00:11:39: Und was ich vorhin angesprochen habe, mit dem Großvater der nicht über Nachkriegszeiten oder Kriegszeite sprechen kann oder will.

00:11:47: Ich würde das mal als familiäre oder vielleicht geerbte Stille bezeichnen.

00:11:52: So Familien-Tabus meinst du?

00:11:54: Ja gibt es mehr.

00:11:55: Es gibt Familien- Tabus.

00:11:57: Gibt irgendwas in der Familie über das nicht gesprochen wird.

00:11:59: Da kehrt Stille ein.

00:12:00: Das ist aber nicht Stille oder Zurückhaltung im Allgemeinen.

00:12:04: Wir sprechen ja über wenn Menschen insgesamt still sind sondern eher... Themen bezogen.

00:12:09: Es kann sich aber auch so ausweiten, dass überhaupt über familiäre Dinge nicht viel gesprochen wird und dann ist man lieber ganz leise als das es angeschnitten wird.

00:12:18: Ja also ich habe ja dieses Familienformat die Familientherapie.

00:12:22: das kann man in der Mediathek sehen und das finden ganz viele Leute super weil das wirklich nette, liebevolle Familien sind.

00:12:30: Die sich trauen ihre Konflikte aber auch mal öffentlich zu machen.

00:12:34: und das sind jetzt keine riesigen Tabus sondern ich würde mal sagen so normale zwischenmenschliche Schwierigkeiten an die jetzt einfach mal Licht und Luft dran gelassen.

00:12:44: und dazu gab es aber nicht nur positives Feedback sondern ganz viele Leute haben auch geschrieben über familiäre Dinge spricht man doch nicht Und man muss doch nicht schmutzige Wäsche nach außen tragen, so als wäre jeder Konflikt den man nun mal miteinander hat.

00:12:59: Als Eltern und Kinder oder als Elternpaar oder so ... Also da kamen ganz viele Deutungen mit wo ich dachte okay, da gibt es ein übernommenes wie du grade sagst vielleicht geerbtes Schweigen so eine Schranke vor bestimmten Themen.

00:13:17: was darf ich überhaupt besprechen?

00:13:19: Ja, das meine ich.

00:13:20: Und das kann sich zu einer Art Kultur auch innerhalb einer Familie auswirken?

00:13:25: Denkbar auch dass das in anderen Kulturen ohnehin so gelebt wird?

00:13:30: Ohne dass ich das sicher wüsste würde ich jetzt fernöstliche Kulturens zum Beispiel dazu zählen.

00:13:34: Bisschen

00:13:34: reservierter...

00:13:35: ja zurückhaltender was es angeht und das bittet auch weitlich Raum für ein Missverständnis.

00:13:40: Aber auch für weiterhin brodelnde Konflikte.

00:13:43: wenn man lernt man darf Dinge nicht ausdrücken naja aber da kommen wir gleich noch.

00:13:48: Und Franka, wir hatten mal eine Folge gemacht zu Schizoidie.

00:13:52: und wenn man sogenannte schizoide Persönlichkeitszüge hat dann kann es auch sein dass man sehr still wirkt.

00:13:58: Man hat einfach ein geringeres Bedürfnis nach emotionalem Austausch und das führt zur einem zurückhaltenden Bild manchmal.

00:14:05: Ja

00:14:06: also das sind Menschen die einfach das Gefühl haben nicht im Sinne einer Schutzreaktion weil andere ihnen geschadet hätten oder sowas sondern dass sie wirklich von Beziehungen nicht profitieren, dass ihnen das nichts gibt.

00:14:20: Dass es sie allenfalls erschöpft.

00:14:22: aber Sie haben das Gefühl, dass Zwischenmenschlichkeit kein Wert an sich ist.

00:14:26: Das gibt es einfach.

00:14:27: und ja diese Menschen sind natürlich dann vor diesem Hintergrund auch eher stille Vertreter.

00:14:33: Eine Art von und ich sage das mal extra in Anführungszeichen Zurückhaltung oder stille Ist mir ganz wichtig.

00:14:40: Und zwar gibt es das als sogenannte histrione Spielart.

00:14:43: Unsere Historien, Persönlichkeitsanteile möchten in den Mittelpunkt und möchten ein bisschen theatralisch sein.

00:14:49: Und verlangen nach Aufmerksamkeit.

00:14:52: Wenn das ein bestimmtes Maß überschreitet oder wenn es gerade sehr dran ist dann kann es sein dass jemand sich in den Vordergrund drängt und des Bedürfnis nach Aufmärksamkeit hat und das im Gegensatz zu normalerweise mit glitzern und laut sein macht im gegenteil mit stille Macht So eine demonstrativen Rückzug.

00:15:16: Also du meinst, Stille kann auch inszeniert sein und kann auch absichtlich gewählt sein als Strategie um etwas zu erwirken?

00:15:25: Übrigens auch nicht nur im Historien Sinne sondern manchmal auch... bei Menschen mit einer nazistischen Akzentuierung.

00:15:33: Und da hat es aber eine ganz andere, manchmal richtig bedrohliche Komponente... Da wird das dann eben als Bestrafung gewählt oder um eine andere Person spüren zu lassen, dass man jetzt aus dem Kontakt geht, die Bindung droht zu brechen.

00:15:46: Das ist auch manipulativ, aber natürlich akut-bedrohlich!

00:15:52: Spannend ist ja was, was ist?

00:15:54: Wie können wir's vielleicht von außen erkennen wie können wirs aber auch an uns selber erkennen?

00:15:59: Und bei Introversion, bist du eher ein introvertierter Typ?

00:16:02: Da merkst du es unter anderem an der Zeit wann.

00:16:05: Heute haben wir von introvertierten Menschen eher verstanden dass es ein bisschen mehr ist wie ein Energietöpfchen das leer wird über die Zeit.

00:16:12: und wer introvertiert ist den kostet sozialer Kontakt Energie und des Töpfchens das Energietüpfchen wird leer.

00:16:19: Wer extrovertiert is dem bringt sozialer Kontakt eher Energie und erfüllt seinen Töpchen damit auf.

00:16:27: Bist du also jemand, den Interaktion mit anderen Menschen eher erschöpft nach einer Zeit und bist danach nach dem vielen sozialen Kontakt eher still- und zurückhaltend?

00:16:36: Das kann sehr gut sein dass es ein Introversion liegt.

00:16:39: Und du brauchst die Stille einfach zur Regeneration.

00:16:42: Ja und das ist vielleicht schwer zu unterscheiden für manche Menschen sogar für Menschen die sich selber für introvertiert oder schüchtern oder zurückhaltent

00:16:52: halten

00:16:53: ob es wirklich das ist ob sie in Wirklichkeit im Rahmen ihrer eigenen Biografie gelernt haben, sich selber stillzuhalten.

00:17:06: Und zwar kann das mit gesellschaftlichen Normen zu tun haben – also ich denke jetzt vor allen Dingen an weibliche Patientinnen die noch stark dahingehend sozialisiert wurden und dahingehin erzogen wurden – dass nette Mädchen die Stillenmädchen sind?

00:17:22: Die nicht kompliziert die aufopferungsvoll sind, die keine großen Anbrüche stellen.

00:17:30: Die haben ganz stark verinnerlicht, dass sie niemals der Mittelpunkt des Geschehens sind, das ihre Bedürfnisse nicht zählen.

00:17:37: Dass es ehrenvoll ist, dass man selbst wenn's ein Selbstwas kostet oder einen selbst belastet, wenn man trotzdem die Bedürfenisse anderer über die eigenen stellt und so weiter – das is alles bekannt unter dem Stichwort Self-Silencing also sich selbst!

00:17:54: zur Stille und Zurückhaltung zu verdonnern, weil es zur verinnerlichten Rolle gehört.

00:17:59: Und dann ist man vielleicht gar nicht introvertiert... ...und würde in Gesellschaft aufblühen?

00:18:04: Aber das passt nicht zu dem Gehemmten selbst, dass man glaubte sich aneignend zu müssen!

00:18:12: Also klappt das ein Stück weit in das was wir vorhin gesagt haben die kulturellen Dinge auch mit rein?

00:18:16: Ja total.

00:18:18: Wenn man also Angst davor hat die Beziehung zu beschädigen, weil man hat gelernt.

00:18:22: Man muss zurückhaltend sein und man muss still sein, weil sonst das soziale Konstrukt auseinanderfallen würde.

00:18:28: Das ist deine

00:18:29: Verantwortung!

00:18:30: Und das sind dann unter Umständen keine introvertierten Menschen selbst wenn sie sich selber so erleben sondern es ist eine stark verinnerlichte gesellschaftliche oder familiäre Erwartungshaltung, die ich vor allen Dingen bei Frauen wahrnehme also so eine krasse internalisierte Unterordnung.

00:18:49: Wer sich da noch mal näher mit beschäftigen will, kann gerne mal nach Dana Jack suchen.

00:18:54: Silencing the Self gibt's große Untersuchungen dazu.

00:18:58: Ich glaube was wichtig ist nochmal direkt zusammenzufassen man darf natürlich schweigen und still sein und zurückhaltend sein ohne kaputt zu sein das ist völlig in Ordnung.

00:19:08: aber es gibt eben auch diese andere Art von Schweigen die daher rührt dass man gelernt hat dass man es nicht anders darf.

00:19:16: Ja, eben.

00:19:17: Das betrifft jetzt auch nicht nur Frauen sondern durch kulturelle Einflüsse wird das verhalten Man könnte sagen so entlang der Genderlinie, entlang dieser Geschlechtslinie mit verstärkt.

00:19:29: Wenn man selber nicht so genau weiß hilft ein bisschen die Frage wenn ich schweige erschöpft mich das oder bin ich dadurch erholt?

00:19:37: ja und vielleicht auch die frage warum schweig ich?

00:19:41: weil ich will oder weil ich nicht anders kann?

00:19:46: Das ist eine recht positive, ich behaupte eine recht Positive Art davon.

00:19:50: Zum Beispiel weil ich gelernt habe dass ich nicht über das reden muss was sich nicht ändern kann und man kann so ein gewisses wenn man so weises Bild von sich selber haben das gelassen auf Dinge schaut die nicht zu beeinflussen sind

00:20:03: also dass man seine Kämpfe sozusagen wählt dass man sich nicht für alles aufreibt wo man vielleicht gar keinen Einfluss hat keine Handlungskompetenz in dem Bereich oder überhaupt kein... Impact durch irgendwas.

00:20:16: Ja,

00:20:17: wir haben ja sogar die Act die acceptance in commitment therapy Die das durchaus auch nutzt.

00:20:24: was muss ich akzeptieren worauf kann Ich mich einlassen?

00:20:27: und wenn ich das weiß muss ich mich nicht unbedingt dazu äußern.

00:20:32: Es kann aber eben auch so sein dass ich das gelernt habe wie du vorhin gesagt hast weil ich schlechte Erfahrungen gemacht habe Und ich glaube wir alle haben mal im Impuls oder in Erinnerung aufgebracht hat, Dinge gesagt die wir später bereut haben.

00:20:49: Wenn das häufiger vorkommt dann muss man sich ja irgendwann fragen Menschen Kinder ich muss mal mehr den Mund halten und es gibt durchaus Menschen die sich dahingehend einfach willentlich verändert haben.

00:21:02: Ja ich verstehe das schon dass jetzt nicht jeder Gedanke geäußert werden muss und dass so eine Art reflektierte reflektierende Stille eine Lebenshaltung sein kann, die man erstrebenswert findet.

00:21:18: Das verstehe ich aber dazu trotzdem auch ein Kontrapunkt weil insbesondere Opfer von Mobbing zum Beispiel oder Von Ausgrenzung Die erleben natürlich einen Schweigen Auch als unsolidarisch.

00:21:33: also wenn du Irgendwie am Rand stehst von Missständen die passieren und Du findest dich dann reflektiert und kultiviert.

00:21:43: Und in einer Linie mit den philosophischen Stoikern, wenn du sagst naja ich wähle meine Kämpfe und muss nicht zu allem was sagen aber das Opfer dieser Missstände fühlt sich durch dich verraten und man kann auch sagen wer schweigt stimmt zu.

00:21:56: Wir hatten das ja mal in unserer Mobbingfolge.

00:21:58: Das ist auch nachgewiesen dass Opfer empfindet Nichthilfe so ähnlich wie Angriff.

00:22:05: Manchmal ist das sogar der größere Verrat.

00:22:08: und dann finde ich es etwas bequem, sich auf Stille zurückzuziehen.

00:22:13: Weil man sagt, ich kann's eh nicht ändern

00:22:15: zum Beispiel?

00:22:16: Ja genau!

00:22:17: Das finde ich müsste man da vielleicht auch mit bedenken.

00:22:20: Ist das jetzt eine gute Wahl zu schweigen oder ist es nicht doch irgendwie zum Selbstschutz und wäre nicht einfach nur meine Stimme weil sie in dem Moment den Chor lauter macht doch sehr nützlich.

00:22:33: Ja, aber so kann man doch unterscheiden zwischen Stille zum Schutz oder Stille aus Angst und frei gewählt!

00:22:41: Wenn du dich einfach fragst, wenn das jetzt keine negativen Konsequenzen hätte würde ich dann sprechen oder laut sein?

00:22:49: Oder würde ich es nicht?

00:22:51: Das ist, glaube ich sowieso eine ganz wichtige Frage die man sich immer mal widerstellen kann.

00:22:54: Handle ich so wie jetzt handele vor dem Hintergrund einer Wahlfreiheit und einer Flexibilität?

00:23:00: Und ich könnte mich in alle Richtungen auch anders verhalten?

00:23:03: Ich könnte sprechen, ich könnte schweigen beides frei und wie ich will.

00:23:07: oder fühle ich mich gedrückt, genötigt, veranlasst?

00:23:11: Ist schon ein wichtiger Hinweis.

00:23:14: Menschen, die sehr schweigsam sind und dabei aber auch sehr ruhig sind...

00:23:19: In der Schweigsamkeit ruhig!

00:23:21: Schweigen ist erst mal nichts sagen.

00:23:23: Gleichzeitig kann man ja noch eine Ruhe ausstrahlen, sich langsam bewegen, bedächtig und auch ansonsten nicht in Vordergrund spielen.

00:23:31: Solche Menschen wirken häufig kompetent!

00:23:34: Die wirken reif, die wirken aber auch belastbar.

00:23:38: Ja klar, sie bringen nichts aus der Ruhe.

00:23:41: Sie sind ruhig.

00:23:42: So wirkt das?

00:23:43: Aber in der anderen Folge haben wir einmal über den Halo Effekt gesprochen.

00:23:46: der Halo Effekt, also diese Heiligenschein-Effekt besagt dass wir von einer mehr oder weniger positiven Eigenschaften die wir sehen können auf andere positive Eigenschaftend schließen.

00:23:57: Also das strahlt dann ab!

00:23:58: Das ist dann der Heiligensein und jemand der ruhig und bedächtig und wie du gerade sagst vielleicht auch motorisch nicht so zappelig und aufgeregt wirkt sondern eher so ein bisschen bedäftig wenn wir sowas wahrnehmen strahlt Auf die ganze Person ab und wir schreiben ihr auch noch alle möglichen anderen Qualitäten zu, nämlich zum Beispiel einen kühlen Kopf zu bewahren.

00:24:20: Gute Nerven zu haben.

00:24:22: Manchmal ziehen wir Rückschlüsse auf die Intelligenz den Überblick zu haben usw.

00:24:27: Ganz genau!

00:24:28: Ich habe dich doch schon mehrfach genötigt mit mir der Pate zu gucken.

00:24:32: Ja in der Tat.

00:24:33: Und schon im ersten Teil wenn dieser Mafia-Boss mit seinen... Gästen bekannten erweiteter Familie spricht, dann macht ihr das in einer extrem ruhigen zurückhaltenden Art.

00:24:47: Und das strahlt natürlich in dem Fall auch Macht aus, strahelt aber auch Kompetenz aus, Strahlt Intelligenz aus.

00:24:54: also das Ruhige und das Schweigende wird filmisch und auch in der Realität ist es so von uns Zuschauern erweitert auf viele gute Eigenschaften wenn man so will

00:25:05: gute Eigenschaften.

00:25:07: Bei ihm ist es ein Mafia-Boss,

00:25:10: ich weiß schon was du meinst.

00:25:11: Ja also bei ihm lappt das ja klar auch in etwas sehr Kaltes, etwas sehr Berechnendes, sehr Brutales.

00:25:20: aber ich weiß noch was du meinst.

00:25:21: im Alltag wirken ruhige Menschen häufig unaufgeregt stark.

00:25:27: und jetzt haben wir schon das Problem wenn es so ist wie wir vorhin gesagt haben dass es auch bei Burnout-Symptomatik bei starker Belastung, bei Depression so sein kann.

00:25:36: Dann läuft jemand der ruhig und still ist natürlich Gefahr diesem eigentlich positiven Halo Effekt zu unterliegen und gerade noch mehr belastet zu

00:25:47: werden."

00:25:48: Weil die Leute ihn missverständlicherweise für belastbar einschätzen das ist ja zum Beispiel Stichwort funktionale Depression ganz häufig bei Leuten der Fall zum totalen Crash die Fassadeaufrechterhalten, die im Funktional erscheinen.

00:26:05: Obwohl sie von innen betrachtet das Gefühl haben, dass sie hier nur noch so eine hauchdünne Fassadaufrecht erhalten.

00:26:11: Die funktionieren, die klagen nicht und gehen jeden Tag zur Arbeit.

00:26:15: Die sind dabei anständig gekleidet.

00:26:17: Niemand würde vermuten, dass Sie sich innerlich total belastet und im Anschlag fühlen.

00:26:22: Und da kann es zu einem Missverständnis werden!

00:26:26: Also wie du sagst... immer noch total unbelastet und bekommen daher noch mehr Aufgaben auf den Tisch, zu denen sie wiederum sich nicht trauen, nein zu sagen.

00:26:35: Weil Sie ja auch sehr darum ringen, nicht defizitär zu erscheinen, nicht bedürftig zu erschen.

00:26:40: Und da gibt es manchmal ganz große Missverständnisse.

00:26:43: Da sind dann alle überrascht wenn das heißt ist in der Klinik plötzlich...

00:26:48: Stell dir mal ein Großraumbüro vor.

00:26:50: Und da ist jemand, der so ruhig ist und deswegen stabil wirkt.

00:26:53: Wer du persönliche Probleme hast, wo gehst denn hin?

00:26:56: Mit dem redest du mir mal!

00:26:58: Was dich belastet.

00:27:00: Zudem wer nicht so aufgescheucht wirkt... Also muss man da ein bisschen vorsichtig sein.

00:27:07: Diese Stille ist weder gut noch schlecht.

00:27:08: das kann immer auch was Negatives mit sich bringen.

00:27:12: Auch eine Beobachtung weil wir sind ja unter uns in der Klinik zum Beispiel auf den Stationen, die Patientinnen und Patienten, die eher still waren.

00:27:23: Und zurückhaltend!

00:27:25: Die Laufengefahr dass man deren Bedürfnisse mal übersieht.

00:27:30: Man hält das häufig irrtümlicherweise für ein Ausdruck von mentaler Stabilität.

00:27:36: Wenn ich laut klagt oder bemerkbar leidet dem geht es ja anscheinend gut und das stimmt halt überhaupt nicht.

00:27:45: Unser Gehirn nimmt so wie immer eine Abkürzung und glaubt eben auch, dass wer still ist keine Probleme hat oder nicht so große zumindest.

00:27:54: Das passiert automatisch.

00:27:55: ich möchte niemanden dafür verurteilen das würde uns erst mal allen zu gehen.

00:28:00: aber es ist auch ein Hinweis für diejenigen die sehr still sind.

00:28:04: Es braucht ein bisschen diesen Übersprung sich auch einmal zu äußern weil sonst geht man unter Umständen unter

00:28:17: irrtümlicherweise für die Belastbaren zu halten oder gerade auch eine gewisse Stille.

00:28:23: Wir hatten grade schon davon gesprochen, dass das auch ein Symptom von Resignation sein kann oder von Hilflosigkeit.

00:28:29: also gerade das nicht als Symptoms übersehen.

00:28:33: Da sind wir ja alle gefragt!

00:28:35: Ja deswegen ist im normalen Klinikablauf Das für gewöhnlich auch so protokollarisch geregelt, dass jeder Patient besprochen und durchgegangen wird.

00:28:43: Und visitiert wird und befragt wird.

00:28:45: das will man damit ausschließen aber im Alltag ich sage jetzt auf dem Flur wenn man so will da bleibt es ein Problem.

00:28:53: Da brauchen wir manchmal Hinweise auch von Angehörigen, die uns zum Beispiel wissen lassen wenn etwas sehr untypisch aus dem Rahmen fällt.

00:28:59: Wenn jemand erst so still geworden ist oder so.

00:29:03: Wir kennen die Leute ja noch nicht so lange und nicht so gut.

00:29:06: Und können manchmal gar nicht einschätzen ob das eine Entwicklung da hin war?

00:29:10: Ob es jetzt besonders aus dem Rahmen fällt oder ob das etwas Neues um Besorgniserregendes ist.

00:29:16: Das ist im Grunde der ganze Aufhänger für diese Folge.

00:29:18: Wenn wir etwas an einer Person von außen beobachten Dann haben wir ja gar keine Chance, außer aus unseren eigenen Augen das zu betrachten.

00:29:27: Und häufig haben wir dann so die Idee Naja ich persönlich würde mich nur so verhalten wenn Ich stabil ruhig und ausgeglichen wäre.

00:29:36: oder ich würde mich Nur so Verhalten Wenn ich total selbstbewusst und arrogant wäre Oder ich würde Mich nur Soverhalten wenn ich ganz hilflos oder resigniert wäre und innerlich zerbrochen.

00:29:48: Wir versuchen mit unseren eigenen Tablohnen das Verhalten anderer Menschen einzuschätzen, und damit liegen wir manchmal wahnsinnig daneben!

00:29:56: In dem Zusammenhang erinnere ich mich sehr gut an einen Patienten der zwar schon mit mir gesprochen hat aber über nichts Relevantes.

00:30:06: Ja, ich erinnert mich – wir haben in der Supervisionsgruppe darüber gesprochen Und da haben wir uns auch gewundert, weil wir dachten er wird schon ein Anliegen haben.

00:30:13: Er war auf der Warteliste und hat Redebedarf aber wenn es dann.

00:30:17: sobald ist spricht er nicht mit dir.

00:30:19: Nein zurückhaltend und echte Themen da kamen wir nicht hin.

00:30:24: Und sowas beobachten wir durchaus ein Stück weit mehr beim Männern dass häufig Männer zurückhalten sind vor allem was das Reden über die eigenen Emotionen angeht.

00:30:34: Wir haben ja auch eine kulturelle Prägung dass Männer weniger ihre Emotionen zeigen sollen, dass sie ein bisschen hart sein sollen.

00:30:40: Dass die selbstständig sein soll, autark sein sollen und das führt auch dazu, dass häufig weniger Hilfe gesucht wird unter anderem aber auch durchaus berechtigt weil wenn Sie Hilfe bekommen auch nicht so gut drüber sprechen können über die eigenen Gefühle.

00:30:55: in diesem Fall war es so, dass wir dann aber getauscht haben.

00:30:59: der Patient ist zu einer weiblichen Therapeuten gegangen in diesem Kontext etwas besser aufgehoben gefühlt und konnte da auch besser drüber sprechen.

00:31:09: Und da waren übrigens erhebliche Belastungen?

00:31:11: Da

00:31:11: waren erhebliche Belastung!

00:31:12: Und irgendwie kam aber aus der Männerrolle nicht so raus dir gegenüber, ne?

00:31:15: Das war ein Männertebattel...

00:31:17: Ja deswegen ist auch stille manchmal kontextabhängig.

00:31:21: Mit wem kann man entsprechen mit wem nicht.

00:31:23: Und noch da können wir uns manchmal verschätzen ein Stück weit.

00:31:26: Aber wo wir dabei sind es gibt einen Phänomen, dass es bei beiden Geschlechtern auch gibt.

00:31:32: Das aber häufiger bei Frauen sichtbar ist oder häufiger auftritt.

00:31:36: Auf Englisch heißt das unmitigated communion und es gibt keinen so perfekten deutschen Begriff dafür.

00:31:42: Es bedeutet aber dies übermäßige Kümmern um die Bedürfnisse anderer Menschen.

00:31:46: D.h.,

00:31:47: die eigene Aufmerksamkeit liegt sehr bei anderen und nicht so sehr bei mir selbst.

00:31:52: Und zwar als Missverhältnis – das stimmt nicht, das sozusagen unrealistisch!

00:31:57: Also als Beispiel, ich habe Problem A. Das wiegt fünf Kilo und die andere Person hat Problem B, wiegt auch fünf Kilos dann halte ich trotzdem das Problem von Person B für schwerer.

00:32:07: Das ist der Twist im Kopf!

00:32:10: Und wenn so was vorliegt, dann führt es auch häufig dazu dass die Person sich selber sehr zurückhält weil immer die Probleme der anderen schwerwiegender sind.

00:32:20: Ja das ist auch eine Beobachtung aus der Praxis.

00:32:22: Das sind häufig Patientinnen Und du merkst richtig, wie belastet sie sind.

00:32:27: Die weinen auch häufig und gleichzeitig machen Sie immer so Rückzugsangebote nach dem Motto also wenn jemand anders den Platz dringender braucht, so bitte sagen Sie mir, wenn ich hier ganz falsch bin!

00:32:38: Das berührt mich immer so weil das häufig Frauen sind die genau dieses Nee, wenn jemand anderes Dringender oder wichtiger ist gar kein Problem diesen Rückzuggedanken immer mitbringen und immer sich selber in so einer Art Nebenrolle im eigenen Lebensstil.

00:32:55: Ja, ich erlebe das auch bei Männern.

00:32:58: Tatsächlich gibt es das bei beiden... Das ist eher eine Frage der Persönlichkeit oder der Erziehung.

00:33:03: Es zeigt sich sehr viel Stärkeit durch unsere Kultur an diesen was wir vorhin schon hatten Geschlechtslinien entlang.

00:33:09: weil dass eher Frauen so zugeschrieben wird Aber hast du's auch?

00:33:12: Dass manchmal Patienten sogar sagen Ich will ihnen das vielleicht gar nicht erzählen!

00:33:15: Ich will sie damit nicht belasten

00:33:16: Um uns nicht

00:33:17: belastend?!

00:33:17: Ja ja genau Wahnsinn.

00:33:19: Und man muss einfach wissen Überverantwortung für die Emotionen, für die soziale Stimmung.

00:33:26: Für die Probleme anderer und so weiter.

00:33:29: hoch korreliert es mit Depression zum Beispiel.

00:33:32: Denn das gelingt ja nur indem man eigene Bedürfnisse, die eigenen Lebensmotive manchmal sogar die eigenen Werte massiv in den Hintergrund presst.

00:33:45: Dadurch sind sie aber nicht weg!

00:33:47: Die haben trotzdem eine Wirkung im unbewussten Und schlimmstenfalls kann es eben dazu führen, dass man wenn man so aufgestellt ist und so stark an anderen Menschen orientiert im eigenen Leben an den eigenen Bedürfnissen so vorbeilebt.

00:34:02: Das macht unterm Strich meiner Beobachtung nach wirklich krank!

00:34:14: Dauerhaft und vielfach zu unterdrücken, macht eine Art Stress.

00:34:18: Und der Stress wiederum führt zur tatsächlichen körperlichen Erkrankung oder zu einer höheren Erkannungswahrscheinlichkeit.

00:34:25: Die Verbindung zu still sein, zurückhaltend sein ist folgende.

00:34:29: Gefühle unterdrückten so wie man sich vorstellt, man hat die dann nicht!

00:34:33: Das gibt es in Wirklichkeit gar nicht.

00:34:35: Also das ist ein Missverständnis.

00:34:37: ganz deutlich, man kann seine Gefühle die ja als Impuls aus einem aufsteigen, in einem Aufsteigen die man auch körperlich spürt, die kann man nicht wegdrücken!

00:34:47: Was man kann?

00:34:48: Man kann die Expression also den Ausdruck der man den Gefühlen verleihen will.

00:34:52: Das kann man lassen.

00:34:53: Du hast eine Wut, die in dir aufsteigt und lässt sie nicht raus.

00:34:57: Du hast Trauer, die ihr aufsteigst aber du verbietest dir deine Mundwinkel nach unten zu ziehen.

00:35:02: Du verbietes dir überhaupt dein Gesicht sozuhalten dass es nach außen sichtbar ist.

00:35:07: Du verbietest hier deine Tränen und du verbetest dir vielleicht sogar darüber zu

00:35:12: sprechen.".

00:35:13: Und dieses Verbieten das ist gemeint mit unterdrücken also dass man den Gefühlsausdruck sich verbietet und unterbindet.

00:35:21: Und jetzt, finde ich, müssen wir aber auch da wieder ein bisschen vorsichtig sein.

00:35:24: Ja!

00:35:25: Weil das bedeutet jetzt nicht und es ist keine Ermunterung dass man jeder Emotion die man so zu Fassen kriegt im Inneren freien Lauf lässt also dass man jede Wut lautstark raustob jede Traurigkeit wenn sie gerade nicht dran ist oder unpassend trotzdem rausschreit Dass man jedem überschwangen Auch wenn es irgendwie deplatziert wird Trotzdem stattgibt und so.

00:35:48: Also es ist jetzt keine Ermunterung jede Emotion vollkommen ungefiltert so rauszulassen, dass das gesamte Umfeld daran teilhat oder so.

00:35:56: Es gibt schon für alles eine Zeit, für alles einen Ort und ich hatte mal einen Patienten der hat es ein bisschen trocken gesagt ja ich muss ja nicht von allem im Film machen.

00:36:06: Und das fand ich irgendwie so'n guten Zwischenweg!

00:36:08: Es geht darum schon die eigenen Emotionen mit zu bekommen anzuerkennen und idealerweise sogar zu benennen was man gerade fühlt.

00:36:17: Bin ich grade frustriert?

00:36:18: bin ich wütend?

00:36:19: Bin ich begeistert, bin ich überrascht.

00:36:21: Bin ich eifersüchtig?

00:36:22: Bin ich gekränkt und so weiter.

00:36:23: Ein gutes Vokabular zu haben ist übrigens noch ein Wert in sich.

00:36:27: also Emotionen zu spüren und benennen zu können ist wichtig.

00:36:30: daraus folgert aber nicht dass man dem ungefiltert immer statt gibt im Verhalten Und das heißt auch nicht dass jede emotion sozusagen berechtigt ist.

00:36:43: Also das bitte nicht falsch verstehen.

00:36:44: wenn Ich wütend bin weil du irgendwas gemacht hast, Christian.

00:36:49: Dann kann ich merken, dass ich fütend bin?

00:36:53: Dann kann Ich drüber nachdenken, warum ich fühlten bin und ich kann dir vielleicht sogar sagen, Christian dies-und jenes hat mich jetzt wütend gemacht.

00:37:02: Und dann kannst Du sagen...

00:37:04: Drei Gruppe Möglichkeiten!

00:37:06: Dein Gefühl ist erstens nicht angemessen, weil ich bin gar nicht dafür verantwortlich für das was passiert ist, was dich wütenden macht.

00:37:12: Zweitens, ich kann das Anerkennen und sagen, okay dann sei wütend.

00:37:18: Oder ich kann drittens mich entschuldigen die drei groben Reaktionen, die ich zeigen kann oder?

00:37:23: Ja wie auch immer das ist ja sicherlich stark kontextabhängig aber dass ich wütent bin.

00:37:28: warum auch immer es keine Erlaubnis dass ich dir jetzt einfach mal ungefiltert eine Zimmer weil ich jetzt sauer bin und meine Emotionsstadt geben möchte?

00:37:37: so ist das nicht gemeint!

00:37:38: Ja

00:37:38: du weil du nicht... weil du denkst du musst es rauslassen

00:37:41: und

00:37:42: rumschreien.

00:37:42: Nein

00:37:43: Da hat man ja auch in Studien festgestellt, das verstärkt die Wut nur noch.

00:37:47: Wut stattzugeben?

00:37:49: In aktiver Handlung mit nach außen getragene Aggressionen also Schreien, Schlagen so was... Das

00:37:55: war die Kisten-Diskussion!

00:37:56: Wir hatten in einer Podcastfolge über Wut gesagt, dass dieses berühmte dann ins Kissen boxen und schreien um in der Axt Sachen kaputt machen.

00:38:05: Dass das die Wut anfeuert!

00:38:07: Es ist wie Öl ins Feuer gießen.

00:38:09: Und da waren viele Menschen gerade auch so aus dem sozialen und therapeutischen Bereich ganz bestürzt weil es zu deren Programm gehört zum Beispiel Jugendliche anzuleiten in Kissen zu boxen.

00:38:18: Die waren jetzt ganz entsetzt, dass das angeblich nicht gut sein soll.

00:38:21: ich wiederhole das gerne noch mal könnt ihr selber nachlesen.

00:38:24: nein das ist nicht gut.

00:38:26: es verlängert die Emotion der Wut.

00:38:29: Also es kommt vielleicht drauf an, was ihr möchtet.

00:38:31: wenn jemand sehr gehemmt ist und überstark seine Gefühle reguliert und wenn jemand vielleicht steht sehr viel Verantwortung für die Emotionen anderer übernommen hat und sich Wut nie erlaubt hat dann kann das ein therapeutisches Ziel sein, dass diese Person erstmals überhaupt in Kontakt mit ihrem stillen Kroll kommt und auch mal Wut spürt.

00:38:53: Und das auch mal rauslebt – Das kann ein therapeutisches Ziel sein!

00:38:57: Aber für Menschen die sowieso generell wütend sind und eher darunter leiden unter diesem Effekt und häufig wütenden sind ist es überhaupt keine gute Idee.

00:39:06: Es war jetzt ein kleiner Exkurs sorry.

00:39:08: Nee, das ist in dem Fall wirklich wichtig denn Gefühlen überhaupt keinen Raum zu geben ist schädlich Gefühle übermäßig stark auszudrücken und nach außen raus zu lassen, diese Ventilfunktion funktioniert nicht.

00:39:21: Im Gegenteil also der Rat dafür ist dass man es sagt Es hilft wirklich und das ist auch messbar wenn man sagt ich bin wütend oder Ich würde jetzt gerne Sachen an die Wand werfen aber es ihm nicht macht.

00:39:34: ja Aber es zu sagen Hilft

00:39:36: Ja.

00:39:36: Und das ist ja vielleicht auch wenn man mit Kindern zum Beispiel zusammen lebt oder mit Teenagern so ein bisschen Die Hintergrundidee, die man dabei verfolgen kann.

00:39:44: Es geht nicht darum, die Gefühle an sich zu sanktionieren oder dass man Kindern jetzt beibringend stell dich nicht so an und meint damit im Grunde sowas wie du sollst das nicht fühlen was du gerade fühlst?

00:39:58: Das ist nicht das Ding sondern jeder da fühlen, was er oder sie fühlt!

00:40:02: Man darf aber trotzdem im Miteinander zusammenleben erwarten, dass aus diesem Gefühl Tassen oder Fäuste fliegen, oder man angeschrien oder Respektus

00:40:13: behandelt wird.

00:40:14: Exakt ja!

00:40:16: Und übrigens wenn man es mit Kindern oder Teenagern zu tun hat die einem eher sehr still und sehr reserviert vorkommen da kann man natürlich auch zum Gegenteil ermuntern und häufiger mal interessiert und liebevoll nachfragen so wie fühlt sich das für dich an?

00:40:30: Wie findest du das?

00:40:31: Oder auch sowas wie wo fühlst du das im Körper oder so?

00:40:34: und nicht zuletzt natürlich ein gutes Modell sein als Eltern, wie man so mit Emotionen umgeht.

00:40:39: Ja das darf man auch!

00:40:40: Man darf den Kindern und Teenagern auch sagen wie man sich fühlt und es ihnen damit einfach beibringen?

00:40:46: Und wo wir gerade beim miteinander leben sind, wo wir grade beim zusammenleben sind, schweigen und still sein kann auch ein bisschen als Waffe benutzt werden ehrlich gesagt.

00:40:57: Ich glaube da sind viele unserer Patientinnen und Patienten mit groß geworden, mit Schweigen als Bestrafung Dass einfach nicht mehr mit ihnen gesprochen wurde und teilweise wussten sie noch nicht mal, warum.

00:41:11: Oder es wurde ihnen vorgelebt dass die Eltern nach einem Streit drei Wochen nicht mehr miteinander gesprochen haben nur kalt miteinander waren Und in der gleichen Wohnung sich zwar bewegt haben oder man saß irgendwie in so einer unerträglichen Stille gemeinsam am Tisch oder so.

00:41:26: Das kann auch richtig schlimm sein und sehr prägend.

00:41:29: Sozialer Rückzug von einer Person die wichtig ist kann als Waffe benutzt werden, kann als Bestrafung benutzt werden und das hat auch einen ganz guten Grund.

00:41:37: Und man kann das wiederum auch im Hirn sehen sozialer Ausschluss der David ja wenn man so will simuliert werden soll aktiviert Zentren im Gehirn die auch aufleuchten bei körperlichen Schmerz.

00:41:51: Das heißt nicht dass das das gleiche ist und man kann es nicht gleichsetzen.

00:41:54: diesen Fehler soll man nicht machen.

00:41:56: aber es sagt uns dass es was schmerzhaftes is Und das kann nicht nur gemein sein, sondern es ist häufig auch nicht besonders lösungsorientiert.

00:42:05: Weil es da um Machtfragen geht und nicht darum eine richtige sinnvolle Lösung für ein Konflikt zu finden.

00:42:12: Ne, das ist genau wie du sagst!

00:42:14: Da geht's ja gar nicht darum den ursprünglichen Konflik zu bereinigen oder auch nur zu benennen was jetzt anscheinend schief gelaufen ist oder was es für einen Missverständnis gab oder was Unmut ausgelöst hat Sondern... Das is ne Strafe Und das macht mit den Beziehungen in Familien, in denen sowas vorkommt oder vorkam wirklich ganz viel.

00:42:35: Weil derjenige, der schweigt, tut ja auch noch so als wäre ihm was passiert?

00:42:40: Also als wäre ihn etwas widerfahren und als wäre das jetzt eine Art gerechte Strafe?

00:42:45: Ja!

00:42:46: Und da spielt es schon ein bisschen auch in einer theoretisch-histrionischen Spielart.

00:42:50: wo es eben sein kann, dass das Schweigen zum einen als Bestrafung benutzt wird.

00:42:55: Zum anderen aber auch damit man sich um mich kümmert, damit ich jetzt hier mehr Aufmerksamkeit

00:43:01: bekomme.".

00:43:01: Das gibt's auch isoliert!

00:43:02: Was habe ich vorhin schon beschrieben?

00:43:04: Mein Wunsch nach Aufmerksamkeit wird durch leise und still sein, befriedigt bei Leute kommen und sich interessieren...

00:43:11: Ja, es kann aber Leuten auch echt ein Schauer über den Rücken jagen weil sie gar nicht wissen was sich hinter dem Schweigen verbirgt und das als bedrohlich empfinden.

00:43:19: Auf jeden Fall, wenn in dieser Art und Weise jemand still ist und das instrumentalisiert.

00:43:24: Ist das nichts Gutes?

00:43:26: Ja es gibt eine Form von still stark zurückhaltend die manch mal aussehen kann wie instrumentalisiert aber tatsächlich so nicht gemeint ist.

00:43:37: Das ist ich sage jetzt mein Märtyratum dazu.

00:43:40: D.h.

00:43:40: Jemand der wirklich weil er davon überzeugt ist dass er die Last der Familie tragen muss oder andere Dinge kann auch in der Firma sein oder sonstige Konstellation, der sich dafür auch in die Lage hält und das tut.

00:43:52: Der leidet oder die leidet ohne zu klagen und meint es so gut dass zugänglich ist auch wirklich im positivsten Sinne.

00:44:00: ich trage euch alleine.

00:44:02: So

00:44:02: was was in Filmen häufig darstellt oder ich lese gerade The Will of the Many ja?

00:44:08: Und die Person hat unglaublich viele Geheimnisse die sie nicht erzählen darf Und rettet natürlich die Welt.

00:44:17: Weniger geht es ja nie in solchen Fantasiebüchern und das wäre vielleicht so ein Zeichen für jemand, der sich Stille auferlegt um andere nicht zu belasten und das aber auch tragen kann.

00:44:26: Aber natürlich noch was mehr türerhaftes hat.

00:44:28: Ja!

00:44:29: Und ohne erst zur Wahl, ohne eine Hysterion einen Anteil dabei zu haben ist es trotzdem unter Umständen kein Problem.

00:44:35: denn wenn ich jemanden sehe der so viel Leid trägt und sich nicht beklagt setzt es, wenn man so will einen Standard und mich dadurch unter Druck als Außen- oder danebenstehender.

00:44:47: Also wenn derjenige seinen Schicksal so tapfer trägt darfst du auch nicht klagen?

00:44:51: So!

00:44:53: Ich kriege ein Schuldgefühl möglicherweise.

00:44:55: Ja, verstehe.

00:44:56: Das kriegt nicht jeder.

00:44:58: Aber ich könnte ein Schuld gefühlt davon haben.

00:45:00: Deswegen wer das tut...ich nenne das jetzt ein bisschen auch als Provokation.

00:45:04: Wer selber das Gefühl hat zum Beispiel und dass ist eben häufig in der Familie am Arbeitsplatz Still alles zu tragen, was die anderen nicht können und darunter leidet.

00:45:14: Der sollte sich bewusst machen, dass das die Anderen unter Druck setzt und für die Andern, für die man es ja eigentlich tut, nicht nur positiv ist!

00:45:22: Kann sein, ja... Okay wir haben jetzt also sehr, sehr verschiedene Arten von Stille, von Zurückhaltung, von Reserviertheit benannt.

00:45:32: Es kann durch und durch positive Aspekte haben und durch-und-durch darauf basieren, dass jemand sich absolut Wohl und fein damit fühlt, es kann aber auch eine Symptomatik dahinterstecken.

00:45:44: Es kann ein Ausdruck von Belastung sein – und es kann auch zwischenmenschlich ein instrumentalisiertes Verhalten sein!

00:45:50: Wir sollten halt wirklich vorsichtig sein mit unserer eigenen Interpretationen von Stille-und Zurückhaltung.

00:45:58: Da muss man wirklich im Bistchen genauer hinschauen was da alles zugrunde liegen könnte….

00:46:03: Und das führt uns zu unserer Anfangsfrage.

00:46:06: Wie erkenne ich eigentlich bei mir selber, warum ich vielleicht so still und zurückhaltend bin?

00:46:13: Und wie kann ich bei anderen eher dahinter kommen?

00:46:17: Es ist eine gute Idee sich selber zu fragen wenn ich so still bin.

00:46:20: zum ersten stimmt das mit meinem Körpergefühl überein?

00:46:24: Ich bin nach außen ruhig.

00:46:26: Bin ich auch innerlich ruhig?

00:46:27: Ja, da gibt es ja manchmal riesige Missverständnisse und Leute in denen ein wahre Orkan tobt wirken von Außen ganz cool und ganz gelassen Und du siehst nicht an was im Inneren in Wirklichkeit los ist.

00:46:43: Wenn so ein Miss-Match ist das ja schon mal eine interessante Auskunft!

00:46:48: Und wer nicht wirklich Zugang selbst dazu hat der kann mal überprüfen sind meine Schultern hochgezogen?

00:46:54: Ist mein Hals angespannt?

00:46:56: Weiß ich mir gerade auf die Zähne, wie ist mein Kiefer fest.

00:47:00: Hab' ich die Zunge an den Gaumen gepresst?

00:47:02: Ja beispielsweise und das sind Hinweise dass es nicht übereinstimmt wenn du still bist zurückhaltend und dabei entspannt muskulatur ist locker dann passt es eher.

00:47:12: Du kannst sich auch fragen erholt mich stille und auch alleine sein oder wenig sprechen?

00:47:18: oder kostet mich das was

00:47:20: ja und was das kostet?

00:47:21: das kann alles möglicher sein.

00:47:23: muss ich mich ständig zusammenreißen, hege ich einen stillen Roll den ich nie zum Ausdruck bringen darf.

00:47:29: Bin nicht insgeheim neidisch weil andere Menschen sich so viel Raum einnehmen denn ich mir nie nehmen würde.

00:47:36: also trage ich ungute Gefühle in mir die durch meine Zurückhaltung und durch meine Stille Und

00:47:45: vielleicht zuletzt fühlt sich mein Schweigen an wie eine freie Wahl oder fühlt es sich an als wäre ich dazu verpflichtet?

00:47:52: Es ist halt ein Himmelweiterunterschied, ob du dich freiwillig für etwas entscheidest was dir gut tut oder ob dein Verhalten nur daran orientiert ist was du kannst.

00:48:02: Wenn du wirklich denkst ich kann gar nicht anders.

00:48:05: es ist vielleicht eher problematisch.

00:48:07: Je nachdem wie du dann diese Fragen für dich beantwortest ist daran eben vielleicht was zu tun?

00:48:12: Oder Nicht?

00:48:14: Wer klug schweigen kann wer klug zurückhaltend sein kann ohne sich dabei zu verbiegen hat sicher Vorteile!

00:48:20: Wer sich selbst laufend den Mund verbietet, verbieten muss oder den Ausdruck seiner Gefühle wegpresst.

00:48:27: Der hat da – ich sage es mal vorsichtig – ein Themenfeld was weiterentwickelt werden könnte.

00:48:32: Da wäre etwas dran zu machen!

00:48:34: Ja und was andere Menschen angeht neigen wir dazu in bestimmten Kontexten Stille-und Zurückhaltung zu assoziieren mit positiven Eigenschaften wie einem kühlen Kopf, Intelligenz und innerer Stärke Und das kann stimmen, muss aber überhaupt nicht.

00:48:50: Und in anderen Kontexten wird einem genau das zum Verhängnis, wir hatten das Beispiel genannt aus der Klinik.

00:48:55: Wenn da jemand sich nicht offenkundig leiden zeigt dann richtet sich das am Ende gegen diese Person weil ihr vielleicht nicht die Hilfe zuteil wird, die sie braucht.

00:49:05: Das heißt je nach Kontext und je nach Interpretation kann es sein dass wir Menschen komplett überfordern oder ihnen nicht so helfen wie sie's brauchen würden oder dass wir sie zusätzlich noch belasten obwohl sie schon am Anschlag sind.

00:49:19: Also da bei anderen Menschen auch mal hinzuschauen, worauf könnte denn deren Stille und Zurückhaltung und Reserviertheit zurückgehen?

00:49:27: Ist das wirklich Ausdruck von einem absolut gelassenen vielleicht ein bisschen stoischen naturell.

00:49:34: Ruht die Person wirklich in sich selbst oder kann sie nicht mehr hat resigniert fühlt sich hilflos oder hat nie gelernt auszudrücken was sie wirklich beschäftigt?

00:49:44: Und mit der Frage sag mal wie geht es dir eigentlich wirklich?

00:49:48: vertut ihr euch gar nichts.

00:49:50: Jemanden, dem es nicht wirklich gut geht hat die Möglichkeit das jetzt zu erzählen aber ist es jemand dem es tatsächlich gut geht der in sich selber ruht.

00:49:59: Das willst du von mir?

00:50:01: Ja hoffentlich nicht!

00:50:02: Hoffentlich ist es eher etwas freundlicher.

00:50:05: Was willst Du denn?

00:50:07: Nein danke der Nachfrage!

00:50:08: Gut wirklich!

00:50:10: Das wäre eine Möglichkeit.

00:50:12: Und wir selber können uns immer wieder fragen, wann habe ich das denn mal jemanden gefragt?

00:50:16: Wann zuletzt habe ich jemandem gefragt wie es ihm wirklich geht und bin ich stark oder hab' ich jetzt nie gelernt anders zu sein.

00:50:24: Ja, Fifty Shades of Stille!

00:50:27: Wir sagen vielen Dank fürs Zuhören und bevor wir jetzt wirklich Tschüssi sagen haben wir noch drei eigene Sachen.

00:50:35: Das eine ist dass wir am neunten Mai live in Nürnberg zu sehen sein werden.

00:50:42: Da geht es darum, warum wir unserem Kopf nicht vertrauen sollten und unseren Bauch auch

00:50:46: nicht.".

00:50:47: Also richtig hoffnungsvoll der Titel!

00:50:50: Da gibt's noch Karten für...

00:50:52: Und da gehts auch darum, dass wir uns endlich mal gegenseitig live sehen?

00:50:56: Ja, darum geht´s natürlich in erster Linie.

00:50:59: Dann zweitens habe ich ein Buch geschrieben Und das kann man jetzt über die Autorenwelt vorbestellen.

00:51:06: Da gibt es dann eine Signatur von mir und wenn ich ganz gut drauf will, mach' ich auch noch einen schönen Stempel da rein!

00:51:13: Oder du?

00:51:14: Bitte hilf mir Christiane!

00:51:16: Na den Stempeln kann nicht machen, signieren muss das schon selber... Ja

00:51:18: okay, dann machen wir Teamwork.

00:51:20: Und zum Schluss möchte ich noch kurz darauf hinweisen, dass ihr wenn ihr mögt eigene Fragen bei uns auf den Anrufbeantworter sprechen könnt die wir dann im Rahmen des Fragenfreitags oder auf Steady beantworten.

00:51:33: Den Link findet ihr wie alles andere auch in den Shownotes

00:51:36: und vielleicht sollten mir einmal erklären was die Show Notes sind weil wir trotzdem immer mal wieder Nachfragen bekommen wo das ist je nachdem wo du den Podcast hörst Die Folgenbeschreibung, also der kleine Text unter der Podcast-Folge.

00:51:50: Wenn du da weiter runter scrollst findest du alle Links.

00:51:54: Also sowohl Tickets für die Tour als auch Buchbestellungslink, als auch Anrufbeantworter Link und den Link zu Steady Community.

00:52:02: Das ist alles in dem Text unter dieser Podcastfolge.

00:52:06: Okay jetzt aber Dankeschön fürs Zuhören.

00:52:08: Wir sehen uns entweder nächsten Samstag live in Nürnberg oder am Sonntag hören wir uns wieder wo auch immer du deine Podcasts hörst.

00:52:17: Bis dahin, tschüss!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.